Chris Stanley, hier noch im Trikot des EC Bad Nauheim schreibt gerade sein ganz persönliches Eishockey-Märchen. (Archivfoto: Nici Merz)
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Chris Stanley, hier noch im Trikot des EC Bad Nauheim schreibt gerade sein ganz persönliches Eishockey-Märchen. (Archivfoto: Nici Merz)

Ex-Teufel

Chris Stanley: Co-Trainer und Torjäger

  • VonUwe Lange
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Der ERC Sonthofen erlebt in der Oberliga ein Eishockey-Märchen; und drei ehemalige Spieler des EC Bad Nauheim schreiben an dieser Erfolgsgeschichte mit. Einer von ihnen: Chris Stanley.

Der ERC Sonthofen erlebt in der Oberliga ein Eishockey-Märchen; und drei ehemalige Spieler des EC Bad Nauheim schreiben im Allgäu eifrig an dieser Erfolgsgeschichte mit. Chris Stanley, der Kapitän der Meistermannschaft der Roten Teufel von 2013 als Topscorer, Ex-Verteidiger Heiko Vogler (2009/10) als Trainer und Patrick Glatzel (2008 bis 2012) als Torwart. Im Playoff-Achtelfinale hatten die Bulls schon unerwartet den EV Regensburg ausgeschaltet, im Viertelfinale konnten sich die Schwarz-Gelben nun auch noch völlig überraschend gegen den EV Duisburg, den seit Jahren aufstiegsambitionierten Ex-DEL-Klub, durchsetzen. Im Halbfinale geht’s nun ab Dienstag gegen Süd-Meister Bad Tölz. Parallel ermitteln die Moskitos Essen und die Tilburg Trappers einen Endspiel-Teilnehmer. Vor der Serie gegen die Tölzer Löwen hat die WZ-Redaktion mit Chris Stanley gesprochen.

Chris Stanley, zunächst unseren Glückwunsch zum Neuzugang in der Familie, die kleine Haven kam ja vor knapp zwei Wochen exakt zum ersten Playoff-Spiel in Duisburg zur Welt. Am Abend hat Sonthofen auch ohne Sie gewonnen.

Chris Stanley: Dankeschön; auch im Namen meiner Frau. Wir sind total glücklich mit unserem Nachwuchs, und ja, die Jungs können auch ohne mich gewinnen.

Sie könnten im deutschen Eishockey etwas Außergewöhnliches erreichen; mit Sonthofen den Oberliga-Meistertitel holen, wie zuvor schon mit Heilbronn, Bad Nauheim und Frankfurt.

Stanley: Das war mir gar nicht bewusst, klingt aber gut. Wir sind gegen Bad Tölz sicherlich nicht in der Favoritenrolle, haben unser eigentliches Saisonziel, die Playoff-Teilnahme, weit übertroffen, wollen natürlich noch die dritte Sensation schaffen. Den Außenseiter werden wir gut geben, hoffen auf die eine oder andere Überraschung.

Was hat Sie bewogen, Ihre Co-Trainer-Karriere, die in Frankfurt begonnen hatte, zu unterbrechen und auch als Spieler auf das Eis zurückzukehren?

Stanley: Sonthofen bot mir einen Vertrag sowohl als Co-Coach und als Spieler an, falls ich meinen deutschen Pass bekommen sollte. Die Einbürgerung erfolgte Ende Oktober, nachdem ich die ersten Spiele noch als Kontingentspieler agierte, da sich ein anderer Ausländer verletzt hatte. Die Pause von fast zwei Jahren hat meinem Körper gutgetan. Ich konnte regenerieren, mich im Sommer wieder in Topform bringen, und gewisse Automatismen hat man ja auch drauf.

Was ist das Geheimnis des sportlichen Erfolgs in Sonthofen?

Stanley: Wir hatten einen misslungenen Start, holten in den ersten Partien wenig Punkte, unsere Kontingentspieler, andere Leistungsträger verletzten sich oder wollten plötzlich zu einem neuen Klub. Heiko Vogler als der Verantwortliche zog die Konsequenzen, tauschte unter anderem den Headcoach aus. Wir beide brachten uns noch mehr in die tägliche Trainingsarbeit ein, plötzlich stimmte die Chemie, da wir die einfachen Dinge wieder richtig machten. Ich selbst traf auch wieder, bin jetzt mit 34 Treffern zwar der Top-Torjäger, aber eben auch nur ein Rädchen im gut funktionierenden Getriebe. Und mit Patrick Glatzel haben wir aktuell einen überragenden Goalie.

Die Pause von fast zwei Jahren hat meinem Körper gutgetan. Ich konnte regenerieren, mich im Sommer wieder in Topform bringen, und gewisse Automatismen hat man ja auch drauf

Chris Stanley

Schauen Sie noch auf Ihre Ex-Standorte wie Bad Nauheim oder Frankfurt und deren Ergebnisse?

Stanley: Sicher mache ich das gleich nach unseren Spielen. Für Bad Nauheim hätte ich mir etwas mehr erhofft, aber es freut mich, dass das Team in den Playdowns die Zugehörigkeit zur DEL2 bestätigen konnte. Die Löwen haben sogar das Finale erreicht, was mich nicht überrascht hat, zumal ich ja die meisten Jungs noch kenne, mit Akteuren wie Nils Liesegang oder Richie Mueller auf dem Eis stand. Da ich ja auch in die Saisonplanungen und Einkäufe der Frankfurter noch eingebunden war, sehe ich das auch als kleine Bestätigung meiner Arbeit.

Wie geht’s weiter mit Chris Stanley im dann 38. Lebensjahr?

Stanley: Ich fühle mich super, ein Jahr auf dem Eis würde ich gerne dranhängen und prüfe die Optionen. Sonthofen ist auch hier der erste Ansprechpartner.

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