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Hooligan-Schlägerei am Frankfurter Hauptbahnhof: Polen waren auf Durchreise

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Von: Sebastian Richter

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In der Nacht prügeln sich am Hauptbahnhof Frankfurt gewaltbereite Fußballfans. Die Polizei trennt die Gruppen mit Schlagstöcken, zwei Beamte werden verletzt.  

Update vom Donnerstag, 25. August, 13.45 Uhr: Die Polizei hat sich am Mittwochnachmittag (25. August) zu den Vorfällen im Bahnhofsviertel in der Nacht geäußert. Die Fans aus Polen waren auf der Durchreise nach Luxemburg, wo Lech Posen am Mittwochabend in der Qualifikation zur Europa League gegen Düdelingen antrat. Die gewaltbereiten Fans nutzten wohl die Gelegenheit, um sich mit der Hooligan-Szene der Eintracht zu einer Schlägerei zu verabreden, wie die Polizei aufgrund der Umstände vermutet. Einsatzkräfte mussten Schlagstöcke und Pfefferspray einsetzen, um die beiden Gruppen zu trennen. Teilweise waren die Fußballhooligans mit Handschuhen, Sturmhauben und Zahnschutz bekleidet.

Wie viele Menschen insgesamt bei der Auseinandersetzung verletzt wurden, ist nicht bekannt. Die Polizei leitete unter anderem Strafverfahren wegen des Verdachts der Beteiligung an einer Schlägerei und schweren Landfriedensbruchs ein.

Der andere Vorfall am Hauptbahnhof Frankfurt ein paar Stunden früher steht dabei nicht im Zusammenhang mit der verabredeten Schlägerei (siehe Erstmeldung). Wie die Polizei Frankfurt am Mittag bekannt gab, war gegen 19.45 Uhr ein 15-Jähriger auf die Gleise des Fernbahnhofs gelaufen. Die Polizei suchte den Jugendlichen, wegen der eingeschränkten Sicht durch stehende Züge nutzte sie dafür auch einen Hubschrauber. Der 15-Jährige wurde in der Weilburger Straße direkt an den Gleisen aufgefunden und anschließend in die Psychiatrie eines Krankenhauses gebracht.

Dutzende Hooligans geraten am Hauptbahnhof Frankfurt aneinander: Zwei Polizisten verletzt

Update vom Donnerstag, 25. August, 9.11 Uhr: Die Polizei hat weitere Details zu den Vorfällen im Bahnhofsviertel Frankfurt mitgeteilt. Demnach hatten sich die Fußballfans aus Polen mit Anhängern von Eintracht Frankfurt verabredet. 150 Fans von Lech Posen trafen gegen 22.30 Uhr auf etwa 100 Frankfurt Fans, wie die Polizei berichtet. Auch von „passiver Bewaffnung“ ist die Rede. Damit sei unter anderem Mundschutz gemeint.

Bei den Ausschreitungen seien zwei Polizisten verletzt worden, außerdem nahmen die Einsatzkräfte zwei Anhänger der Eintracht-Hooliganszene fest. Den Fans aus Polen wurde ein Platzverweis vom Bahnhofsviertel Frankfurt erteilt.

Vorfälle im Frankfurter Bahnhofsviertel: Bahnverkehr beeinträchtigt

Erstmeldung vom Donnerstag, 25. August, 7.11 Uhr: Frankfurt – Mutmaßliche Ausschreitungen am Hauptbahnhof Frankfurt haben in der Nacht auf Donnerstag (25. August) zu einem Großeinsatz der Polizei geführt. Nach Informationen der Medienagentur 5vision.media seien Anhänger des polnischen Fußballclubs Lech Posen mit hunderten Anhängern durch das Bahnhofsviertel marschiert. Die Polizei hat das bisher nicht bestätigt.

Hunderte Personen sind durch das Bahnhofsviertel marschiert.
Hunderte Personen sind durch das Bahnhofsviertel Frankfurt marschiert. © 5vision.media

Ein Großaufgebot der Polizei sicherte Straßen rund um den Hauptbahnhof Frankfurt. Die Beamten begleiteten die Personen durch die Stadt. Etwa um Mitternacht war der Einsatz beendet.

Hauptbahnhof Frankfurt: Verspätungen, Umleitungen und Teilausfälle

Schon am Abend war es zu einem Polizeieinsatz am Hauptbahnhof gekommen, der auch den Zugverkehr beeinträchtigte. Ein Mensch war über die Gleise gelaufen, der Bahnhof bis etwa 21 Uhr gesperrt. Es kam zu Verspätungen, Umleitungen und Teilausfällen.

Die Polizei mit einem Großaufgebot am Hauptbahnhof Frankfurt.
Die Polizei mit einem Großaufgebot am Hauptbahnhof Frankfurt. © Christoph Walther/5vision.media

Laut der Hessenschau sei der Mann, der die Gleise betreten hatte, zuvor an einem Vorfall am Hauptbahnhof beteiligt gewesen. Der Mann wurde demnach im Laufe des Abends festgenommen. Details nannte die Polizei zunächst nicht. Ob der Vorfall mit den Fußballfans zusammenhängt, ist unklar. (spr)

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