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Tödliche Schüsse in Offenbach: Auftragsmord wahrscheinlich - Ein Verdächtiger wieder frei

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Von: Sebastian Richter, Christian Reinartz

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In Offenbach fallen am 11. September in einer Bar Schüsse. Nach vier Festnahmen werden nun weitere Details bekannt.

Update vom Freitag, 30. September, 11.07 Uhr: Nach den tödlichen Schüssen in einer Offenbacher Bar sind der Hauptverdächtige und zwei der mutmaßlichen Mittäter in Untersuchungshaft genommen worden. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Freitag (30. September) gegenüber der dpa sagte, kam der vierte am Donnerstag festgenommene Beschuldigte wieder auf freien Fuß. Der 33 Jahre alte mutmaßliche Haupttäter und die drei 20, 28 und 33 Jahre alten Männer sollen Mitte September einen 48-Jährigen getötet und einen 45-Jährigen schwer verletzt haben. Die Hintergründe der Bluttat sind weiter ungeklärt. Auch welcher der Männer freigelassen wurde und ob gegen ihn weiter ermittelt wird, war zunächst nicht bekannt.

Tödliche Schüsse in Offenbach: Tatverdächtiger ist wahrscheinlich Auftragsmörder

Update vom Freitag, 30. September, 9.11 Uhr: Der Täter und seine Helfer im Black-Diamond-Mordfall sind allem Anschein nach gefasst. Die Polizei bestätigte am Donnerstag (29. September) die Festnahme eines 33-jährigen Hauptverdächtigen und drei weiterer Männer im Alter von 20, 28 und 33 Jahren. Sie kommen laut Ermittlern als Mittäter in Betracht. Zudem seien mehrere Wohnungen in Offenbach, Frankfurt und Südhessen durchsucht worden.

Bei einer Schießerei am Sonntagabend, 11. September, waren in der Offenbacher Bar „Black Diamond“ an der Hebestraße / Ecke Friedhofstraße der 48-jährige Aleksandar D. getötet und ein 45-jähriger Mann schwer verletzt worden. Im Polizeipräsidium Südosthessen gründete man daraufhin eigens die Soko „Smaragd“.

Zwar war man schon kurz nach der Tat von einer geplanten Hinrichtung ausgegangen, tappte aber lange im Dunkeln, weil der überlebende Zeuge bis heute nicht befragt werden konnte, auch, wenn er mittlerweile stabil ist.

Schüsse im Black Diamond: Polizei Offenbach wertet Videomaterial aus - Übler Streit in der Bar

Aus Ermittlerkreisen heißt es, dass für den schnellen Ermittlungserfolg wohl auch Filmmaterial aus der barinternen Videoüberwachung verantwortlich war. Dirk Schillhahn, Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft in Darmstadt, bestätigt: „Solches Videomaterial liegt vor.“

Offenbach
Polizisten sichern Spuren an einer Bar in Offenbach am Main. © Boris Roessler/dpa

Während die Polizei offiziell nur von „vorangegangenen Streitigkeiten zwischen einer Personengruppe und dem Getöteten“ spricht, waren die Abläufe an diesem Abend offenbar wesentlich komplexer. Am frühen Sonntagmorgen soll es in der Bar gegen zwei Uhr zu einem üblen Streit gekommen sein. Eine Gruppe wahrscheinlich betrunkener Männer, so die Schilderung eines Zeugen, habe dort pausenlos provoziert, Flaschen zerbrochen und herumgepöbelt. Als Mitarbeiter der Bar die Männer aufforderten, das „Black-Diamond“ zu verlassen, hätten sie angefangen, Gläser und Flaschen zu werfen. Diese Szenen sind laut den Ermittlern auch auf dem Videomaterial der Kameraüberwachung festgehalten. Die Bilder zeigten auch, dass die Türsteher mehrfach versucht hätten, die Randalierer zu beruhigen, bevor diese dann aufgebracht die Bar verließen.

Mit der Schilderung des Zeugen der Vorgänge in der Black-Diamond-Bar konfrontiert, bestätigt Staatsanwalt Dirk Schillhahn, dass es am frühen Morgen desselben Tages tatsächlich Stress mit einer Gruppe Besucher gegeben habe.

Schüsse in Offenbach: Schwerverletzter lange nicht vernehmungsfähig - Auftragsmord wahrscheinlich

Aus Polizeikreisen heißt es, dass die Rausschmeißer dann am Abend desselben Tages wieder zu Gast in der Bar gewesen seien. Nur 18 Minuten vor dem Mordanschlag seien sie laut Zeugenaussagen in der Bar aufgetaucht. Kurze Zeit später habe dann der Schütze, ein Mann mit dunkler Kappe, in Jeans und schwarzem Pullover, die Bar betreten. Er habe sich kurz umgesehen und dann das Feuer gezielt auf die Gruppe eröffnet.

Ob es sich bei dem Täter um einen der Männer gehandelt hat, die am Vorabend in den Streit verwickelt waren, scheint noch nicht abschließend geklärt zu sein. Staatsanwalt Dirk Schillhahn will das zumindest nicht bestätigen. Das werde weiterhin untersucht.

Unterdessen ist wiederum aus Polizeikreisen zu erfahren, dass die Ermittler davon ausgehen, dass es sich bei dem festgenommennen Mann aller Wahrscheinlichkeit nach um einen Auftragsmörder handelt. Das sei auch einer der Gründe, warum die Sonderkommission trotz der Videoaufnahmen aus der Bar 18 Tage gebraucht habe, um den möglichen Täter und seine mutmaßlichen Helfer zu verhaften.

Der Staatsanwalt sagt dazu nur so viel: „In welchem Verhältnis die Beteiligten genau zueinander stehen, ist noch Gegenstand der Ermittlungen.“

Tödliche Schüsse in Offenbacher Bar: Polizei nimmt vier Tatverdächtige fest

Erstmeldung vom Donnerstag, 29. September, 13.35 Uhr: Nach den tödlichen Schüssen in einer Bar in Offenbach am 11. September hat die Polizei am Donnerstagmorgen (29. September) vier Tatverdächtige festgenommen. Bei den Festgenommenen handelt es sich um einen 33-Jährigen, den die Polizei als Hauptverdächtigen bezeichnet, und drei weitere Männer im Alter von 20, 28 und 33 Jahren.

Polizisten stehen vor der Bar „Black Diamond“ in Offenbach, nachdem dort Schüsse einen Mann tödlich verletzt hatten.
Polizisten stehen vor der Bar „Black Diamond“ in Offenbach, nachdem dort Schüsse einen Mann tödlich verletzt hatten. © Christoph Walther/5Vision.media

Durch die Schüsse in der Black-Diamond-Bar in Offenbach war ein 48-Jähriger getötet und ein 45-Jähriger schwer verletzt worden. Hintergrund der Tat seien nach bisherigem Ermittlungsstand Streitigkeiten zwischen dem tödlich verwundeten Opfer und einer Personengruppe gewesen, wie die Polizei mitteilt.

Tödliche Schüsse in Offenbach: Rolle des Schwerverletzten noch ungeklärt

„Welche Rolle der Schwerverletzte in dem Konflikt spielt, ist derzeit noch Gegenstand der Ermittlungen“, heißt es weiter. Der gesundheitliche Zustand des Schwerverletzten sei aktuell stabil, der Mann konnte aber bisher nicht befragt werden. Im Zuge der Festnahmen wurden mehrere Wohnungen in Offenbach, Frankfurt und Südhessen durchsucht. (spr)

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