1. Wetterauer Zeitung
  2. Rhein-Main

Großeinsatz: Gefahrstoff tritt in Apotheke aus

Erstellt:

Von: Melanie Gottschalk

Kommentare

Die Einsatzkräfte mussten in Wiesbaden zu einem Großeinsatz ausrücken.
Die Einsatzkräfte mussten in Wiesbaden zu einem Großeinsatz ausrücken. © 5Vision

In Wiesbaden muss ein Großaufgebot von Einsatzkräfte ausrücken. Der Grund ist der Austritt von Gefahrstoff in einer Apotheke.

Wiesbaden - In Wiesbaden ist es am Donnerstag (29. September 2022) zu einem Großeinsatz gekommen. Bei einer Routinekontrolle wurde in einer Apotheke ein explosiver Gefahrstoff entdeckt, der gesichert von Sprengstoffexperten gesprengt werden musste.

Wie die Feuerwehr Wiesbaden mitteilte, ereignete sich der Einsatz gegen 14.30 Uhr in einer Apotheke in der Bleichstraße. Im Zuge einer Überprüfung von Chemikalien durch einen Mitarbeiter des Regierungspräsidiums Darmstadt fiel eine Veränderung an einer Flasche mit Pikrinsäure auf. Offenbar war der Stoff aus der Flasche ausgetreten und kristallisiert.

Gefahrstoff in Apotheke: Einsatzkräfte rücken mit Großaufgebot an

Pikrinsäure ist ein gelber Feststoff, der als Explosionsstoff und starkes Oxidationsmittel bei Raketenbrennstoffen, Streichhölzern, Lederverarbeitungstechniken, Metallgravurverfahren und Batterien verwendet wird. Bei der Kontrolle des Stoffes in der Apotheke in Wiesbaden wurde eine Veränderung an der Flasche festgestellt, aufgrund derer umgehend die Feuerwehr informiert wurde. Auch zur Färbung von Glas und Stoffen wird er teilweise verwendet.

Beim Eintreffen der Einsatzkräfte wurde der Gefahrstoff erkundet und die Apotheke geräumt sowie die Bleichstraße gesperrt. Da es sich bei Pikrinsäure um einen Explosionsstoff handelt, der auf Schlag, Druck oder Erwärmung reagiert, wurde die zuständige Fachabteilung des Hessischen Kriminalamtes angefordert.

Gefahrstoff in Apotheke: Sprengstoffexperten entscheiden sich für sichere Sprengung

Die Sprengstoffexperten entschieden sich, das Behältnis mit Pikrinsäure auf der Straße sicher zu sprengen. Das Behältnis wurde daraufhin geborgen und gesprengt, anschließend entsorgten die Einsatzkräfte die Reste der Substanz. Wie die Feuerwehr Wiesbaden schreibt, waren etwa 70 Einsatzkräfte von Polizei, Landeskriminalamt, Feuerwehr und Rettungsdienst vor Ort. (msb)

Erst kürzlich kam es in Hessen zu einem Unfall mit einem Gefahrguttransport. Die Autobahn musste rund 17 Stunden gesperrt werden.

Auch interessant

Kommentare