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Eishockey im Fußball-Stadion: Am 14. Dezember stehen sich Daniel Ketter (rechts) mit dem EC Bad Nauheim) und Adam Mitchell (links) mit den Löwen Frankfurt beim Winter-Derby im Stadion am Bieberer Berg in Offenbach gegenüber.

Eishockey

DEL 2: Attraktiv wie nie zuvor

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Die Deutsche Eishockey-Liga 2 war qualitativ nie besser, nie ausgeglichener besetzt als vor dem Start in die Saison 2019/20.

(mn). Nie zuvor war die Deutsche Eishockey-Liga 2 qualitativ besser besetzt. Nie zuvor war die Leistungsdichte so groß. Nie war die Liga attraktiver. Vorne bringen sich die Top-Favoriten ein Jahr vor der Wiedereinführung von Auf- und Abstieg mit der DEL in Position, am Ende des Klassements fällt es schwer, klare Playdown-Kandidaten zu benennen, und dazwischen dürften am Ende der Hauptrunde minimale Punktabstände über Playoff-Heimrecht (Platz vier) und eine Pre-Playoff-Auswärtshürde (Rang neun) entscheiden. Mehr als ein Dutzend zumeist lange etablierter DEL-Spieler hat es in diesem Sommer in die Zweitklassigkeit gezogen; unter anderem haben Marc El-Sayed und Manuel Strodel beim EC Bad Nauheim unterschrieben. Am 13. September startet die DEL 2 in ihre 22. Spielzeit. 15 verschiedene Titelträger wurden seit Wiedereinführung der eingleisigen zweiten Liga 1999 geehrt. Nie hat eine Mannschaft ihren Titel verteidigen können. Ein Novum: Die DEL2 veranstaltet gleich zwei Open-Air-Spiele; am 14. Dezember in Offenbach (Bad Nauheim - Frankfurt) und am 4. Januar in Dresden (Dresden - Lausitz).

Die Lage der Liga:Klar: Frankfurt, Titelverteidiger Ravensburg, Bietigheim - sie werden auch in diesem Jahr zuerst genannt, wenn es darum geht, die Meisterschaftsaspiraten aufzuzählen. Und dahinter wird’s auch schon spannend: Dresden und Kassel beispielsweise wollen nach jeweils enttäuschenden Hauptrunden ihren eigenen Ansprüchen gerecht werden und sich für die kommende Saison schon ins Gespräch bringen. Die Eis-löwen haben unter anderem zwei DEL-Verteidiger und einen Topscorer aus Dänemark verpflichtet. Bei den Huskies wiederum finden sich sage und schreibe gleich 13 Spieler, die nicht in Deutschland geboren wurden. Als Top-Sechs-Kandidat etabliert hat sich inzwischen Kaufbeuren. Dreimal in Serie hat Andreas Brockmann den ESVK ins Halbfinale geführt, und die Leistungsträger konnten allesamt gehalten werden. Einer Wundertüte, angesichts markiger Worte doch mitunter doch sehr skeptisch beäugt, gleichen die Tölzer Löwen. Im Isarwinkel - darauf lassen die Verpflichtungen schließen - scheint Geld aktuell keine Rolle zu spielen. Weißwasser und Bad Nauheim, zwei Top-Sechs-Mannschaften aus der Vorsaison, werden sich hier irgendwo einzureihen versuchen, auch Heilbronn sollte unter den Top-Ten zu finden sein. Landshut ist gewiss kein gewöhnlicher Aufsteiger, ebenso sind Bayreuth und Crimmitschau Klubs mit Platz-zehn-Potenzial. Übrig bleibt da noch der EHC Freiburg. Ex-Teufel Daniel Heinrizi lässt einen frischen Wind durch den Schwarzwald wehen; wohin dieser trägt, wird man sehen.

Die Kontingentstellen:Die Präferenzen blieben gleich. Die Trainer setzen in Schlüsselpositionen auf Spieler nordamerikanischer Herkunft. 36 Importstellen (eine weniger als im Vorjahr) sind an Profis aus Kanada (26) und den Vereinigten Staaten (10) vergeben. Die Zahl der Skandinavier hat sich leicht erhöht (zehn Finnen, zwei Schweden/Vorjahr: 9). Zwei Profis stammen aus Tschechien. Spieler aus der Slowakei, Litauen, Italien, Lettland und nun auch Großbritannien ergänzen den Nationen-Mix.

Ein alter und ein neuer Hotspot:Die DEL 2-Funktionäre haben bei der Neubesetzung der Kontingentstellen vorwiegend in Dänemark "gewildert." Gleich sechs Spieler sind aus dem nördlichen Nachbarland in die DEL 2 gewechselt. Als Markt quasi neu "entdeckt" wurde Großbritannien. Ein Quintett wurde von der Insel verpflichtet; auch begründet durch die Tatsache, dass neben Weißwasser nun auch Freiburg den Chefcoach aus der dortigen EIHL verpflichtet hat. Vier Spieler sind aus der multinationalen EBEL, aus Österreich, in die zweite deutsche Liga gewechselt. Ebenso ist ein Quintett DEL 2-intern gewechselt. Zudem zog es Spieler aus Frankreich (2), Finnland, Tschechien, der Schweiz, der Slowakei, der zweiten österreichischen Liga und der deutschen Oberliga in die DEL 2. Bemerkenswert: Direkt aus Nordamerika, dem Hotspot von einst, wechselten gerade einmal vier Spieler in die Liga.

Blickpunkt Offensive:Offensiv-Spektakel erwünscht. Obwohl immer wieder betont wird, wie schwer es doch sei, deutsche Verteidiger zu finden: Die Funktionäre setzen bei den Kontingentstellen auf Stürmer; auf Finesse, Torgefahr und vielleicht ein wenig Glamour. Mehr als 40 der 54 Kontingentstellen sind an Stürmer vergeben. Zwei Klubs haben noch Stellen offen. An Torhüter wurden zwei Ausländerlizenzen vergeben (Bietigheim, Weißwasser).

Rotation:Mehr als 160 Neuzugänge haben die 14 Klubs vorgestellt. Die meisten neuen Gesichter präsentierte dabei der EC Bad Nauheim; allerdings der neuen Kooperation mit Köln geschuldet. Massive Veränderungen prägen beispielsweise die Kader in Weißwasser, Kassel, Bietigheim und Bad Tölz. In Crimmitschau, Bayreuth, Kaufbeuren und selbst bei Neuling Landshut wird überwiegend auf das bewährte Personal gesetzt.

Neue Besen kehren gut:Drei Klubs (im Vorjahr acht) haben im Sommer den Trainer getauscht. Mit Peter Russell (Freiburg) und Tomek Valtonen (Ravensburg) betreten zwei Coaches völliges Neuland. Russell hatte sich als Nationaltrainer von Neuling Großbritannien durch den Klassenerhalt in der A-Gruppe einen Namen gemacht. Valtonen ist Chefcoach Polens und hatte in der dortigen Liga auch eine Klubmannschaft trainiert. Als spektakulär darf sicher das DEL-Comeback von Kevin Gaudet bezeichnet werden. Der Meistermacher von Bietigheim steht jetzt in Bad Tölz hinter der Bande.

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