Virus-Pandemie

Corona: Verschärfte Maßnahmen in Frankfurt ‒ Alle Regeln im Überblick

  • Rebecca Röhrich
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Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Frankfurt steigt drastisch. Der Krisenstab hat reagiert und die Maßnahmen nochmals verschärft. Diese Regeln gelten aktuell.

  • Für Frankfurt gelten bis zum 30.11.2020 verschärfte Corona-Beschränkungen.
  • Deutschland geht in den Teil-Lockdown: Restaurants und Freizeitangebote müssen schließen.
  • Die Stadt Frankfurt hat zudem Maßnahmen beschlossen, die über die bundesweiten Corona-Regeln hinausgehen.

Frankfurt - Hessens größte Stadt hat mit weiter steigenden Corona-Neuinfektionen zu kämpfen. Daher hat sich der Krisenstab in Frankfurt am Samstag (24.10.2020) nochmals beraten und die Maßnahmen erneut verschärft. So soll eine weitere Ausbreitung des Virus eingedämmt werden. Die Allgemeinverfügung der Stadt Frankfurt, die bis zum 31. Oktober für Frankfurt vorgesehen war, wird bis zum 15. November verlängert. Damit wolle man auf mögliche Änderungen in der Lage vorbereitet sein, teilte die Stadt mit.

Restaurants, Bars und Kneipen in ganz Frankfurt bleiben geschlossen

Doch eines ist noch einmal anders bevor der Teil-Lockdown am Montag (02.11.2020) in Kraft tritt: Die Stadt Frankfurt hat entschieden, die ohnehin am Samstag (31. Oktober) auslaufende Sperrzeitverfügung außer Vollzug zu setzen und aufzuheben. Damit dürfen Restaurants und Bars auch nach 23 Uhr geöffnet bleiben. Zuvor hatte der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel in einem Eilverfahren zugunsten eines Wirts entschieden, der gegen die Sperrstunde geklagt hatte. Restaurants, Bars und Kneipen bleiben ab dem 02. November bis mindestens Ende des Monats geschlossen - Damit entfällt die umstrittene Sperrstunde für die Gastronomie.

Das Coronavirus wütet weiterhin in Frankfurt. Die Stadt hat die Regelungen von Bund und Ländern weiter verschärft.

Corona-Maßnahme: Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen in Frankfurt

Entgegen der Corona-Sperrstunde für Gastronomiebetriebe bleibt das Alkoholverbot für diverse öffentliche Plätze bestehen. In der Zeit von 23 bis 6 Uhr gilt außerdem ein generelles Alkoholverkaufsverbot in Tankstellen, Kiosken, Einzelhandelsgeschäften und Supermärkten. Das Alkoholverbot gilt auf den folgenden Plätzen in Frankfurt:

  • Grüneburgpark 
  • Günthersburgpark
  • Anlagenring (Wallanlagen)
  • Am Mainufer beiderseits (Nord- und Südseite) zwischen Friedensbrücke und Osthafenbrücke einschließlich Hafenpark
  • Friedberger Platz, Luisenplatz, Matthias-Beltz-Platz
  • Kalbächer Gasse und Große Bockenheimer Straße und Bibergasse vom Opernplatz bis einschließlich Hauptwache
  • Zeil/Konstablerwache
  • Opernplatz
  • Liebfrauenberg mit Vorplatz der Kleinmarkthalle
  • Schäfergasse
  • Kaiserhofstraße
  • Bockenheimer Landstraße ab Niedenau in Richtung Opernplatz
  • Kettenhofweg ab Niedenau in Richtung Alte Oper
  • Kaisersack, Kaiserstraße, Bahnhofsvorplatz, Taunusstraße, Münchenerstraße, Elbestraße, Moselstraße, Niddastraße
  • Allerheiligenstraße
  • Altsachsenhausen mit der Großen Rittergasse, Kleinen Rittergasse, Frankensteinerstraße, Paradiesgasse mit Paradieshof, Klappergasse, Neuer Wall, Affentorplatz. 

Maßnahme gegen Corona: Maskenpflicht auf großen Einkaufsstraßen in Frankfurt

Die Maskenpflicht, die bisher für ausgewählte Einkaufstraßen in Frankfurt zwischen 8 und 22 Uhr gilt, wurde auf die gesamte Innenstadt ausgeweitet. Die Maskenpflicht gilt seit dem 9. Oktober in folgenden Gebieten und Straßen von 8 bis 22 Uhr:

  • Die Maskenpflicht gilt innerhalb des Alleenrings und nördlich der Bahnlinie in Sachenhausen. 
  • Zwischen Bahngleisen und Mainufer in Nord-Sachsenhausen
  • Die Grenzen des Gebietes bilden nördlich: Miquelallee, Adickesallee, Nibelungenallee
  • Östlich: Rothschildallee, Höhenstraße, Habsburgerallee, Henschelstraße, Danziger Platz, ab hier westliche Begrenzung der Bahnanlage bis Deutschherrenbrücke
  • Südlich: nördlich der Bahnlinie von der Deutschherrenbrücke bis Theodor-Stern-Kai
  • Westlich: Main-Neckar-Brücke, ab hier östlich der Bahnlinie über die Camberger Straße bis Emser Brücke, Theodor-Heuss-Allee, Senckenberg Anlage, Zeppelinallee bis Miquelallee
  • Die Maskenpflicht gilt außerdem im Bereich der Berger Straße nördlich des Alleenrings, der Leipziger Straße und der Königsteiner Straße beschränkt auf den Bereich zwischen Bolongarostraße und Kasinostraße.
  • Oeder Weg vom Anlagenring bis zur Glauburgstraße
  • Als Grenze aufgeführte Straßen sind bis zur Straßenmitte in den Bereich einbezogen.

Die Stadt Frankfurt hat eine interaktive Karte veröffentlicht, auf der der gesamte Bereich eingezeichnet ist, in dem seit dem 29. Oktober die Maskenpflicht im öffentlichen Raum gilt. Die Stadt empfiehlt jedoch, innerhalb des gesamten Stadtgebiets die Masken zu tragen. Bei weiter steigenden Infektionszahlen werde eine Maskenpflicht für die gesamte Stadt geprüft.

Gemäß der Corona-Verordnung des Landes Hessen gilt die Maskenpflicht außerdem in Frankfurt auch an oberirdischen Stationen und Haltestellen des ÖPNV. Des Weiteren hat der Corona-Krisenstab beschlossen, dass auch an den weiterführenden Schulen immer dann Maskenpflicht besteht, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Und auch bei allen öffentlichen Veranstaltungen und in öffentlichen Einrichtungen muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Corona-Maßnahmen für Frankfurt - Kontaktbeschränkungen

Bei privaten Zusammenkünften in öffentlichen oder angemieteten Räumen dürfen sich höchstens noch 5 Personen treffen. Bei privaten Feierlichkeiten in privaten Räumen empfiehlt die Stadt eine Höchstteilnehmerzahl von 10 Personen oder zwei Hausständen.

Aufenthalte im öffentlichen Raum sind zudem nur alleine oder in Gruppen von höchstens fünf Personen aus maximal zwei Haushalten oder mit den Angehörigen des eigenen Hausstandes gestattet, wie die Stadt Frankfurt mitteilt. Bei öffentlichen Veranstaltungen dürfen maximal 100 Personen anwesend sein.

Maskenpflicht bei Religionsgemeinschaften - Verbot von Kinnvisieren in Frankfurt

Für Religionsgemeinschaften besteht ebenfalls eine Maskenpflicht, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Es wird zudem „eindeutig“ empfohlen, die bereits gültigen Corona-Regeln rund um Abstand und Hygiene umzusetzen und die Einhaltung zu kontrollieren. Auch bei der Nutzung von gemeinsamen Fahrzeugen durch Personen aus unterschiedlichen Haushalten empfiehlt die Stadt Frankfurt, eine Maske zu tragen.

Die Stadt Frankfurt weist ausdrücklich darauf hin, dass Kinnvisiere keine Alternative zu einem Mund-Nasen-Schutz sind. Bei Kontrollen der Maskenpflicht kann beim Tragen eines Kinnvisiers also ein Bußgeld fällig werden. Ein sogenanntes Gesichtsschild wird nur in Ausnahmefällen und bei medizinischer Notwendigkeit empfohlen. „Aus infektiologischer Sicht sind auch Gesichtsvisiere einer Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) nicht gleichwertig“, heißt es vonseiten der Stadt.

„Lockdown Light“ in Frankfurt: Freizeitangebote müssen schließen

Die Bund-Länder-Beschlüsse zur Eindämmung der Corona-Pandemie bringen auch für die Frankfurter viele Einschränkungen mit sich. Freizeitangebote müssen ab Montag, den 2. November weitgehend geschlossen bleiben. Der Magistrat hat deshalb beschlossen, dass sich auch die Stadt in den kommenden Wochen zurücknimmt – durch weitestgehende Absage eigener Veranstaltungen. So muss auch Deutschlands erstes kommunales jüdisches Museum, das Jüdische Museum Frankfurt, nur elf Tage nach seiner weithin wahrgenommenen Eröffnung seine Ausstellungen schließen und seine Bildungsangebote vor Ort absagen. Zudem stellt das Schauspiel Frankfurt seinen Spielbetrieb Corona-bedingt ein.

Zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie werden auch die Frankfurter Sportanlagen von Montag (02.11.2020) an geschlossen. Davon betroffen sind beispielsweise auch die Frankfurter Bäder oder die Eissporthalle, die ebenfalls vom selben Tag an für den Trainings- und Wettkampfbetrieb der Amateurvereine und für den öffentlichen Eislauf geschlossen wird.

Frankfurter Gastronomen kündigen Klage gegen Corona-Sperrstunde an

Bereits die vorangegangene Verschärfung der Corona-Regeln stieß auf Missfallen bei den Gastronomen, die dramatisch unter den Einschränkungen leiden. Der Vorsitzende der Initiative Gastronomie Frankfurt, Madjid Djamegari, erklärte: „Ausgerechnet jetzt alle Betriebe, die sich regelkonform und professionell um maximalen Gesundheitsschutz kümmern, mit dem Gießkannenprinzip zu bestrafen, ist ein Schlag ins Gesicht!“ Es gäbe keinen Grund, Gäste zur Sperrstunde auf die Straße zu schicken.

Der stellvertretende Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA), Robert Mangold, ergänzt: „Mit Maßnahmen wie diesen, die über’s Ziel hinausschießen, erweisen wir dem Gesundheitsschutz einen Bärendienst.“ Sowohl die Initiative Gastronomie Frankfurt, als auch die DEHOGA Hessen und der Kreisverband Frankfurt wollen mit gerichtlichen Eilanträgen gegen die Corona-Beschränkungen der Stadt vorgehen.

Frankfurts Gesundheitsdezernent Majer sagte zu den Protesten der Gastronomen: „Ich erhoffe mir, dass diejenigen, die jetzt so stark protestieren, ebenso vehement gegen schwarze Schafe in ihren eigenen Reihen vorgehen. Wir können nur gemeinsam Erfolg haben.“

Rubriklistenbild: © Andreas Arnold/dpa

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