Andreas Pauli feiert am Freitag sein Comeback. (Foto: Chuc)
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Andreas Pauli feiert am Freitag sein Comeback. (Foto: Chuc)

EC Bad Nauheim

Andreas Pauli feiert sein Comeback nach 77 Tagen

  • Michael Nickolaus
    vonMichael Nickolaus
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Die Leidenszeit von Andreas Pauli ist vorbei. Am Freitag gegen die Eispiraten Crimmitschau feiert der 24-jährige Stürmer des EC Bad Nauheim sein Comeback; nach elfwöchiger Pause.

77 Tage. Elf Wochen. Eine lange Zeit für einen Eishockey-Profi, der zuschauen muss. 22 Spiele - fast eine Hälfte der Hauptrunde - hat Andreas Pauli verpasst. Am Freitag (19.30 Uhr), im Heimspiel gegen Crimmitschau, feiert der 24-Jährige, der aufgrund von Bandscheibenproblemen gefehlt hatte, sein Comeback. Am Sonntag (17 Uhr) sind die Roten Teufel dann beim SC Riessersee zu Gast. "Ich habe unheimlich hart dafür gearbeitet, und ich freue mich einfach, dass ich wieder dabei sein kann."

Neben Pauli wird auch Noureddine Bettahar wieder im Kader stehen. Er hatte den Spiele-Marathon zwischen den Jahren verletzungsbedingt verpasst. Dusan Frosch (Schulter) wird am Wochenende pausieren. Und Leon Niederberger, Matchwinner am Sonntag gegen Kassel, wird am Wochenende - wie schon am Mittwoch - für DEL-Partner Düsseldorf auflaufen.

Das Pauli-Comeback

Die ersten beiden Wochen nach der Diagnose seien "sehr hart" gewesen, sagt Pauli im WZ-Gespräch. "Aber ich bin erst 24 Jahre alt. Da ist noch nichts verloren, auch wenn man mal drei Monate ausfällt. Ich will voll angreifen." Das Ziel der Mannschaft seien die Playoffs, "und die Jungs sind auf Kurs." Sein Comeback feiert er voraussichtlich in der vierten Reihe mit Bettahar sowie Nico Kolb als Center. "Ich will einfach nur wieder auf dem Eis stehen; egal, wie viel Eiszeit mir der Trainer gibt."

Hier gibt es das komplette WZ-Gespräch mit Andreas Pauli im Video:

Die Ausgangslage

Die Formulierungen gleichen sich Woche für Woche. "Wir sagen doch schon seit zehn Spielen: Jetzt ist’s besonders wichtig. Und das nächste Match noch mal viel wichtiger. Daran wird sich vermutlich bis zum letzten Spieltag nichts ändern", sagt Matthias Baldys, der Sportliche Leiter der Roten Teufel. Von einem möglichen Zweikampf mit Freiburg um Platz zehn (acht Zähler Vorsprung bei einem Spiel weniger) will er nichts wissen. "Als Sportler denkt man immer nur an das nächste Spiel."

Eispiraten Crimmitschau

Man kennt sich. Die Roten Teufel haben nach dem DEL2-Aufstieg gegen keine andere Mannschaft öfter gespielt. Insgesamt 32 Mal haben sich beide Klubs seit 2013 gegenübergestanden; zwei Playdown-Serien inklusive. Und im Colonel-Knight-Stadion sind die Eispiraten ein gerngesehener Gast. Zwölf der 15 Spiele in der Wetterau haben die Roten Teufel gewonnen; unter anderem die letzten sechs Duelle. Der letzte Sieg der Sachsen liegt fast auf den Tag genau zwei Jahre zurück. Am 10. Januar unterlag Bad Nauheim auf eigenem Eis mit 1:4.

Maximalausbeute gegen Eispiraten

Die Roten Teufel sind in dieser Saison in beiden Vergleichen mit Crimmitschau siegreich vom Eis gegangen. Die Maximalausbeute haben Hessen darüberhinaus lediglich gegen Bad Tölz eingefahren. Allerdings: Crimmitschau ist in diesem Jahr die Überraschungsmannschaft. Sieglos in der Vorbereitung und inzwischen in den Top Ten etabliert; mehr als nur eine Eintagsfliege. Sechs der letzten sieben Spiele haben die Eispiraten gewonnen; zuletzt beim Meister in Frankfurt (5:2) sowie gegen Dresden (2:1).  

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Jordan Knackstedt, einst als Kontingentspieler in Kaufbeuren, ist - inzwischen mit deutschem Pass - Topscorer der Mannschaft, und mit Robbie Czarnik haben die Rot-Weißen einen Knipser (23 Tore) in ihren Reihen. Kim Collins kann voraussichtlich Bestbesetzung aufbieten. Die EC-"Leihgabe" Maurice Keil (ohne Tor, drei Vorlagen in 28 Spielen), in Bad Nauheim mit Vertrag mit 2019 ausgestattet, dürfte nach krankheitsbedingter Pause wieder zur Verfügung stehen. Ein Fragezeichen steht hinter Alexander Karachun, dem Förderlizler aus Wolfsburg.

SC Riessersee

Deutsches Top-Trio beim SC Riessersee: Andreas Driendl und Richie Mueller sind unter den Top-Fünf-Scorern der DEL 2 zu finden. Als zwei von nur drei deutschen Spielern der unter den besten Zehn. Lubor Dibelka ergänzt die Topformation. Auch der gebürtige Tscheche (inzwischen mit deutschem Pass) hat - wie Driendl (422 Partien) und Mueller (248) - über mehrere Jahre hinweg in der DEL gespielt (163).  

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Eine solche, rein deutsche Topreihe gibt es in der Liga kein zweites Mal. Ein Luxus, der dahinter drei Kontingentspieler in der zweiten Formation erlaubt. Dass mit Andreas Eder (debütierte im November in der Nationalmannschaft), Maximilian Daubner und Jakob Mayenschein drei hochtalentierte Förderlizenzspieler vom Deutschen Meister München nahezu dauerhaft zur Verfügung stehen - ein Luxusproblem.

An Frankfurt vorbeigezogen

Dass der SC Riessersee seinen Platz in den Top Sechs finden würde, war zu pronostizieren. Am Sonntag, nach einem 6:3-Erfolg gegen Frankfurt, stehen die Garmisch-Partenkirchener aber erstmals auf Rang zwei. Zehn von elf Spielen hat die Mannschaft von Toni Söderholm gewonnen, nachdem sie in Bad Nauheim Anfang Dezember mit 0:3 unterlegen war.

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