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BMW-Leihwagen geschrottet: Notrufsystem schickt Polizei Koordinaten – doch vom Fahrer fehlt jede Spur

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Von: Erik Scharf

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Mit einem Hubschrauber sucht die Polizei nach einem Unfall auf der A66 einen Mann. In dem geliehenen BMW finden die Beamten viel Blut – aber keinen Fahrer.

Maintal/Langenselbold – Diesen Einsatz zu verarbeiten dürfte auch für die Beamten vor Ort eine Weile brauchen. Das, was sich am Samstag (8. Oktober) zunächst auf der A66 Hanau Richtung Frankfurt abspielte, wurde zu einer groß angelegten Suchaktion, die erst 20 Kilometer entfernt ein Ende nahm.

Was war passiert? Ein Mann wollte mit einem geliehenen BMW die A66 an der Anschlussstelle Maintal-Dörnigheim (Main-Kinzig-Kreis) verlassen. Dabei war er nach ersten Erkenntnissen aber etwas zu schnell unterwegs und packte die Rechtskurve nicht mehr. „Er prallte frontal in die Schutzplanke, hob ab und kam in der Böschung auf dem Dach zwischen den Bäumen zum Liegen“, heißt es in einer Mitteilung der Polizei.

Mit einem Hubschrauber sucht die Polizei im Main-Kinzig-Kreis nach einem flüchtigen Autofahrer. (Symbolfoto)
Mit einem Hubschrauber sucht die Polizei im Main-Kinzig-Kreis nach einem flüchtigen Autofahrer. (Symbolfoto) © Markus Klümper/IMAGO

A66 bei Maintal: Polizei sucht mit Hubschrauber nach flüchtigem Unfallfahrer

Doch vermutlich hätte die Polizei davon erstmal nichts erfahren, wenn nicht das Notrufsystem im BMW seinen Dienst getan hätte. Die übermittelten Koordinaten des BMW lagen allerdings genau im sogenannten Dreieck zwischen Zu- und Abfahrt, die Suche gestaltete sich für die Beamten zunächst schwierig.

Als der BMW an der Abfahrt in Maintal aufgespürt war, fanden die Beamten zwar viel Blut im Inneren des Fahrzeugs, vom Fahrer fehlte allerdings jede Spur. Da laut Angaben der Polizei nicht auszuschließen war, dass der Fahrer sich in einer hilflosen Lage befindet, wurde ein Polizeihubschrauber losgeschickt. Was die Beamten zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht wussten: Der BMW-Fahrer hatte sich längst aus dem Staub gemacht.

Wie sich herausstellte, wohnte der Mann in Langenselbold (Main-Kinzig-Kreis). Und dort, rund 20 Kilometer vom Unfallort in Maintal entfernt, trafen ihn die Beamten schließlich auch an – mit Kopfverletzungen. Der Mann wurde sofort in ein Krankenhaus gebracht und dort ärztlich versorgt. Da der BMW-Fahrer laut Angaben der Polizei zusätzlich unter Alkoholeinfluss stand, wurde eine Blutentnahme und die Sicherstellung seines Führerscheins angeordnet. Der Gesamtschaden wird mit 90.000 Euro beziffert, davon alleine 80.000 Euro für den Totalschaden am BMW. (esa)

Erst kürzlich wurden auf der A66 im Main-Kinzig-Kreis fünf Menschen schwer verletzt.

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