Beginn einer neuen Ära?

  • VonChristian Fellner
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Es ist die Saison eins nach Ralph Bader beim SC Riessersee. Schwer zu glauben, aber der ewige Manager des Traditionsklubs (ab 2004) aus Garmisch-Partenkirchen ist Geschichte. Im vergangenen Februar setzte ihn der neue Alleingesellschafter Udo Weisenburger vor die Tür. Ausgestanden ist die Geschichte allerdings noch lange nicht. Bader prozessiert vor dem Arbeitsgericht gegen die fristlose Kündigung – ein Urteil ist derzeit noch nicht absehbar, ein finaler Gerichtstermin nicht fixiert.

Es ist die Saison eins nach Ralph Bader beim SC Riessersee. Schwer zu glauben, aber der ewige Manager des Traditionsklubs (ab 2004) aus Garmisch-Partenkirchen ist Geschichte. Im vergangenen Februar setzte ihn der neue Alleingesellschafter Udo Weisenburger vor die Tür. Ausgestanden ist die Geschichte allerdings noch lange nicht. Bader prozessiert vor dem Arbeitsgericht gegen die fristlose Kündigung – ein Urteil ist derzeit noch nicht absehbar, ein finaler Gerichtstermin nicht fixiert.

Somit schwebt dieses Verfahren wie ein Damoklesschwert über den sportlichen Belangen beim SCR. Wie reagiert Weisenburger, sollte er vor Gericht wirklich den Kürzeren ziehen? Das fragen sich nicht wenige im Umfeld des Vereins. Der neue starke Mann gab sich bisher gelassen, betont, sein Engagement habe mit dieser Personalie nichts zu tun. Der Geschäftsmann, der mit dem Bau von Kulissen für Themen- und Freizeitparks sein Geld verdient, fühlt sich im Recht.

All das belastet den SCR in einer Phase, in der er sportlich endlich auf dem richtigen Weg scheint. Zwar blieb der große Traum vom Playoff-Einzug auch in der vergangenen Saison wieder unerfüllt – der SCR war in den Pre-Playoffs am starken Aufsteiger aus Bayreuth gescheitert – dennoch ist unverkennbar, dass sich die Oberbayern sportlich weiterentwickeln. Nur vier echte Neuzugänge sind ein Indiz dafür, dass Qualität vorhanden ist und nur am Gesamtkonstrukt gefeilt werden muss.

Zugänge/Abgänge: Die beiden Königstransfers hat der SCR allerdings schon im vergangenen Herbst getätigt. Im schnelllebigen Geschäft Eishockey geschieht eben doch manchmal auch etwas frühzeitig, dafür langfristig: Lubor Dibelka lotsten die Riesserseer vom DEL-Club Wolfsburg zum dritten Mal ins Werdenfelser Land, Richie Mueller von den Löwen Frankfurt vervollständigt die Angriffspower. Beide sind zwar schon Mitt-30er, aber über jeden Zweifel erhaben. Vom EC Bad Nauheim eiste der SCR zudem Verteidiger Joel Johansson los. Der Schwede könnte der Defensivstratege sein, der lange Zeit gefehlt hat. Sonst hat sich bis auf die Rückkehr von Youngster Christoph Frankenberg nicht viel getan, der aus Regensburg kommt, aber aus der SCR-Talentschmiede stammt.

Trainer/Umfeld: Verantwortlich dafür sind nun Ex-Trainer Tim Regan, der nun als Sportlicher Leiter fungiert, also Bader in dieser Hinsicht ersetzt. Ums Finanzielle kümmert sich allein Weisenburger. Regan allerdings steht mittlerweile schon wieder an der Bande. Als Assistent von Toni Söderholm. Rollentausch also. Der Finne hatte ja zuletzt Regan bei seiner Arbeit unterstützt. In Regans Augen »die Ideallösung. Er war immer mein Wunschkandidat«. Logisch: Beide wissen, wie der andere tickt, beide stehen für modernes Eishockey.

Fazit/Prognose: Entscheidend wird für den SC Riessersee sein, dass er nicht wieder von einer Verletzungsmisere heimgesucht wird wie in der vergangenen Saison. Da stellte der der SCR das Team mit den meisten Ausfällen. Das war über die Dauer der Saison nicht zu kompensieren. Die Mannschaft verlor dadurch in der Endphase eine lange gesicherte Top-Sechs-Position in der DEL2. Der Kader ist wieder dünn. Ein Dauerproblem beim kleinen Verein mit der großen Historie. Ein Plus ist die Kooperation mit dem Deutschen Meister aus München, der immer wieder Talente schickt. Klappt dieser Austausch regelmäßig und bleiben die Schlüsselspieler gesund, dann ist der SCR ein Playoff-Kandidat. Christian Fellner

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