Lufthansa-Flugbegleiter stehen am 02.05.2012 am Flughafen von Frankfurt am Main in der Business Class einer neuen Boeing 747-8.
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Eine Lufthansa-Crew aus Frankfurt war so gar nicht mit den Corona-Maßnahmen am Zielort einverstanden. (Symbolbild)

Horror-Erlebnis

Lufthansa-Crew unter Schock: „Massive Sicherheitsbedenken“ nach Landung

  • Erik Scharf
    vonErik Scharf
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Nach ihrem Flug vom Flughafen Frankfurt nach China durchlebt eine Lufthansa-Crew ein schockierendes Erlebnis. Das soll nun Konsequenzen haben.

  • Eine Lufthansa-Crew erlebt nach einer Landung des Flugs LH780 vom Flughafen Frankfurt Schockierendes.
  • Angekommen im chinesischen Hotel gibt es „massive Sicherheitsbedenken“.
  • Der Vorfall soll jetzt Konsequenzen haben.

Frankfurt – Die Corona-Pandemie hat die Luftfahrt hart getroffen. Der Flugverkehr ist in diesen Zeiten stark eingeschränkt, viele Arbeitsplätze sind gefährdet. So auch bei der Lufthansa mit ihrer Heimat am Flughafen Frankfurt. Für einige Piloten und Crewmitglieder geht es trotz der weltweiten Virus-Ausbreitung in ferne Länder. Doch dort werden die Schutzmaßnahmen gegen Corona offenbar nicht überall ernst genommen.

Zumindest entsteht dieser Eindruck einem Bericht des Portals „Aerotelegraph“ zufolge. Nach der Landung des Flugs LH780 vom Flughafen Frankfurt* nach Nanjing (China) traf die Besatzung nach der Ankunft im Hotel der Schock. „Hotel wäre ein unpassender Begriff“, zitiert „Aerotelegraph“ aus einem internen Papier der Personalvertretung des Kabinenpersonals, dass die Beschwerden der Besatzung zusammenfasst. In Ländern mit Quarantänepflicht nach der Einreise weist das Gastgeberland das Hotel zu, wenn man nicht unter die Regelung fallen will. Das ist bei der Besatzung des Lufthansa-Flugs in die chinesische Metropole der Fall gewesen.

Lufthansa-Flug von Frankfurt nach Ninjang (China): „Massive Sicherheitsbedenken“ in Hotel

Die Hygienestandards und die Ausstattung des Hotels in Ninjang sollen aber miserabel gewesen sein. Laut des Berichts seien Notausgänge mit einem Fahrradschloss verschlossen gewesen, die Lufthansa-Crew sei „mit Hämmerchen ausgestattet“ worden, um diese im Notfall zu knacken. Zudem seien Schilder nur auf Chinesisch gewesen und das Personal im Hotel habe kein Englisch gesprochen. „Es gibt so viele Unsicherheiten, dass wir den Umlauf und das Hotel aus massiven Sicherheitsbedenken abgelehnt haben“, wird aus dem Schreiben der Personalvertretung zitiert. Diese forderte das Management der Lufthansa zum Handeln auf.

Die Crew über andere Flüge aus China nach Frankfurt zurückzubringen, sei wirtschaftlich nicht darstellbar, teilte Lufthansa mit. (Symbolfoto)

Und auch das Personal wollte offenbar den Bedenken über die Sicherheit in China Taten folgen lassen. Die eingeteilte Crew für den Flieger LH780 am Sonntag, 07.02.2021, von Frankfurt nach Nanjing soll sich zwischenzeitlich sogar geweigert haben, den Flug anzutreten, weil Gespräche zwischen Lufthansa und Personalvertretung erst am Tag nach dem geplanten Abflug angesetzt gewesen sein sollen. Letztlich hob der Flieger am Abend aber planmäßig in Frankfurt ab.

Lufthansa reagiert – und befindet Standards im Hotel in Nanjing für genügend

Der Streit ist damit aber noch nicht beigelegt. „Bei Lufthansa gibt es einen zwischen Personalvertretung und Arbeitgeber vereinbarten Katalog mit Mindeststandards für Unterbringungen. Diese werden zurzeit in China oftmals unterschritten“, sagte ein Sprecher der Gewerkschaftsvertretung Aircrew Alliance gegenüber „Aerotelegraph“. Deshalb solle die Lufthansa Übernachtungen in angrenzenden Ländern organisieren, welche die Standards erfüllen. Als mögliches Ausweichziel wurde Südkorea genannt.

Die Crew über andere Flüge zurückzubringen, sei wirtschaftlich aber nicht darstellbar, teilte Lufthansa laut dem Bericht als Antwort auf die Forderung mit. Man wolle als Reaktion die Strecke künftig mit verkürzten Aufenthalt fliegen, also nur einer Nacht vor Ort. Zudem habe man nach dem Umzug der Crew in einen anderen Flügel des Hotels in Nanjing die Standards überprüft und für genügend befunden. Das hätten die Crews in den zurückliegenden Umläufen auch bestätigt.

LH780 aus Frankfurt: Lufthansa übernimmt im Normalfall Hotelbuchungen

Zum konkreten Fall aus Nanjing wollte sich die Lufthansa auf Nachfrage nicht im Detail äußern. Im Normalfall erfolge die Hotelbuchung aber in enger Abstimmung mit der Personalvertretung und der Crew, die endgültige Entscheidung treffe aber die Lufthansa, wie ein Sprecher mitteilte. Dass bei dieser Ansammlung an verschiedenen Interessen nicht immer alle zufrieden sind, liegt auf der Hand. (Erik Scharf) *fnp.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Zuletzt sorgte ein abgebrochener Start eines Lufthansa-Fliegers am Flughafen Frankfurt für bange Momente* bei den Passagieren. Zu einem anderen gefährlichen Zwischenfall kam es auf einem Flug vom Flughafen Frankfurt* nach Stuttgart. Das Flugzeug musste sofort landen, es gab zwei Verletzte. 

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