Was mit herrenlosen Gepäckstücken passiert

Frankfurt (dpa). Leere Terminal-Hallen, rot-weißes Flatterband, Lautsprecherdurchsagen: Vier bis fünf Mal am Tag rückt das Entschärfer-Team, eine Spezialeinheit der Bundespolizei am Flughafen, im Schnitt aus. Der Auftrag: herrenlose Gepäckstücke sichern, untersuchen und die Gefahr bannen. Am Freitag war es eine Dokumentenmappe, wegen der am Morgen 20 Minuten lang im Terminal 1 der Bereich A abgeriegelt worden war.

Frankfurt (dpa). Leere Terminal-Hallen, rot-weißes Flatterband, Lautsprecherdurchsagen: Vier bis fünf Mal am Tag rückt das Entschärfer-Team, eine Spezialeinheit der Bundespolizei am Flughafen, im Schnitt aus. Der Auftrag: herrenlose Gepäckstücke sichern, untersuchen und die Gefahr bannen. Am Freitag war es eine Dokumentenmappe, wegen der am Morgen 20 Minuten lang im Terminal 1 der Bereich A abgeriegelt worden war. Ihr Besitzer habe sich später gemeldet, berichtet der Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport, Wolfgang Schwalm. Trotz der recht häufigen Einsätze sagt Bundespolizei-Sprecher Armin Thiel: »Es kann nie zur Routine werden.«

Seine Kollegen seien immer ein wenig angespannt, wenn wieder mal ein Koffer herumsteht. Es folgt ein deutschlandweit gleiches Vorgehen: Das Gelände wird abgesperrt. »Es gibt aber keine festen Regelungen, wie großräumig«, erklärt Thiel. Über Lautsprecher wird nach dem Besitzer gesucht, Polizisten fragen die Menschen in der Nähe des Fundorts. Innerhalb weniger Minuten sind einige der zwölf Experten zur Stelle. »Die sind technisch so gut ausgestattet, dass sie das Gepäckstück vor Ort untersuchen«, sagt Thiel. Dazu können die Fundstücke sogar geröntgt werden.

Details über die Möglichkeiten gibt der Sprecher nicht preis. Ungefährliche Teile kommen ins Fundbüro. Wenn Zweifel bleiben, werden die Stücke entschärft - oder sie werden gesprengt: »Es kann auch schon mal vorkommen, dass ein Gepäckstück nachher in Einzelteilen daliegt.« Das passiere aber nicht häufig, sagt Thiel. Kosten entstehen dem Fluggast, dessen Koffer den Einsatz ausgelöst hat, in der Regel nicht. »Die könnte man nur in Rechnung stellen, wenn sich nachweisen lässt, dass er das vorsätzlich gemacht hat«, erklärt Thiel. Zumal die Beamten der Bundespolizei, von denen 1800 am Flughafen arbeiten, sowieso im Dienst seien.

Aber auch Fluglinien und andere Passagiere können von einer Sperrung betroffen sein. »Im ungünstigsten Fall kommt es zu Verspätungen«, sagt Martin Gaebges, Generalsekretär des Airlineverbands Barig, der fast alle in Deutschland tätigen Fluggesellschaften vertritt. Mitunter müssten Piloten neue Startzeiten beantragen. Dass Fluggäste ihren Flieger nicht erreichen, sei aber selten der Fall.

Wenig Verständnis für Schusseligkeit

Er und Thiel zeigen wenig Verständnis für die Besitzer, die ihr Gepäck unbeaufsichtigt lassen. »Meistens ist es nur Schusseligkeit«, meint Schwalm. Thiel meint: »Es ist eigentlich nicht zu verstehen, dass man seinen Koffer einfach so rumstehen lässt.« Das denken sich wohl auch einige Fluggäste. »Die fangen an rumzublöken, wenn sie nicht zum Check-In kommen«, berichtet Thiel. Die Maßnahmen dienten aber vor allem der Sicherheit aller. »Die Masse der Passagiere hat aber Verständnis dafür.« Außerdem werde regelmäßig am Flughafen durchgesagt, auf sein Gepäck zu achten. »Bei den meisten wirkt das schon.«

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