Mit dem Motto »Joggupy« Zeichen setzen

Frankfurt (lhe). Unter dem Motto »Joggupy« protestiert die Evangelische Kirche beim JP Morgan Corporate Challenge-Lauf in der Mainmetropole gegen riskante Finanzgeschäfte der Banken.

Die rund 150 Läufer tragen bei dem Lauf am Donnerstag lila T-Shirts mit der Aufschrift »Joggupy. Wir laufen gegen Zockerei«. Das kündigten der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Volker Jung, und der Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werks in Hessen und Nassau, Wolfgang Gern, am Dienstag an. Sie enthüllten zudem an der Matthäuskirche zwei riesige lila Banner mit derselben weißen Aufschrift. Die Kirche liegt an der insgesamt 5,6 Kilometer langen Laufstrecke durch die Innenstadt.

»Joggupy ist ein Wortspiel aus Jogging und Occupy«, erläuterte Jung. »Wir gehören als Kirche der »Occupy«-Bewegung nicht an, aber wir halten viele ihrer Fragen für berechtigt.« Als Beispiele nannte er Gerechtigkeit, die Sorge um die zunehmend soziale Schieflage sowie das Auseinanderdriften von Arm und Reich.

Nachdem bekanntwurde, dass die größte US-Bank umgerechnet rund 1,5 Milliarden Euro bei riskanten Spekulationsgeschäften verloren hat, hätten viele der sonst rund 200 Läufer abgesagt, sagte Jung. »Sie wollten verhindern, dass sie ungewollt durch ihre Mitwirkung als Ja-Sager zur Geschäftspolitik dieser Bank und risikoreichen Finanztransaktionen angesehen werden.« Dabei stehe der JP Morgan Corporate Challenge von seiner Grundidee her eigentlich im Gegensatz zu einer »Zocker-Kultur«. »Es geht nicht um hohen persönlichen Gewinn, sondern um den Einsatz für eine gute Sache und darum, gemeinsam eine gute Zeit zu erleben.« Daher habe sich die EKHN nach internen Diskussionen entschieden, zu demonstrieren, dass sie zwar »Mitläufer« des Systems sei, aber dennoch ihren Protest zeige.

Den Startschuss zum 20. Lauf in Frankfurt gibt Eiskunstlauf-Star Katarina Witt. An dem größtem Firmenlauf in Europa beteiligen sich nach Veranstalterangaben 68 586 Läufer aus 2761 Betrieben. Das sind 132 mehr als im Vorjahr, aber auch 4155 weniger als 2010. Die Teilnehmer reisen aus 328 Städten an. Unter den Firmen sind die Deutsche Bank, Lufthansa und Continental mit je mehr als 1000 Teilnehmern.

Die Läufer spenden mit ihrer Teilnahme 1,80 Euro für einen guten Zweck, die US-Bank JP Morgan gibt noch einmal so viel dazu. Mehr als 1,27 Millionen Euro kamen so dem Veranstalter zufolge in den vergangenen sechs Jahren für junge Behindertensportler zusammen. In diesem Jahr wird sich die Summe auf rund 247 000 Euro belaufen.

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