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Ein Kampfspiel: Andreas Pauli (vorn, r.) kämpft, unterstützt von Huba Sekesi (l.), gegen gleich zwei Landshuter an der Bande um den Puck. Angesichts des Programms der nächsten Wochen könnten dem EC Bad Nauheim weitere solcher Spiele ins Haus stehen.

EC Bad Nauheim

Beim EC Bad Nauheim regiert das Prinzip Hoffnung

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Der EC Bad Nauheim pendelt zwischen den Extremen. Jetzt, wo sich der Kampf um die Playoff-Tickets zuspitzt, müssen die Roten Teufel punkten, wollen sie eine gute Ausgangsposition haben

Pfiffe bei einem Unentschieden im Colonel-Knight-Stadion? Das hatte es lange nicht gegeben. Am Sonntag musste es sich die Mannschaft von Trainer Christof Kreutzer aber wohl oder übel gefallen lassen, nachdem sie im letzten Drittel gegen eigentlich schon geschlagene Landshuter einen 3:0-Vorsprung verspielt hatte. Die Probleme des EC, an einem Wochenende gegen zwei potenzielle Abstiegskandidaten ordentlich Punkte im Kampf um die Playoff-Plätze einzusammeln, hatten zweierlei Gründe.

Die besten Bilder vom Spiel EC Bad Nauheim gegen EV Landshut

 © Nici Merz
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EC Bad Nauheim: Christof Kreutzer lobt seine Mannschaft: "Kopf oben behalten"

Wie schon beim 2:4 in Bayreuth am Freitag brachten sich die Roten Teufel durch zwei Strafen - am Sonntag verdientermaßen gegen Jack Combs und ungerechtfertigt gegen Zach Hamill - selbst in die Bredouille. Die Folge: Aus einem 3:0 wurde ein 3:2 und das große Zittern begann. Die Kurstädter hatten sich in dieser Phase, die in einer Schubserei nach einer (von vielen) Gäste-Aktionen gegen Keeper Felix Bick gemündet hatte, von der aggressiven Spielweise des Aufsteigers anstecken lassen, anstatt mit einem im Vergleich zu den vergangenen Wochen selten so hohen Vorsprung im Rücken das Spiel cool nach Hause zu bringen.

Trotzdem lobte Coach Kreutzer im Anschluss seine Spieler dafür, dass "sie den Kopf oben behalten haben", nachdem das Momentum deutlich auf Landshuter Seite lag. An der Mentalität lag es am Sonntag insgesamt nicht, davon zeugen zwei ordentliche bis gute Drittel und der Zusatzpunkt. "Wir sind auf dem richtigen Weg", entgegnet Kreutzer der Kritik der Fans, dass er seine Mannschaft nicht mehr in die Spur bekäme. "Aber", sagt Kreutzer, und das hätten auch schon ganz andere Vereine der DEL 2 in dieser Saison positiv wie negativ zu spüren bekommen, "wir haben momentan nicht viel Glück bei unseren Aktionen. Das müssen wir uns zurückarbeiten, und das braucht manchmal seine Zeit."

EC Bad Nauheim: Eine Frage von Leichtigkeit und Selbstvertrauen

Spiele wie gegen Landshut können dabei helfen. Die Leichtigkeit und das Selbstvertrauen kommt nur über Siege zurück. Das wäre das zweite Problem, das es zu lösen gilt: Die Selbstverständlichkeit aus den ersten beiden Saisonvierteln ist einer Unsicherheit gewichen, die selbst drei Tore in einem Drittel nicht kaschieren konnten. Spätestens nach dem 1:3 war die Devise, lieber den Vorsprung irgendwie über die Zeit retten, als auf dem Weg zur Entscheidung in der Offensive einen Fehler zu viel zu machen. Statt einfach mal draufzuhalten, wurde oft lieber noch einmal quer gespielt, was angesichts der ebenfalls ausbaufähigen Sicherheit in Pass und Puckannahme nicht selten zum Scheibenverlust führte.

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Erst in der Verlängerung, als die Gäste nach einer vom leicht verbesserten Cody Sylvester gegen Mathieu Pompei clever gezogenen Strafe die letzten zwei Minuten in Überzahl spielten, schien der EC wieder aufzuwachen und noch einmal auf Sieg zu gehen - angesichts der völlig verhaltenen 20 Minuten davor allerdings zu spät. So wurden aus absolut möglichen drei Punkten am Ende nur zwei, die angesichts der "Nullnummer" aus Wetterauer Sicht bei den Bayreuthern von Ex-Coach Petri Kujala am Freitag noch wehtun könnten - schließlich ist das Rennen um die (Pre-)Playoff-Plätze angesichts von vier Punkten Unterschied zwischen dem Fünften (Kaufbeuren) und dem Zehnten (Dresden) noch völlig offen.

EC Bad Nauheim: Tyler Fiddler wird weiter schmerzlich vermisst

Hoffnung auf eine gute Ausgangsposition für die Playoffs machte der Auftritt von Hamill, der nach seinem Handbruch am Freitag sein lang herbeigesehntes und gleich mehrfach verschobenes Comeback feierte. Der Kanadier hauchte der EC-Offensive Leben ein und ließ im Zusammenspiel mit Jack Combs immer mal wieder durchblicken, warum beide einst auf deutlich höherem Niveau unterwegs waren. "Zach hat gezeigt, warum er so wichtig für uns ist", sagte auch Kreutzer, der nun hofft, auch Cody Sylvester zügig wieder in Normalform zu bekommen. Dann könnte die nordamerikanische Kontingentspieler-Reihe, die der Düsseldorfer am Wochenende aufbot, einiges bewirken.

Auf der anderen Seite wird Tyler Fiddler als Impulsgeber von Andreas Pauli und Andrej Bires weiter schmerzlich vermisst. Sollte Fiddlers tiefe Schnittwunder am Fuß bald keine Probleme mehr machen, steht Kreutzer die knifflige Aufgabe bevor, einen der Importspieler auf die Tribüne zu setzen, will er nicht Verteidiger Jesper Kokkila opfern. Dass der junge Finne gerade gegen Landshut mehr Offensivdrang versprühte als mancher gestandener Stürmer, sagt allerdings einiges aus.

EC Bad Nauheim: Zwei Derbys in der nächsten Woche

Der Spielplan für die kommende Woche ist übrigens alles andere als angenehm: Erst geht es zu Spitzenreiter Kassel (Freitag, 19.30 Uhr), am Sonntag (18.30 Uhr) kommen die formstarken Dresdner Eislöwen, ehe es bereits Dienstag (19.30 Uhr) darauf zum "Winter-Derby-Rückspiel" in die Frankfurter Eissporthalle geht. Es wäre aber auch nicht verwunderlich, würde der EC genau das Gegenteil von dem machen, was die Pessimisten unter den Fans erwarten.

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