EC Bad Nauheim

Daniel Stiefenhofer: Der Powerplay-Knipser des EC Bad Nauheim

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Elf Powerplay-Tore. Kein anderer Spieler der DEL 2 hat in eigener Überzahl öfter getroffen als Daniel Stiefenhofer vom EC Bad Nauheim. Und der ist eigentlich für’s Toreverhindern zuständig.

Der 26-Jährige ist Verteidiger. Sein Trainer nennt ihn liebevoll die "deutsche Eiche". Mit zwei Abstauber-Powerplay-Toren hatte Stiefenhofer am Freitag gegen die Ravensburg Towerstars die Partie binnen 1:51 Minuten gedreht (3:2 statt 1:2). Am Sonntag gewann er mit den Roten Teufeln bei den Löwen Frankfurt.

"Deutsche Eiche" oder "Powerplay-Monster"? Wie dürfen wir Sie denn künftig nennen?

Daniel Stiefenhofer (lacht): Ja, einige Kumpel haben die Bezeichnung "deutschen Eiche" schon aufgeschnappt. Das hat sich wohl herumgesprochen, und bei einigen bereits durchgesetzt. Jedenfalls bekomme ich die eine oder andere Nachricht, in der man mich schon mal so nennt.

Sind Sie überhaupt noch ein klassischer Verteidiger, oder sehen Sie sich inzwischen als Knipser?

Stiefenhofer: Ich bin schon noch Verteidiger. Es freut mich, wenn ich mit einer Null oder +1 in der Statistik aus dem Spiel gehe. Und wenn am Ende noch ein Powerplay-Tor herausspringt; dann ist’s umso schöner.

Basieren solche Tore auf Talent oder einfach auf dem richtigen Näschen für die Situation?

Stiefenhofer: In Regensburg ist’s schon einmal ähnlich gut gelaufen. Da bin ich mal mit 18 Toren aus der Saison gegangen. Irgendwie scheine ich da also eine Veranlagung zu haben. Letztlich passiert das aber alles unterbewusst. Vielleicht habe ich als Verteidiger in dieser Position weniger Angst vor dem Puck und drehe mich nicht raus. Und letztlich spekuliert man dann auf den Rebound.

Die Mannschaft hat in den vergangenen Wochen eine wahrlich beeindruckende Serie hingelegt. Was läuft nach der Länderspielpause anders?

Stiefenhofer: Wir spielen aufgrund von Verletzungen mit einem kleineren Kader. Das schweißt zusammen. Jeder Einzelne muss nun mehr tun, steht mehr in der Verantwortung. Jeder konzentriert sich auf sein Aufgabenfeld, spielt schnell die Scheibe und versucht, mit den Kräfte hauszuhalten. Groß nach vorne rennen, ist jetzt nicht mehr drin. Mit jedem Sieg wächst das Selbstvertrauen. Vor der Pause haben wir mal gewonnen, mal verloren. Mittlerweile sind wir in der Lage, auch mal einen Rückstand zu drehen. So kann es weitergehen.

Wohin führt der Weg denn noch? Wohin schauen Sie in der Tabelle?

Stiefenhofer: Mittlerweile sind wir im Mittelfeld so etabliert, dass wir nach oben schauen können. Aber es ist alles relativ eng, man darf sich keinen wirklichen Ausrutscher erlauben. Natürlich wollen wir den jetzigen Platz halten.

Befürchten Sie - als Folge aus dem aktuellen Kraftakt - einen Einbruch im späteren Saisonverlauf?

Stiefenhofer: Nein. Die verletzten Spieler kommen auch wieder zurück. Wir haben unsere Trainingsintensität angepasst, bekommen auch Erholungsphasen. Ich denke, wir sind kräftemäßig gut dabei.

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