EC Bad Nauheim

6-Punkte-Wochenende: EC Bad Nauheim schlägt Heilbronn 2:1

  • Erik Scharf
    vonErik Scharf
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Der EC Bad Nauheim hat bei den Heilbronner Falken ein starkes Auswärtsspiel mit 2:1 gewonnen. Die Entscheidung fiel in Unterzahl. Dazu überzeugte der einzige Wechsel in der Aufstellung.

Timo Herden brüllte seine ganze Freude heraus. Der Torwart des EC Bad Nauheim feierte nicht nur seinen ersten Sieg im Trikot der Roten Teufel, sondern auch einen verdienten, aber hart erkämpften 2:1-Erfolg bei den Heilbronner Falken und ein Sechs-Punkte-Wochenende. Das gab es zuletzt Anfang Dezember. "Wir haben diszipliniert gearbeitet, nichts besonderes gemacht, und waren geduldig", sagte EC-Coach Petri Kujala.

Er veränderte seine Mannschaft im Vergleich zum 4:1 gegen die Lausitzer Füchse am vergangenen Freitag nur auf einer Position. Herden startete im Tor an Stelle von Felix Bick, der nicht im Kader stand. Doch auch ohne Bick erwischten die Roten Teufel einen phänomenalen Start. Mit hoher Aggressivität im Zweikampf und geradlinigem Spiel nach vorne dominierte der EC die ersten Minuten. Andreas Pauli sorgte in der 4. Minute folgerichtig für die frühe Führung. Mit einer kleinen Körpertäuschung narrte er die Heilbronner Verteidigung, die mit dem Pass auf Noureddine Bettahar respektive Nico Kolb rechnete – nicht aber mit Paulis trockenem Schuss an Melichercik vorbei zum 1:0.

Unnötige Strafen beim EC

Kurz darauf hatten James Livingston, Mike McNamee und Dusan Frosch weitere Möglichkeiten, die Führung auszubauen. Erst nach zehn Minuten zählten die Statistiker den ersten Schuss der Falken, den Herden aber entschärfte. Abgesehen davon hielten die Kurstädter den Gegner weit vom eigenen Tor weg. Für die erste Druckphase brauchte Heilbronn einen Mann mehr auf dem Eis. Die Strafzeit von Leon Niederberger blieb aber ohne Folgen.

Nach der ersten Pause knüpfte der EC an das starke erste Drittel an. Nur waren die Falken diesmal gewarnt und ließen sich nicht erneut überrumpeln. So entwickelte sich ein munteres Spiel mit offenem Visier auf beiden Seiten. Die größte Möglichkeit hatte Dusan Frosch. Nach einem Stockbruch bei Heilbronns Brandon Alderson nahm Frosch die Scheibe im eigenen Drittel auf, sein unbedrängter Abschluss auf der anderen Seite war aber zu unplatziert (26.). Wenig später waren die Roten Teufel drauf und dran, im Powerplay das zweite Tor zu erzielen. Doch Radek Krestan musste nach einem übermotivierten Bandencheck im eigenen Drittel gegen Brad Ross auf die Strafbank (29.), ihm folgte kurz darauf Kapitän Daniel Ketter (31.).

+++ So lief der 4:1-Heimsieg  gegen Weißwasser +++

Herden im Mittelpunkt

Zwei völlig unnötige Strafen, aus einer Überzahl wurde für 18 Sekunden eine doppelte Unterzahl. Nun rückte Timo Herden in den Mittelpunkt. Er parierte die Schüsse von Alderson, Ross und Marcus Götz. Ein weiteres Powerplay für die Roten Teufel brachte ebenso nichts Zählbares. Mittlerweile häuften sich auch die Nickligkeiten. So holte Kolb hinter dem eigenen Tor erst eine Strafzeit für seine Mannschaft raus, das Halten von Justin Maylan ging ihm aber offenbar so sehr auf die Nerven, dass er sich per Ellenbogencheck befreite. Am Spielstand änderte all das aber nichts.

Die Führung galt es für die Roten Teufel in den letzten 20 Minuten zu verteidigen. Entsprechend ging das Kujala-Team nun weniger Risiko und lauerte auf die Fehler der Falken. Der Patzer unterlief aber dem EC. Mike McNamee ließ sich die Scheibe von Justin Kirsch abluchsen, der in der entblößten gefährlichen Zone nicht lange fackelte und die Scheibe zum 1:1 an Herden vorbei prügelte (48.).

Heilbronn zu egoistisch

Zu allem Überfluss musste Steve Slaton direkt danach auf die Strafbank und eröffnete Heilbronn die große Möglichkeit, das Spiel zu drehen. Und dann kam der große Auftritt von Radek Krestan. Er lief einmal die Bande ab und hatte nach seiner Runde um das Heilbronner Tor das Auge für den heranstürmenden Lange, der nur noch die Kelle hinhalten musste. Tor in Unterzahl. Ein Schlag in die Heilbronner Magengrube, die im restlichen Überzahlspiel aber um ein Haar antworteten.

Eric Meland, der nach seiner mehrwöchigen Stürmerrolle abermals ein starkes Spiel in der Abwehr ablieferte, klärte in höchster Not. Einerseits spielten die Roten Teufel in der Defensive aufmerksam und konzentriert, andererseits leisteten sie sich auch weiter unnötige Strafen. So hatte Heilbronn die große Chance, mit dem zusätzlichen Feldspieler in doppelter Überzahl agierend, sich noch in die Verlängerung zu retten.

Doch diesmal war Herden gegen Kirschs Schuss aus zentraler Position zur Stelle. "Timo hat einfach super gehalten", sagte Kujala. Als Kevin Lavalée 1:11 Minute vor Schluss wegen Stockschlags vom Eis musste, nahmen sich die Falken ihre letzte Chance selber. "Das ist egoistisch und darf nicht passieren", sagte Falken-Coach Gerhard Unterluggauer. Durch den Sieg tauscht Bad Nauheim in der Tabelle die Plätze mit Heilbronn und ist nun Neunter.

Statistik

Heilbronn: Melichercik – Mapes, Götz, Heywood, Kurz, Martens, Kronthaler – Lavallée, Schlenker, Heatly, Helms, Alderson, Ross, Kirsch, Palka, Maylan, Fink.

Bad Nauheim: Herden – Meland, Slaton, Mannes, Stiefenhofer, Erk, Ketter,, Mannes – Sylvester, Niederberger, Reimer, Livingston, McNamee, Krestan, Lange, Frosch, Meisinger, Pauli, Bettahar, Kolb.

Tore:

0:1 Pauli (4./Bettahar)

1:1 Kirsch (48./Kronthaler, Palka )

1:2 Lange (49./Krestan, Meland)

SR: Christian Oswald, Martin Holzer

Strafminuten: Heilbronn 12, Bad Nauheim 16

Zuschauer: 1255

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