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Polizisten von Jugendgruppe verletzt - Überfallkommando durchsucht Wohnung

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An einem Lebensmittelmarkt in Frankfurt eskaliert eine Polizeikontrolle. Die Beamten sollen geschlagen, getreten und mit Reizgas besprüht worden sein.

Frankfurt - Mehrere Jugendliche sollen am Dienstagabend (26. Juli) in Frankfurt während eines Einsatzes zwei Polizisten angegriffen und verletzt haben. Zwei tatverdächtige Brüder (18 und 19 Jahre alt) wurden zwischenzeitlich festgenommen, wie das Polizeipräsidium am Mittwoch (27. Juli) mitteilte. Die Ermittlungen in dem Fall dauern an.

Alarmiert worden war die Polizei zunächst wegen einer Auseinandersetzung in einem Lebensmittelmarkt in der Dürkheimer Straße im Frankfurter Stadtteil Nied. Gegen 19.50 Uhr soll dort aus einer Jugendgruppe heraus der 51-jährige Marktleiter mit Pfefferspray besprüht und verletzt worden sein. Ein Streifenwagen des 16. Polizeireviers rückte deshalb aus.

Angriff auf Polizisten in Frankfurt: Kontrolle läuft aus dem Ruder

Vor Ort trafen die Uniformierten eigenen Angaben nach mehrere Heranwachsende an. Als die Polizisten deren Personalien kontrollieren wollten, hätten sich die Jugendlichen den Anweisungen widersetzt, hieß es im Polizeibericht aus Frankfurt. Ein 19-Jähriger soll die Hände eines Polizisten weggeschlagen haben, der ihn zum Streifenwagen führen wollte.

Eine Bodycam auf der Schulter eines hessischen Polizisten. Blöd nur, wenn der Akku im entscheidenden Moment den Geist aufgibt.
Eine Bodycam zeichnete das Geschehen in Frankfurt-Nied teilweise auf. (Symbolbild) © Boris Roessler/dpa

Es habe sich ein Handgemenge entwickelt, Polizist und Tatverdächtiger seien zu Boden gestürzt. Dort habe der Beamte den jungen Mann fixiert und versucht, ihm Handfesseln anzulegen, so die Darstellungen der Ermittler. Umstehende sollen den Polizisten, der am Boden kniete, daraufhin von hinten und der Seite geschlagenen sowie gegen den Kopf getreten haben.

Tumulte in Supermarkt in Frankfurt: Zwei Brüder festgenommen

Laut Polizei zogen Passanten die Angreifer schließlich weg. Ein weiterer Zeuge half, den 19-Jährigen festzuhalten und zu fesseln. Zeitgleich habe der zweite Beamte einen anderen Tatverdächtigen zu Boden gebracht und gefesselt, woraufhin ein zunächst Unbeteiligter ihn mit Reizgas besprüht habe. Der Gefesselte sei so schließlich entkommen.

Anhand von Zeugenaussagen und Bodycam-Aufnahmen identifizierten die Fahnder wenig später den jüngeren Bruder des festgenommenen 19-Jährigen. Ein Überfallkommando durchsuchte die Wohnung der Geschwister. Dort nahmen die Spezialkräfte den 18-Jährigen fest, der an dem tätlichen Angriff beteiligt gewesen sein soll.

Die beiden jungen Männer seien in der Vergangenheit „bereits mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten“, teilte die Frankfurter Polizei mit. Sie kamen aufgrund fehlender Haftgründe zunächst wieder auf freien Fuß. Die weiteren Tatverdächtigen sind noch nicht ermittelt. Das Haus des Jugendrechts hat sich des Falls angenommen.

Frankfurter Polizeipräsident zeigt sich bestürzt über Angriff

Den beiden verletzten Polizisten gehe es den „Umständen entsprechend gut, allerdings fallen sie noch einige Tage aus“, teilte der neue Frankfurter Polizeipräsident Stefan Müller am Mittwoch (27. Juli) mit. Einer der Beamten hatte sich wegen möglicher Kopfverletzungen sogar im Krankenhaus untersuchen lassen. Außerdem wurde an einem Streifenwagen der Außenspiegel und an einem anderen das Blaulicht demoliert.

„Ich bin bestürzt über den gestrigen Angriff auf zwei unserer Schutzleute“, so Müller, der Vorfälle wie diesen auch als „Angriffe auf den Rechtsstaat“ bezeichnete. Der Polizeichef bedankte sich bei den Passanten für deren „hohes Maß an Zivilcourage“, das womöglich weitere Angriffe unterbunden habe. Erst im Juni waren nahe der Frankfurter Zeil Polizisten bei einem Einsatz behindert und bespuckt worden. (ag)

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