Muslimische Gemeinde: Imam hat Grenzen überschritten

Frankfurt (lhe). Der frühere Imam der Fatima Zehra Moschee hat nach Überzeugung der Mehrheit der Gemeinde mit einer anti-israelische Predigt eine »empfindliche Grenze« überschritten. Dies sagte der Generalsekretär der Hazrat Fatima Zehra-Gemeinde, Ünal Kaymakci, am Dienstag.

Die umstrittene Predigt vom September 2009 sei ihm selber erst am vergangenen Mittwoch bekanntgeworden, sagte Kaymakci. Daraufhin habe er Imam Sabahattin Türkyilmaz »unmissverständlich« mitgeteilt, dass er den Inhalt der Predigt nicht vertreten könne. Nach einer Krisensitzung des Vorstands der Gemeinde habe der Imam seinen Rücktritt angeboten, der angenommen wurde.

Integrationsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg teilte mit, die Erklärung der Gemeinde sei ein »erster Schritt in die richtige Richtung«. Trotzdem werde der Vertrauensverlust lange nachwirken. Türkyilmaz war unter anderem seine Teilnahme an einer Al-Ouds-Demonstration in Berlin vorgeworfen worden, die der Rat der Religionen als antisemitisch einstuft. Auch die Freitagspredigten des aus der Türkei stammenden schiitischen Geistlichen enthielten anti-israelische Passagen. Auf dem Internet-Blog der Gemeinde hatte er am Sonntagabend in einer umfassenden Erklärung seinen Rücktritt verkündet. Er wolle mit diesem Schritt Schaden von der Gemeinde abwenden. Türkyilmaz sprach von einer »hasserfüllten Schmutzkampagne« gegen seine Person und die Gemeinde.

Kaymakci betonte, das Vertrauensverhältnis zwischen der Gemeinde und Imam Türlyilmaz habe wegen dessen anti-semitischen Äußerungen in der Freitagspredigt »schweren Schaden erlitten«. Die Öffentlichkeit habe Türkyilmaz vor allem als Teilnehmer der Al-Qds-Demonstration kennengelernt, während die Gemeinde zu ihm eine menschliche Verbundenheit aufgebaut habe. Die Gemeinde lehne jede Form von Antisemitismus entschieden ab. Gleichzeitig dürfe aber nicht jede Kritik an Israel mit Antisemitismus gleichgesetzt werden. Kaymakci sagte, er glaube nicht, dass Türkyilmaz ein Antisemit sei. Dieser habe aber die Grenze der Israel-Feindlichkeit überschritten. Die Gemeinde habe nicht gewusst, an welchen Demonstrationen der Imam teilgenommen hatte, bevor er um die Jahreswende 2008/2009 nach Frankfurt kam: »Wenn wir einen Imam suchen, fragen wir nicht als erstes: »Auf welcher Demo warst Du««, sagte der Generalsekretär der muslimischen Gemeinde.

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