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Flughafen Frankfurt: Kein Piloten-Streik bis Dienstag

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Von: Alexander Gottschalk, Constantin Hoppe

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Die Vereinigung Cockpit und die Lufthansa wollen erneut Gespräche aufnehmen. In Frankfurt wird vorerst nicht gestreikt.

Update vom Freitag, 26. August, 16.57 Uhr: Lufthansa-Passagiere dürfen vorerst aufatmen. Die Fluggesellschaft und die streikbereite Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) wollen im Tarifstreit erneut miteinander verhandeln, wie am Freitag (26. August) bestätigt wurde. Für Dienstag (30. August) ist der nächste Gesprächstermin vereinbart. Bis dahin werde es keine Streiks geben, sagte ein Sprecher der VC.

Erst gestern hatte die Piloten-Gewerkschaft erklärt, es könnte ab sofort jederzeit Streiks geben, die juristischen und organisatorischen Vorbereitungen liefen. Das jüngste Lufthansa-Angebot habe nicht ausgereicht. Über den Inhalt des Angebots schwiegen Gewerkschaft und Unternehmen gleichermaßen.

Flughafen Frankfurt: Streik-Vorbereitungen bei Lufthansa-Piloten starten

Update vom Donnerstag, 25. August, 20.35 Uhr: Die Sommerferien in Hessen neigen sich dem Ende zu. Eigentlich sollte dieser Umstand am zuletzt krisengeplagten Frankfurter Flughafen für Entspannung sorgen. Doch am Donnerstag (26. August) gab es wie erwartet schlechte Nachrichten für den Fluglinien-Primus Lufthansa: Die Tarifkommission der Vereinigung Cockpit lehnte im Tarifstreit ein nachgebessertes Angebot des Unternehmens ab, wie ein Sprecher berichtete. Details wurden nicht genannt.

Damit rückten die angedrohten Pilotenstreiks erneut ein Stück näher. Das jüngste Lufthansa-Angebot gehe zwar in die richtige Richtung, sei aber bei weitem noch nicht ausreichend, sagte der Cockpit-Sprecher weiter. Man liege aktuell zu weit auseinander und benötige neben dem Ausgleich der Reallohnverluste auch eine zukunftsfähige Vergütungsstruktur.

Die Lufthansa hält die angekündigten Piloten-Streiks für rechtswidrig.
Der Lufthansa drohen Pilotenstreiks. © dpa

Nach dem entsprechenden Vorstandsbeschluss seien nun ab sofort Streiks möglich, drohte die Gewerkschaft. Konkrete Termine, Streikorte oder Unternehmen nannte sie aber nicht. In Frage kommen die Lufthansa-Kerngesellschaft in Frankfurt und München sowie die Frachttochter Lufthansa Cargo. Die VC erklärte: „Die juristischen und organisatorischen Vorbereitungen für Streikmaßnahmen sind gestartet worden. Dennoch ist klar, dass die Vereinigung Cockpit weiter erreichbar ist.“

Eine Lufthansa-Sprecherin betonte am Abend, dass man jederzeit für eine Fortsetzung der Gespräche zur Verfügung stehe. Man wolle die „flexible Ausgestaltung“ des Angebots mit der VC besprechen. Die Piloten-Gewerkschaft will sich derweil auch bei der größten Lufthansa-Tochter Eurowings mit ihren rund 100 Flugzeugen streikbereit machen. Dort soll die Urabstimmung der Piloten über einen möglichen Arbeitskampf am 31. August ausgezählt werden.

Sondierungsgespräche bleiben ergebnislos: Droht jetzt ein Piloten-Streik bei der Lufthansa?

Erstmeldung vom Samstag, 20. August, 17.11 Uhr: Frankfurt – Die Sondierungsgespräche zwischen der Lufthansa und der Vereinigung Cockpit (VC) sind bislang ergebnislos geblieben. Das erklärte ein Unternehmenssprecher am Samstag: „Wir wollen im Gesprächsmodus bleiben und haben daher der Vereinigung Cockpit weitere Termine angeboten, um zukunftsfähige Lösungen zu erarbeiten“, sagte der Lufthansa-Sprecher.

Dabei sind beide Fronten bereits seit Ende des vergangenen Jahres verhärtet, nachdem die Lufthansa die Vereinbarung mit den Piloten und Pilotinnen aufgekündigt hatte. Sechs Verhandlungstermine sind seitdem erfolglos geblieben, weitere sind in den kommenden Wochen geplant. Immerhin: Zwar wurde von Seiten bereits die Streikbereitschaft erklärt, bislang sind jedoch keine Arbeitsniederlegungen geplant.

Nach den Tarifgesprächen mit dem Bodenpersonal gehen für die Lufthansa nun auch die Verhandlungen mit den Piloten in eine heiße Phase.
Nach den Tarifgesprächen mit dem Bodenpersonal gehen für die Lufthansa nun auch die Verhandlungen mit den Piloten in eine heiße Phase. © Soeren Stache/dpa

Lufthansa verhandelt mit Piloten: Gespräche blieben bislang erfolglos

Zu einem Bericht des Fachportals aero.de, demzufolge nun ein Streik bei der hochprofitablen Frachttochter Lufthansa Cargo „im Raum steht“, sagte ein Cockpit-Sprecher: „Es gibt definitiv keinen Streikbeschluss.“ Bei der Lufthansa Cargo hatten die Piloten in einer Urabstimmung besonders hohe Bereitschaft gezeigt, für ihre Forderungen in einen Arbeitskampf zu gehen. Grundsätzlich ist die VC sowohl bei der Lufthansa Passage als auch bei der Cargo nach erfolgreicher Urabstimmung streikfähig.

Die VC soll, neben mehr Lohn für die Piloten, in den Sondierungen verlangt haben, die Gründung des geplanten Flugbetriebs „Lufthansa Cityline 2“ vorerst auf Eis zu legen. Der Konzern will mit dieser Tochter-Airline Flüge kostengünstiger anbieten, die bislang von der Lufthansa-Kerngesellschaft selbst erledigt werden.

Mögliche Piloten-Streiks: Lufthansa zeigt sich kompromissbereit

Die Lufthansa-Spitze hatte zuletzt Kompromissbereitschaft signalisiert und die VC-Teilforderung nach 5,5 Prozent mehr Geld für das Restjahr 2022 akzeptiert. Zu weitergehenden Forderungen nach einem automatischen Inflationsausgleich ab 2023 sowie zu Änderungen in der Tarifstruktur hat es hingegen keine öffentlichen Äußerungen gegeben.

Auch bei der Lufthansa-Tochter Eurowings bahnen sich Probleme an: Sollte bis Ende August kein Verhandlungstermin zwischen der Lufthansa und der Flugbegleitergewerkschaft Ufo zustande kommen, droht die Gewerkschaft mit Streiks.

In den vergangenen Wochen sorgte ein Streik des Bodenpersonals bei der Lufthansa zu Chaos, auch am Flughafen Frankfurter. Dazu kamen Personalmangel und Krankheitsausfälle. Diese Probleme sind größtenteils behoben, seitdem sich das Unternehmen mit der Gewerkschaft Verdi geeinigt hat. (con mit dpa)

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