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DEL 2: Die Fakten und Auffälligkeiten vor dem Start

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Von: Michael Nickolaus

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Bereit zum Start in die Saison 2022/2023. 364 Hauptrunden-Spiele sind bis zum 5. März 2023 angesetzt, bevor in Playoff- und Playdown-Serien der Meister und der Absteiger ausgespielt werden. © Red

(mn). Die Deutsche Eishockey-Liga 2 startet heute in ihre zehnte Saison. Acht Klubs aus der Spielzeit 2013/14 sind noch (im Fall Landshut »wieder«) im Kreis der 14 Teilnehmer dabei; darunter der EC Bad Nauheim. Mit vier Event Games (darunter das Winter Derby der Roten Teufel vor 15 000 Fans in Offenbach), mit der Wiedereinführung der Verzahung zur DEL, mit der Lizenzierung von ehemaligen NHL-Profis und Nationalspielern hat die DEL2 in all dieser Zeit für positive Schlagzeilen gesorgt.

Vor dem Hauptrunden-Auftakt haben wir hier nun die wesentlichen Fakten für die Saison 2022/23 zusammengetragen.

Der Sport: Frankfurt (nach oben) und Bad Tölz (nach unten) haben die DEL2 verlassen. Sie werden durch Krefeld (aus der DEL) und Regensburg (aus der Oberliga) ersetzt.

Die Pinguine aus dem Rheinland streben die direkte Erstliga-Rückkehr an. Der Kader ist gespickt mit klangvollen Namen. 15 Spieler hatten in der vergangenen Saison noch in der DEL unter Vertrag gestanden. Neben Krefeld gilt Kassel als Titelkandidat. Trainer Bo Subr, der im Mai die Löwen Frankfurt zur Meisterschaft geführt hatte, hat den Huskies-Kader nach dessen Viertelfinal-Aus gegen Bad Nauheim einschneidend verändert. Die Konkurrenz staut - wie auch bei Krefeld - über die wirtschaftlichen Summen, die bezüglich der Gehälter in der Szene kursieren.

Dahinter werden sich Ravensburg, Landshut und Dresden als Anwärter auf die direkte Playoff-Qualifikation (sprich: Platz sechs) einreihen. Ein Mittelfeld mit den Mannschaften aus Bayreuth, Heilbronn, Crimmitschau, Kaufbeuren und sicher auch Bad Nauheim wird auf einem einstellingen Platz folgen.

Die Standorte Freiburg, Selb und Weißwasser und Neuling Regensburg werden wohl in erster Linie die Pre-Playoff-Qualifikation anstreben, um dem Abstiegskampf entgehen zu können.

Die Finanzen: Die geplanten Umsätze der Klubs, ohne die Einnahmen einer möglichen Endrunde, belaufen sich auf 40,6 Millionen Euro. Das hat die DEL2 im Rahmen einer Pressekonferenz veröffentlicht. Im Durchschnitt bedeutet dies fast 2,9 Millionen Euro pro Klub. Diese Summe wiederum entspricht dem Etat des EC Bad Nauheim, wie Geschäftsführer Andreas Ortwein auf Nachfrage bestätigte.

Die Personalkosten in der DEL2, die etwa 60 Prozent des Etats ausmachen, belaufen sich auf 24,5 Millionen Euro. »Die Klubs haben sich in der Lizenzprüfung wirtschaftlich stabil präsentieren können, weshalb die Liga mit einem der höchsten geplanten Etats an den Start gehen kann. In der letzten Saison inklusive der Endrunden-Einnahmen erlösten die Klubs 43,6 Millionen Euro«, erklärt DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch. Vor zehn Jahren, zum Start allerdings mit zwölf Klubs, hatte der Gesamtumsatz rund 28 Millionen betragen. In der Folgesaison, dann mit 14 Klubs, lagen die Umsätze bei 33,6 Milionen Euro.

Die DEL-Kandidaten: Die Zahl an potenziellen Aufsteigern ist gewachsen. Das sorgt für Spannung. Während im vergangenen Jahr einzig die Löwen Frankfurt ordnungsgemäß die DEL-Vorgaben erfüllt haben, gibt’s nun mit Krefeld, Kassel und Dresden drei Klubs, die im Falle des Meistertitels den (Wieder-)Aufstieg auch wirtschaftlich realisieren wollen.

Nordamerika dominiert: Die DEL2 ist traditionell nordamerikanisch geprägt. 28 Kanadier und sechs US-Amerikanr stehen zum Saisonstart unter Vertrag. Das ist ein leichter Rückgang gegenüber der Vorsaison (32/11). Leicht erhöht hat sich die Zahl der Skandinavier. Neben acht Finnen haben auch sechs Schweden (vier allein in Dresden) einen Vertrag in der DEL 2. Vier Tschechen, zwei Slowaken und zwei Russen ergänzen die Statistik.

Der Transfer-Hotspot: Die multinationale Alpenliga mit Mannschaften aus Österreich, Italien und Slowenien bleibt der Hotsport bei der Suche nach ausländischen Profis. Sechs Spieler (im Vorjahr sieben) sind von dort in die DEL2 gewechselt. Vier Akteure sind DEL2-intern gewechselt, drei allein nach Landshut. Kassel (Tim McGauley/Ingolstadt), Krefeld (Kael Mouillierat/Straubing) und Selb (Peter Trska/Bremerhaven) haben letztjährige DEL-Profis verpflichtet. Auffallend: Die Klubs setzen durchweg auf Europa-erfahrene Schlüsselspieler. Alex Tonge (Heilbronn/drei Einsätze in Polen) kommt quasi als Neuling aus Übersee.

Immer mehr Offensive : Dass deutsche Verteidiger schwer zu finden sein, ist seit Jahren zu hören. Dennoch: Die Klubs setzen bei den Ausländerpositionen mehr und mehr auf Angreifer, wollen mit Toren begeistern. Inzwischen stehen 47 Kontingentstürmer bei den 14 Klubs unter Vertrag (im Vorjahr 42, davor waren es 35) und nur acht Verteidiger. Dazu kommt Sergey Belov. Mit dem russischen Torwart war Krefeld zuletzt abgestiegen.

Ein bunter Mix: Trainer aus acht Nationen stehen als Chef-Coaches unter Vertrag; darunter vier in Deutschland geborene Übungsleiter. An zweiter Stelle folgt die Kanada-Fraktion (drei). Fünf Klubs gehen mit einem neuen Coach in die Saison, drei Klubs hatten bereits im Laufe der Vorsaison die Verantwortung übergeben. Sechs Vereine vertrauen auf ihren bewährten Übungsleiter, darunter auch der EC Bad Nauheim. Erstmals in Deutschland coacht der Schwede Leif Strömberg, der Krefeld zum Wiederaufstieg führen soll. Neuland als »Chef« betritt mit der DEL 2 auch Marko Raita. Der frühere Assistent der Löwen Frankfurt ist aus der Oberliga nach Kaufbeuren gewechselt. Seinen Einstand feiert zudem Max Kaltenhauser, Aufstiegs-Trainer der Eisbären Regensburg.

Videobeweis: Für das Schiedsrichterwesen gibt es eine wichtige Neuerung bezüglich des Videobeweises. Ab sofort werden die verfügbaren Kamerabilder erweitert. So können die Unparteiischen nun auch auf alle verfügbaren Videoaufnahmen zurückgreifen, die bisher nur in den Livestreams zu sehen waren.

Die TV-Zeiten: Das Streaming-Portal Sprade TV überträgt auch in dieser Saison sämtliche Partien live. Ein Einzelspiel kostet 8,90 Euro.

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