1. Wetterauer Zeitung
  2. Rhein-Main

Fund in Hanau: Gefährliche Tigermücke erstmals im Landkreis nachgewiesen

Erstellt:

Von: Alexander Gottschalk

Kommentare

Dass sie sich in Deutschland ausbreitet, ist bekannt. Nun gibt es Gewissheit: Auch im Main-Kinzig-Kreis ist die Asiatische Tigermücke angekommen.

Hanau - Ihr Ruf eilt ihr spätestens voraus, seit Multimilliardär Bill Gates sie 2014 als „tödlichstes Tier der Welt“ bezeichnete. Jetzt ist die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) erstmals im Main-Kinzig-Kreis nachgewiesen worden. Ein Mann habe eine Mücke auf seinem Grundstück im Hanauer Stadtteil Klein-Auheim gefangen und zur Untersuchung eingeschickt, teilte die Kreisverwaltung am Dienstag (27. September) mit. Nun sollen weitere Untersuchungen in Hanau folgen.

Dass sie sich die Asiatische Tigermücke in Deutschland breit macht, ist freilich keine Neuigkeit. Schon seit 2007 weiß man, dass die aus Südostasien stammende Stechmücke auch hierzulande herumschwirrt. Die Stadt Offenbach warnte bereits vor sechs Jahren vor den fiesen Insekten. Neu ist aber, dass sich in Hessen die Funde mehren – wie auch im Falle anderer exotischer Invasoren, etwa der Nosferatu-Spinne. Den Tieren gefällt offenkundig das immer wärmere, trockene Klima.

Hanau: Landesamt untersucht Tigermücken-Population in Klein-Auheim

Um abschätzen zu können, inwieweit sich die Asiatische Tigermücke im Hanauer Stadtteil Klein-Auheim ausgebreitet hat, will das Hessische Landesprüfungs- und Untersuchungsamt im Gesundheitswesen (HLPUG) jetzt eine Falle aufstellen, wie der Main-Kinzig-Kreis berichtete. 2022 gab es in verschiedenen hessischen Kreisen erstmals Funde der Mückenart. Tigermücken können durch ihre Stiche Krankheitserreger wie das Dengue- und das Zika-Virus übertragen.

In Deutschland breitet sich die Asiatische Tigermücke aus.
In Deutschland breitet sich die Asiatische Tigermücke aus. Bill Gates bezeichnete sie als „tödlichstes Tier der Welt“. © James Gathany/dpa

Das Risiko der Krankheitsübertragung gilt aktuell in Deutschland noch als sehr gering. Dennoch ist es laut Gesundheitsexperten wichtig, eine Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke zu stoppen. Am wirkungsvollsten sei es, das Überleben der Larven zu verhindern, so das Amt für Gesundheit und Gefahrenabwehr im Main-Kinzig-Kreis. Zu finden seien Brutstätten meist an kleinen Wasseransammlungen, etwa offenen Regentonnen, Eimern, Gießkannen, Blumentöpfen oder Wasserschalen.

Achtung in Hanau: Asiatische Tigermücke – falls möglich – einfangen

Empfohlen ist, diese zu entfernen, abzudecken oder auszutrocknen. Zum Schutz vor der Asiatischen Tigermücke reichen lange, dichte Kleidung und herkömmliche Insektensprays. Wer eine verdächtige Stechmücke sieht, sollte versuchen, diese zu fangen oder zu fotografieren, so das Amt für Gesundheit und Gefahrenabwehr. Eingefangene Exemplare können nach Rücksprache mit dem HLPUG auch per Post eingeschickt werden. Weitere Auskünfte gibt‘s per Mail unter klimaanpassung-muecken@hlpug.hessen.de. In Hanau ist jetzt erstmal besondere Wachsamkeit geboten. (ag/red/dpa)

Auch interessant

Kommentare