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Sachsenhausen: Am Schweizer Platz sind Autofahrer oft desorientiert.

Verkehr

Wo Sachsenhausen für Fußgänger gefährlich ist

Brenzlige Stellen im Stadtteil für Fußgänger in Frankfurt - da braucht der Sachsenhäuser nicht lange zu überlegen. Wir haben einige Gefahrenstellen gesammelt.

Frankfurt - Nicht nur, dass Gehwege immer öfter zugestellt werden von Gegenständen wie E-Rollern, Werbeschildern und Fahrradständern, sodass ein Spaziergang etwa auf der Schweizer Straße zum Slalomlauf wird. Der Straßenraum ist vielmehr für Fußgänger gefährlich. Wer sich sicher bewegen will, muss die Augen offen halten. Die Mainkai-Sperrung, die mehr Verkehr in den Frankfurter Süden verdrängt, hat manches Problem verschärft. 

Sachsenhausen: Autofahrer wenden auf dem Überweg

Etwa am Schweizer Platz. Hier muss der Fußgänger aufpassen, dass er dem desorientierten Autofahrer nicht in die Quere kommt. Gerade die Fußgängerüberwege am Süd- und Nordende des Platzes werden oft überfahren. Denn hier sind derart viele Regeln, Schilder und die Straßenbahn zu beachten, dass Autofahrer dabei leicht den Überblick verlieren können.

Auf der Südseite kommen ortsfremde Autofahrer oft in die Bredouille, wenn sie aus dem Kreisel wieder auf die Schweizer Straße einbiegen. Denn hinter der Fußgängerampel auf der rechten Seite stehen geparkte Autos, so dass sie eine weitere Kurve nach links fahren müssen. Beim Versuch, schnell zu lenken, bleibt mancher hängen und steht dann mitten auf dem Fußgängerüberweg.

Andere, die den Innenkreisel verpasst haben, wenden sogar verbotswidrig mitten auf dem Überweg. Das alles ist allein an einem Vormittag zu beobachten. Ein Lied von dem Chaos, das am Schweizer Platz oft herrscht, kann die Verkäuferin am Gemüsestand singen, die den Platz gut im Blick hat: "Seit der Mainkai-Sperrung ist es noch schlimmer geworden auf diesem Kreisel. Hier passieren oft Unfälle", sagt sie.

Frankfurt-Sachsenhausen: In zwei Zügen über die Straße

Brenzlig kann es für Passanten, die sich nicht auskennen, auf der Westseite der Schweizer Straße am Überweg über die Gartenstraße werden. Wenn die Straßenbahn rechts in die Schweizer abbiegt, kommt sie wartenden Fußgängern gefährlich nah. So nah, dass sich mancher erschrickt und nach hinten springt oder von anderen an der Schulter zurückgezogen wird. Vom Einstieg in die Straßenbahn an der Haltestelle Schweizer-/Gartenstraße ganz zu schweigen. Hier muss der Fahrgast an wartenden Autos vorbeimanövrieren, um zur Straßenbahn zu gelangen. Das Aussteigen ist womöglich noch gefährlicher: Unachtsame Autofahrer rauschen bis vor zur Ampel, obwohl die Tram an der Haltestelle gerade die Türen geöffnet hat. Wer seinen Fuß hinunter auf die Straße setzt, muss aufpassen.

Einen weiteren Gefahrenpunkt hat der Ortsbeirat 5 weiter nördlich ausgemacht. Am Überweg über die Hans-Thoma-Straße müssen Fußgänger auf einer winzigen Mittelinsel warten, um in zwei Zügen über zwei Fußgängerampeln zu gehen. "Wenn dort viele Schulkinder gemeinsam über die Straße wollen, wird es auf der kleinen Insel voll. Hier muss dringend Abhilfe geschaffen werden", merkte die Grünen-Fraktionsmitglied Sophie Gneisenau im Ortsbeirat an. Die beiden Ampeln müssten gleichzeitig auf Grün umspringen, damit die Straße in einem Zug überquert werden kann, meint sie.

Frankfurt-Sachsenhausen: Nebenstraßen werden gefährlicher

Fußgänger haben es seit der Mainkai-Sperrung auch zunehmend schwer, unbehelligt durch kleine Nebenstraßen zu gelangen. Die ruhige Schifferstraße zum Beispiel wurde offenbar von vielen Autofahrern als Schleichweg entdeckt, um den Stau im Berufsverkehr morgens und abends zu umfahren. Auch dies merkten die Grünen im Ortsbeirat 5 vor kurzem an. Der Antrag, die Straße zum verkehrsberuhigten Bereich zu machen, wurde von nahezu allen Parteien mitgetragen.

Die Schifferstraße ist zwischen der Oppenheimer Straße und dem Schaumainkai eine der wichtigsten Fußwegeverbindungen von Sachsenhausen zum Eisernen Steg, heißt es im Antrag. Doch der Gehweg sei sehr schmal. Wegen des hohen Verkehrsaufkommens seien "die Fußgänger häufig gezwungen, vom Gehweg auf die Straße auszuweichen, um einander zu passieren. Die dicht vorbeifahrenden und manchmal zu schnellen Autos gefährden die dort gehenden Fußgänger."

Eine weitere Stelle, die es in sich hat, ist das Straßenbahndrehkreuz an der Haltestelle Stresemannallee/Gartenstraße. Hier kreuzen sich die Wege von vier Straßenbahnlinien: Die 16 biegt, vom Main kommend, in die Gartenstraße ein und umgekehrt. Die 17 fährt geradeaus durch die Kennedyallee weiter. Die 15 kommt von Niederrad und fährt weiter durch die Gartenstraße, und die 21 fährt vom Main zum Stadion.

Frankfurt-Sachsenhausen: Beim Umsteigen kann es brenzlig werden

Die 15 Richtung Sachsenhausen und die Bahnen Richtung Main teilen sich eine winzige Verkehrsinsel, auf der sich die Fahrgäste auf engstem Raum zusammendrängen. Schnell ist man unachtsam zur Seite getreten und hat den Fuß von der hohen Bordsteinkante ins Leere gesetzt. Brenzlig kann es auch beim Umsteigen werden. Wer schneller in Richtung Sachsenhausen kommen will, schielt mitunter auf die weiter nördlich liegende Abfahrtstelle der 16 und eilt noch schnell dorthin. Weil aber so viele Bahnen hier kreuz und quer fahren, kann man dabei eine übersehen.

Wer auf zwei Beinen unterwegs ist, hat oft das Nachsehen gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern. Das bekommt der Passant an der Gartenstraße - in Höhe Oppenheimer Landstraße - bei Regen zu spüren. Meterweit spritzt dann das Wasser aus der wohl größten Pfütze des Stadtteils, wenn diese vollgelaufen ist. Da hilft dann nur noch heimgehen und die Kleidung wechseln.

Wenn Sie eine weitere Gefahrenstelle für Fußgänger kennen, rufen Sie unter 75 01 44 08 an oder schicken Sie uns eine E-Mail an Sueden@fnp.de.

Von Stefanie Wehr

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