Spektakulärer Brückenschlag wird vorbereitet

Frankfurt. Eine neue Brücke über den Main gab es in Hessens größter Stadt zuletzt 1990. Jetzt wird eine neue Autobrücke im Osthafen mit viel Aufwand über den Fluss geschlagen. Befahrbar ist sie aber erst in etwa einem Jahr.

Und Stammgäste dürften vor allem Banker werden. Der spektakuläre Brückenschlag am Neubau der Europäischen Zentralbank (EZB) im Frankfurter Osten wird mit Spannung erwartet. Schon mehrere Tage, bevor die 175 Meter lange Main-Brücke auf schwimmende Pontons gehievt und in ihre endgültige Position geschoben wird, laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren.

Fast drei Tage soll es dauern, bis das rund 2200 Tonnen schwere Bauwerk – samt 600 Tonnen schwerer Hilfsgerüste – den Süden der Stadt mit dem Osthafen verbindet. Um den Stahlkoloss zu bewegen, sind an beiden Enden sechs bis acht Schwerlastplattformwagen notwendig, wie die Projektleiterin beim Straßenamt, Susanne Kurzius, bei einem Rundgang berichtete.

Die Stadt rechnet während des Brückenschlags, der morgens am 20. August beginnen soll, mit Tausenden von Schaulustigen. Es werde aber nur zwei Stellen am Südufer geben, von denen Interessierte die Bewegungen der 24 Meter breiten und 21 Meter hohen Bogenbrücke verfolgen könnten. Die Baustelle am Nordufer müsse gesperrt werden. Während des Einschwimmens des neuen Bauwerks – das voraussichtlich »Osthafenbrücke« heißen wird – muss der Main für die Schifffahrt komplett gesperrt werden.

Befahrbar soll die dreispurige Brücke erst im Juli 2013 sein. Sie verbindet dann die südlichen Stadtteile Sachsenhausen und Oberrad mit dem Molenkopf im Osthafen. Über einen Kreisel geht es dann über die 90 Meter lange Honsellbrücke an der Osthafeneinfahrt und über eine Rampe in den Osten der Stadt und zum EZB-Neubau. Die alte denkmalgeschützte rund 100 Jahre alte Honsellbrücke wird derzeit umgebaut. Vier der sechs Bögen verschwinden, in den zwei restlichen sollen Kultur und ein Café Platz finden.

Etwa 1700 Fahrzeuge werden dann nach Berechnungen der Stadt täglich über die Brücke am neuen Osthafenpark rollen, viele davon Anlieger des Hafens, der in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag feiert. Zwei Spuren gehen nach Süden und eine nach Norden, außerdem gibt es auf beiden Seiten deutlich von der Fahrbahn abgetrennte Fuß- und Radwege.

»Schon in den ersten Ausbauplänen des Osthafens Anfang des 20. Jahrhunderts war eine Brücke über den Main geplant, die aber nie erreichtet wurde«, zitiert die Stadt ihren Planungsdezernenten Olaf Cunitz (Grüne). Unumstritten ist das rund 42 Millionen teure Vorhaben, das nach den Plänen seines Architekten Ferdinand Heide Schwarz gestrichen werden soll, aber nicht.

Manche kritisieren die »Osthafenbrücke« als unnötiges Prestigebauwerk für die Banker der EZB. Andere befürchten im Süden viel mehr Verkehr. Ira Schaible, dpa

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