Demonstration Querdenken Frankfurt
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In Frankfurt erfährt die „Querdenken“-Bewegung Gegenwind von Gegendemonstranten. Die Polizei setzt die Maskenpflicht durch.

Gegen „gleichgeschaltete Medien“

„Querdenker“-Demo in Frankfurt: Eine Festnahme, Polizei setzt Maskenpflicht durch

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  • Sophia Lother
    Sophia Lother
  • Sebastian Richter
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    Isabel Wetzel

Die rund 400 Teilnehmende zählende Demonstration der „Querdenken“-Bewegung in Frankfurt ist beendet. Die Polizei meldet eine Festnahme.

  • Für Sonntag ist eine Demo der „Querdenker“ in Frankfurt geplant*.
  • Der Schauplatz der Demonstration in Frankfurt* wurde laut Ordnungsamt Frankfurt in den Rebstockpark verlegt.
  • Der geplante Demonstrationszug wurde abgesagt, es gelten strenge Hygieneauflagen. Alle News zur „Querdenker“-Demo in Frankfurt am Sonntag finden Sie hier im News-Ticker.

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+++ 19.59 Uhr: Mit rund 400 Teilnehmern bleibt die Demonstration der „Querdenken“-Bewegung in Frankfurter spärlicher besucht, als erwartet. Zu handgreiflichen Auseinandersetzungen kommt es nur vereinzelt. Die Frankfurter Polizei vermeldet auf Twitter eine einzelne Festnahme. Ein Mann soll sich geweigert haben, eine Maske zu tragen und wurde festgenommen, nachdem er aggressiv geworden sein soll.

„Querdenker“-Demo in Frankfurt: Kundgebung im Rebstockpark, 400 Teilnehmer vor Ort

+++ 16.26 Uhr: Die Polizei hat die Zahl der Teilnehmer inzwischen auf rund 400 aktualisiert. Auseinandersetzungen habe es bisher keine gegeben, die Veranstaltung verlaufe zum derzeitigen Stand weitgehend ruhig. Die vor Ort eingesetzten Polizeikräfte weisen die Teilnehmer der „Querdenken“-Demonstration wiederholt auf die Maskenpflicht hin. Einige der Teilnehmer wurden bereits abgeführt, da sie sich weigerten, einen Mund-Nasen-Schutz aufzusetzen.

+++ 15.09 Uhr: Mittlerweile sollen bei der Versammlung der „Querdenken“-Bewegung im Rebstockpark in Frankfurt weitere Teilnehmer dazugekommen sein. Ein Reporter spricht von etwa 200 bis 300 Personen. Die Polizei fordere zum Maskentragen auf. Wie die Polizei jetzt außerdem auf Twitter mitteilt, wurde die Versammlung auf dem Rebstockgelände inzwischen doch wieder angemeldet. „Wir haben die durch die Stadt ursprünglich erlassenen Auflagen erneut verfügt und an die dortigen Teilnehmer kommuniziert“, twittert die Polizei Frankfurt.

+++ 14.42 Uhr: Wie es scheint, haben sich einige Mitglieder der „Querdenken“-Bewegung in Frankfurt mittlerweile eine Alternative überlegt. Wie die „Initiative Aufklärung statt Verschwörungsideologien (ASVI)“ berichtet, seien einzelne Gruppen mittlerweile in Richtung Rebstockpark unterwegs. „Dort liegt unterdessen eine neue Anmeldung vor, etwa 60 Personen sind auch schon da“, so die Initiative auf Twitter. Dem widerspricht nach Angaben eines Journalisten auf Twitter die Polizei. „Nach Auskunft der Polizei gibt es keine zweite Anmeldung für die Demo, die Leute versammeln sich so am Rebstock, ohne Anmeldung“, twittert er.

Demo der „Querdenken“-Bewegung in Frankfurt: Ausweichplan schlägt offenbar fehl

+++ 14.10 Uhr: Nach Absage der Versammlung im Rebstockpark sollen einige „Querdenker“ in Frankfurt jetzt auf der Suche nach Alternativen sein. Mehreren Berichten von Nutzern auf Twitter zufolge, planten einige Teilnehmer, sich einem Schweigemarsch für Julian Assange an der Weseler Werft anzuschließen. Wie die Initiative „Aufklärung statt Verschwörungsideologien (ASVI)“ jedoch twittert, wird dieser Plan sehr wahrscheinlich nicht aufgehen: „Der Schweigemarsch wurde von den Veranstalter*innen abgesagt, da sie nicht mit ‚Querdenken‘ zu tun haben wollen. Ursprünglich war geplant, über Schöne Aussicht, Schaumainkai, Untermainbrücke und Roßmarkt zur Hauptwache zu laufen.“

Die Polizei Frankfurt erklärt auf Twitter indes, dass sie auch im Bereich der Weseler Werft die Einhaltung der Hygienebestimmungen kontrolliert.

„Querdenker“-Demo in Frankfurt: Versammlung im Rebstockpark abgesagt

+++ 13.35 Uhr: Wie die Polizei Frankfurt soeben auf Twitter verkündete, hat die Anmelderin der Versammlung im Rebstockpark ihre Anmeldung zurückgezogen. Die Kundgebung unter dem Motto „Wieviel kann man Euch noch glauben? - Medienkritik und Kulturerhalt“, wird dort nach Angaben der Polizei nicht stattfinden.

+++ 13.20 Uhr: Berichten zu Folge versuchten einige Mitglieder der „Querdenken“-Bewegung trotz Verlegung die Demo zum Hessischen Rundfunk zu mobilisieren. Wie es scheint, bleibt es nicht bei bloßen Aufrufen. Wie die Polizei Frankfurt auf Twitter mitteilt, kommen einige trotz Verbot zur Bertramswiese nahe des HR. „An der Betramswiese treffen vereinzelt Versammlungsteilnehmer ein, die durch unsere Kräfte nach der aktuell gültigen Auflagenverfügung zur Versammlungsörtlichkeit am Rebstockpark verwiesen werden.“ Die Polizei werde Ansammlungen an diesem Ort konsequent unterbinden, heißt es weiter.

„Querdenker“-Demo in Frankfurt: Organisatoren mobilisieren Versammlung am verbotenen Treffpunkt

+++ 11.21 Uhr: Wie ein Reporter berichtet, geht die Polizei weiterhin davon aus, dass die Demonstration am Rebstockpark stattfindet. Allerdings teilen verschiedene Stellen vor Ort mit, dass die Organisatoren aus „Querdenker“-Reihen zum HR mobilisieren. Ursprünglich war die Demonstration auch für dort angekündigt, aus Platzgründen dann an den Rebstockpark verlegt worden.

Auf Twitter betont die Polizei noch einmal, dass nach der aktuell bekannten Auflagenverfügung die Versammlung „ausschließlich am Rebstockpark“ stattfinden darf. Die Polizei sei „auf alle Eventualitäten vorbereitet“ und werde „auf die Einhaltung der umfangreichen Auflagenverfügung“ achten.

„Querdenken“-Demo in Frankfurt: Mehrere Gegendemonstrationen geplant

Update vom Sonntag, 11.04.2021, 09.50 Uhr: Um 14 Uhr soll die Demonstration der „Querdenker“ in Frankfurt starten. Etwa 1.000 Teilnehmer werden erwartet, womöglich reisen Personen aus ganz Deutschland an. Der Protest soll sich hauptsächlich auf die angebliche „Gleichschaltung“ der Medien konzentrieren. Damit Abstandsregeln eingehalten werden können, wurde die Demonstration von der Bertramswiese – in unmittelbarer Nähe zum Hauptgebäude des HR – in den Rebstockpark verlegt.

Daneben sind aber auch einige Gegendemonstrationen angekündigt worden. Vor dem Gebäude des hessischen Rundfunks will der hessische Landesverband des Deutschen Journalistenverbandes (DJV) eine Kundgebung abhalten. Zudem hat die „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes Bda e.V.“ via Twitter aufgerufen, um 13:30 Uhr „die Pressefreiheit gegen die Angriffe von Querdenkern“ an der Ecke Bertramstraße/Adickesallee zu verteidigen. Auch „nofragida“ hat für 14 Uhr eine Gegendemonstration vor dem HR-Gebäude geplant.

Der Ton ist längst gesetzt: Eine Teilnehmerin der „Querdenken“-Demo in Frankfurt im November 2020.

Autokorso bei „Querdenken“-Demo in Frankfurt geplant

+++ 18.00 Uhr: Am Sonntag (11.04.2021) will die „Querdenken“-Bewegung in Frankfurt nicht nur zu Fuß Präsenz zeigen. Wie die Initiative Aufklärung statt Verschwörungsideologien auf Twitter mitteilt, sei auch ein Autokorso geplant. Von der Sandelmühle aus werde dieser ab 13 Uhr „wohl durch die nordwestlichen Bezirke Frankfurts“ fahren.

Bereits am Samstag findet in Frankfurt eine kleine Kundgebung von Anhängern der Szene* statt. 20 Personen seien dafür an der Weseler Werft versammelt, berichtet die Initiative Aufklärung statt Verschwörungsideologien via Twitter.

„Querdenker“-Demo in Frankfurt: Scharfe Kritik – Auflagen verhängt

Update von Samstag, 10.04.2021, 15.45 Uhr: Die für Sonntag (11.04.2021) geplante Demonstration der „Querdenken“-Bewegung in Frankfurt wurde von den Behörden in den Rebstockpark verlegt und unter strenge Hygieneauflagen gestellt. Die Stadt Frankfurt hatte die Auflagen für die Corona-Demonstration unter dem Motto „Wie viel kann man Euch noch glauben? – Medienkritik und Kulturerhalt“ am Freitag bekannt gegeben. Ursprünglich sollte die Kundgebung vor dem Funkhaus des „Hessischen Rundfunks“ (HR) stattfinden.

Bei einer Demonstration hält ein Teilnehmer ein Plakat mit der Aufschrift „Nachdenken statt Querdenken“ - auch bei der „Querdenken“-Demo am Sonntag in Frankfurt wird Gegenprotest erwartet. (Archivbild)

Im Aufruf der „Querdenker“ heißt es, die Medien in Deutschland seien „gleichgeschaltet“ und würden „politisch gesteuert“. Das sorgte bereits im Vorfeld für heftige Kritik. Schließlich sei eine Gleichschaltung der Presse ein Kennzeichen von Diktaturen wie des NS-Terrorregimes bis zum Jahr 1945, erklärte Manfred Moos von „ver.di Hessen“. Und: „Davon sind wir zum Glück weit entfernt.“

„Querdenken“-Demonstration am Sonntag in Frankfurt: Gegenprotest erwartet

So ruft der hessische Landesverband des Deutschen Journalistenverbandes (DJV) am Sonntag ab 13 Uhr zu einer Gegendemonstration in Frankfurt auf – allerdings vor dem „HR“-Gebäude, falls dort doch Protestierende auftauchen. „Mit wilden Behauptungen und ohne irgendwelche Fakten werden da Parolen in die Gegend gegrölt, die jeglicher Grundlage entbehren. Diese Querdenker sind keine Denker, sondern ‚Querköpfe‘, die völlig außer Acht lassen, welch hohes Gut öffentlich-rechtliche Medien und eine freie Presselandschaft in Deutschland darstellen“, erklärt dazu Knud Zilian, der 1. Vorsitzende DJV-Hessen.

Außerdem kündigen nach Informationen der „Frankfurter Rundschau“ (FR) auch die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten und das Netzwerk NoFragida Protest gegen die „Querdenken“-Kundgebung an. Ein Sprecher der Frankfurter Polizei erklärte der „FR“ derweil, man bereite sich intensiv auf die Begleitung der „Querdenken“-Kundgebung* vor und sei zuversichtlich, dass sich die öffentlich breit kritisierten Szenen etwa aus Kassel oder Stuttgart am Sonntag in Frankfurt nicht wiederholen würden.

Frankfurt: „Querdenker“ müssen im Rebstockpark protestieren

Update vom Freitag, 09.04.2021, 16.00 Uhr: Laut dem Ordnungsamt Frankfurt wird der Schauplatz der für Sonntag (11.04.2021) geplanten Corona-Demo der „Querdenker“ vom Hauptgebäude des „Hessischen Rundfunks“ auf das Rebstockgelände verlegt. Der ursprüngliche geplante Demonstrationszug wird laut Mitteilung der Stadt Frankfurt abgesagt.

Für die Demonstration am Sonntag sei vonseiten des Ordnungsamts zudem eine umfassende Pflicht zum Tragen von Mund-Nasen-Schutz sowie eine Abstandsregelung erlassen worden. Diese beziehe sich nicht nur auf den Abstand der „Querdenker“ zu unbeteiligten Personen, sondern auch auf die Distanz zwischen den Demonstrierenden untereinander. Die Stadt Frankfurt rechne mit mehr als 1000 Teilnehmenden. Daher würde die Corona-Demonstration streng durch die Frankfurter Polizei kontrolliert – Verstöße gegen die Auflagen sollen laut offiziellen Angaben streng bestraft werden.

„Querdenker“-Demo in Frankfurt: Gegen „gleichgeschaltete Medien“ – Verlegung geplant?

Erstmeldung vom Freitag, 09.04.2021, 12.15 Uhr: Frankfurt - Zuletzt hießen die Schauplätze der „Querdenker“ Stuttgart und Kassel. Nun plant die Bewegung für Sonntag (11.04.2021) eine Demonstration in Frankfurt. Ziel der Protestaktion ist offenbar das Hauptgebäude des „Hessischen Rundfunks“. Dort wollen die Corona-Kritiker protestieren. Im Vorfeld hieß es, der „HR“ sei Teil der „gleichgeschalteten Medien“.

Unter anderem ruft die Frankfurter Gruppe „Querdenken 69“ in sozialen Netzwerken zur Demo auf.

Am Sonntag soll auch in Frankfurt eine „Querdenker“-Demo stattfinden. (Archivfoto)

„Querdenker“ in Frankfurt: Wird die Demo verlegt?

Allerdings droht den „Querdenkern“ schon jetzt ein Rückschlag. Denn wie ein Sprecher des Ordnungsamtes Frankfurt der „Frankfurter Rundschau“* bestätigte, könnte die Demonstration auf das Rebstockgelände verlegt werden. Diese Option sei mit den Organisatoren erörtert worden, weil am Rebstock mehr Platz sei und dort die coronabedingten Abstände besser eingehalten werden können, wie der Sprecher betonte.

Schon im Vorfeld erntet die geplante Demo in Frankfurt Kritik. So bezeichnete die „Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union“ als Teil der Gewerkschaft „ver.di“ die Demonstration als „völlig geschichtsvergessen“. Schließlich sei eine Gleichschaltung der Presse ein Kennzeichen von Diktaturen wie des NS-Terrorregimes bis zum Jahr 1945, erklärte Manfred Moos von „ver.di Hessen“. Und: „Davon sind wir zum Glück weit entfernt.“

Vor „Querdenker“-Demo in Frankfurt: Verdi spricht von „Gefährdung des Vertrauens“

Daher sei der öffentlich-rechtliche Rundfunk keineswegs Regierungsfunk, sondern „Sache der Allgemeinheit“. So würden auch die Journalisten des „HR“ ihre Arbeit „selbstbewusst nach professionellen Standards“ machen. Demnach sei die Unterstellung einer systematischen Gleichschaltung der Medien und politischen Steuerung und Zensur nicht nur falsch, sondern gefährde das Vertrauen in alle Medien, betonte Moos.

Moos erklärte zudem: „Wir stehen hinter unseren Kolleginnen und Kollegen und hoffen, dass es nicht wie bei ähnlichen Veranstaltungen in Kassel und Stuttgart zu tätlichen Angriffen auf Medienvertreter durch „Querdenker“ kommt.“ Jeder Angriff auf die Pressefreiheit sei „einer zu viel“. (nc/dpa) *fnp.de und fr.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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