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Wirbel auf Lufthansa-Flug: Sorgte betrunkener Minister für stundenlange Verspätung?

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Von: Karolin Schäfer

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Bhagwant Mann, Chief Minister vom indischen Bundesstaat Punjab. (Archivbild)
Bhagwant Mann, Chief Minister vom indischen Bundesstaat Punjab. (Archivbild) © Hindustan Times/imago

Der indische Minister, Bhagwant Mann, darf offenbar wegen Trunkenheit nicht von Frankfurt nach Indien fliegen. Sprecher seiner Partei weisen die Vorwürfe zurück.

Frankfurt/Dehli – Bhagwant Mann, indischer Minister des Bundesstaats Punjab, besuchte in der vergangenen Woche die Bundesrepublik. Nach seinem einwöchigen Aufenthalt, plante Mann, Deutschland über den Flughafen Frankfurt wieder zu verlassen. Seine Reise konnte er aber aus scheinbar „gesundheitlichen Gründen“ nicht antreten.

Manns Flug sollte am Sonntagmittag (18. September) mit der Lufthansa von Frankfurt nach Delhi starten. Nach Angaben der Airline verspätete sich der Flug in Richtung Indien allerdings um ganze vier Stunden. Erst um kurz vor 18 Uhr hob das Flugzeug ab.

Flughafen Frankfurt: Indischer Minister muss kurz vor Start aus Flugzeug aussteigen

Medienberichten zufolge sei der indische Minister für die massive Verspätung des Lufthansa-Flugs verantwortlich gewesen. Offenbar fühlte er sich nicht in der Lage, den Flug anzutreten und musste wieder aussteigen. Mit ihm musste auch sein Gepäck hinausbefördert werden, das zuvor ins Flugzeug eingeladen wurde.

„Der Chief Minister fühlt sich nicht wohl und wird heute Abend einen Flug von Frankfurt nehmen, um nach Hause zurückzukehren“, erklärte eine Sprecherin seiner Partei Aam Aadmi Party (APP) gegenüber dem indischen Nachrichtenportal India Narrative am Sonntagabend. Zu diesem Zeitpunkt nahm Mann den Angaben zufolge an einer Videokonferenz der Partei teil.

Flughafen Frankfurt: Minister hatte offenbar zu „viel Alkohol getrunken“

Einem indischen Mitreisenden zufolge, der sich im selben Lufthansa-Flugzeug befand, sollen sich ganz andere Szenen abgespielt haben. Der Minister sei „nicht sicher auf den Beinen“ gewesen, da „er übermäßig viel Alkohol getrunken hatte und von seiner Frau und dem ihn begleitenden Sicherheitspersonal gestützt werden musste“, schrieb der Reisende in einer Mitteilung an India Narrative. Der Abflug habe sich deshalb so enorm verspätet, weil das Gepäck des Ministers ausgeladen werden musste.

Zuvor hätten indische Regierungsbeamte, die Mann begleiteten, die Lufthansa-Besatzung darum gebeten, den Minister trotz seines alkoholisierten Zustandes mitfliegen zu lassen, da er wichtige Termine habe. Allerdings ohne Erfolg, weshalb Mann am Boden bleiben musste. Wer vor seinem Flug zu viel Alkohol getrunken hat, darf im schlimmsten Fall nicht an Bord. Wie das Amtsgericht München in einem Urteil im Jahr 2019 verkündete, dürfen Airlines betrunkenen Passagieren den Flug verweigern.

Indischer Minister zu betrunken für Lufthansa-Flug? Sprecher weist Vorwürfe zurück

Malwinder Singh Kang, ein weiterer Sprecher der AAP, wies die Vorwürfe gegenüber des indischen Nachrichtenportals zurück. Die Leute würden ständig viel „Unsinn“ erzählen, war sich der Sprecher sicher.

Mann war vom 11. bis zum 18. September zu Besuch in Deutschland. Er bereiste neben München und Berlin, auch Frankfurt am Main und warb um Investitionen für den Bundesstaat Punjab. Nach Angaben von India Narrative wurde er von seiner Frau sowie weiteren Beamten und Sicherheitspersonal begleitet. (kas)

Zuletzt rechnete eine wütende Kundin mit der Lufthansa ab. Auf einem Flug nach Frankfurt wurde ihr Rollstuhl vergessen.

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