1. Wetterauer Zeitung
  2. Rhein-Main

Verdi kündigt Streik am Flughafen Frankfurt an: „Das Maß ist voll“

Erstellt:

Von: Tim Vincent Dicke

Kommentare

Die Gewerkschaft Verdi plant einen Warnstreik am Flughafen Frankfurt. Bereits am Freitag sollen Arbeiten niedergelegt werden.

Frankfurt – Der Flughafen Frankfurt steht kurz vor der Adventszeit vor unruhigen Tagen. Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten des französisch-niederländischen Unternehmens Air France/KLM zum Warnstreik aufgerufen. Der Ausstand beginnt Freitag (25. November) um sechs Uhr in der Früh und endet um 22 Uhr.

Streiken sollen rund 150 Beschäftigte des Bodenpersonals, vorwiegend arbeiten sie in der Cargosparte – nicht nur am Flughafen Frankfurt. Neben der Main-Metropole sind auch die Standorte in Berlin, Hamburg, Hannover, Düsseldorf und München betroffen, hieß es von Verdi in einer Pressemitteilung.

Streik am Flughafen Frankfurt: Entwarnung für Passagiere

Für Fluggäste gibt es glücklicherweise Entwarnung: Auswirkungen auf den Passagierverkehr wird der Streik den Angaben zufolge nicht haben. Dies bestätigte auch Fraport, der Betreiber des Frankfurter Flughafens. „Grundsätzlich ist der Flugbetrieb durch den Streik nicht gestört“, sagte ein Sprecher des Unternehmens auf Nachfrage. Im September erst konnte ein Streik bei der Lufthansa abgewendet werden.

Ein KLM-Flugzeug hebt vom Flughafen Frankfurt ab.
Die Gewerkschaft Verdi will am Flughafen Frankfurt Air France/KLM bestreiken. (Archivbild) © Arnulf Hettrich/imago

Die Gewerkschaft klagt darüber, dass man bei Air France Deutschland und KLM Royal Dutch Airlines auf taube Ohren stoße. Verdi habe mit den beiden Airlines 2013 einen Vergütungstarifvertrag abgeschlossen und diesen zum 31. November 2015 gekündigt. Seitdem hätte er nicht erneuert werden können, weil die Arbeitgeberseite sich verweigere. Seit 2015 gab es laut Verdi insgesamt 21 Verhandlungstage.

Flughafen Frankfurt: „Seit rund 10 Jahren keine Gehaltserhöhungen bekommen“

Verdi-Verhandlungsführer Uwe Schramm erklärte: „Die Beschäftigten haben seit rund 10 Jahren keine Gehaltserhöhungen bekommen. Alleine die Inflation dieser letzten 10 Jahre bedeutet einen Reallohnverlust von zirka 12 Prozent. Dabei geht es Air France/KLM ausgesprochen gut. Gerade das Frachtgeschäft bei dem Unternehmen boomt wie noch nie, und die Gewinne schnellen in die Höhe. Es gibt keinen Grund zur Zurückhaltung. Das Maß ist voll und die Beschäftigten wollen endlich Lohngerechtigkeit!“

Die Geschäftsführung der Fluggesellschaften hätte bislang die Vorstellung geäußert, man könne einen neuen Vergütungstarifvertrag abschließen, der auf Basis von „Leistungsbewertungen“ funktioniere. „Das heißt, nur wer in den Augen des Managements gute oder sehr gute Arbeit ableiste, bekomme auch mehr Lohn. Selbstverständlich war und ist dies ein tarifpolitisches Tabu“, so die Gewerkschaft. (tvd)

Auch interessant

Kommentare