Tiefer Schwerpunkt, explosiver Antritt, Torvorbereiter: Cason Hohmann vom EC Bad Nauheim (links) hat die Wahl zum DEL2-Spieler des Monats November gewonnen. Rechts: Luis Rentsch (Lausitzer Füchse).	FOTO: CHUC
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Tiefer Schwerpunkt, explosiver Antritt, Torvorbereiter: Cason Hohmann vom EC Bad Nauheim (links) hat die Wahl zum DEL2-Spieler des Monats November gewonnen. Rechts: Luis Rentsch (Lausitzer Füchse). FOTO: CHUC

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Schlitzohr auf Kufen - so tickt Topscorer Cason Hohmann

  • Michael Nickolaus
    vonMichael Nickolaus
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Explosiv im Antritt, mit Übersicht und Intelligenz auf dem Eis, ein Schlitzohr auf Kufen. Cason Hohmann vom EC Bad Nauheim wurde zum »DEL 2-Spieler des Monats November« gewählt.

Cason Hohmann, 27-jährige Neuzugang des EC Bad Nauheim, erhielt bei der Wahl zum DEL2-Spieler des Monats November mehr als die Hälfte aller Stimmen und gewann die Abstimmung deutlich vor Tim Schüle (Bietigheim) und Felix Schütz (Landshut). Das Fachmagazin Eishockey News hatte in einer Vorauswahl zehn Profis herausgepickt und zur Wahl gestellt. Ungewöhnlich: Hohmann hatte überzeugt, ohne in den sechs November-Partien auch nur einen einzigen Treffer selbst erzielt zu haben; und das als Import-Stürmer. »Ich war schon immer mehr der Vorlagengeber. Das ist eben meine Stärke«, sagt Hohmann im Gespräch mit unserer Redaktion. Anfang Dezember, im Derby gegen die Löwen Frankfurt, ist dann der Knoten geplatzt. Drei Treffer hat der Rechtsschütze mittlerweile erzielt.

Cason will das Spiel auf sich ziehen, hat Auge und findet seine Mitspieler.

Assiszentrainer Harry Lange

Hohmann spielt seine erste Saison in Deutschland. Bystrica in der Slowakei (Meister 2018) und Olten in der Schweiz waren seine bisherigen Stationen in Europa. Mittlerweile wirbelt er - und dies bei 1,75 Meter Körpergröße und einer extremen Wendigkeit im wahrsten Sinne des Wortes - für die Hessen über das Eis und ist aufgrund seines tiefen Körperschwerpunkts kaum von der Scheibe trennen. »Viele sehen in mir den Kleinen, nehmen mich vielleicht erstmal nicht ernst. Große Verteidiger fühlen sich deshalb im Zweikampf mit mir oftmals sicher. Der Überraschungsmoment ist mein Vorteil«, sagt Hohmann, der schon jetzt unzählige Male den Puck aus scheinbar heiterem Himmel regelrecht »gestohlen«, seinen Nebenspielern aufgelegt und die Fans verzückt hat.

»Cason will das Spiel auf sich ziehen, hat Auge und findet seine Mitspieler. Ja, er geht auch immer mal ein Risiko ein. Aber das gehört zu seinem Stil. Das kann man ihm nicht wegnehmen«, beschreibt Assistenztrainer Harry Lange den aktuellen Topscorer der Roten Teufel.

Mit Jamie Arniel, Deutscher Meister mit den Eisbären Berlin 2013 und ebenfalls zum ersten Mal in der DEL 2, sowie Andreas Pauli bildet Hohmann die derzeit torgefährlichste Reihe der Wetterauer.

»Ich bin der Vorlagengeber, Jamie und Andreas die Torjäger. Ich bringe sie in Position, und sie können ihre Stärken ausspielen. Jeder weiß, was er zu tun hat, wie der andere denkt und wo er steht. Da muss ich nicht lange schauen und überlegen. Das macht uns noch schneller, noch gefährlicher«, beschreibt Hohmann die Chemie in der Reihe.

Cason Hohmann: Sportlich und privat in Bad Nauheim angekommen

In Bad Nauheim ist der gebürtige Texaner rasch angekommen; auch privat, wenngleich seine Lebensgefährtin aktuell zu Hause in den Vereinigten Staaten lebt und in Boston in einem Krankenhaus arbeitet. Er fühle sich sehr wohl. Bad Nauheim sei eine wundervolle Stadt, in der er jetzt gerne auch einmal mal spazieren gehe, und in der Kabine habe er eine »tolle Gruppe« vorgefunden. »Es macht Spaß, jeden Tag ins Stadion zu kommen. Wir können miteinander lachen, aber wir wissen auch, dass wir hart arbeiten müssen, um Spiele zu gewinnen. Ich weiß nicht, was in der Vergangenheit war, aber wir haben schnell ein sehr guten Teamgeist entwickelt. Jetzt müssen wir nur noch einen Weg finden, auch auswärts unsere Leistungen abzurufen.«

Die sportliche Reise könne weit führen. »Wir haben offensiv drei Reihen, die scoren können, und defensiv eine Mischung aus Routine und jungen, sehr talentierten Spielern. Dazu einen überragenden Torwart. Wenn wir zusammen stehen und von Ausfällen verschont bleiben, haben wir keine wirkliche Schwachstelle«, sagt Hohmann. Der Saisonstart kann sich sehen lassen. Acht von elf Spielen hat Bad Nauheim gewonnen und in einer recht schiefen Tabelle (Rang drei) auch den drittbesten Punkteschnitt unter den 14 Mannschaften.

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