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Flughafen-Chaos in Frankfurt: Gewitter sorgt für Verspätungen

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Von: Alexander Gottschalk, Sebastian Richter, Florian Dörr, Erik Scharf

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Der Flughafen Frankfurt kommt im Sommer 2022 nicht zur Ruhe. Im News-Ticker gibt‘s die jüngsten Entwicklungen rund um das derzeitige Durcheinander.

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Update vom Donnerstag, 21. Juli, 12.55 Uhr: Die schweren Gewitter in der Nacht auf Donnerstag haben auch den Betrieb am Flughafen Frankfurt gestört. 32 Maschinen konnten vor der absoluten Nachtruhe um Mitternacht nicht mehr abheben, heißt es aus dem hessischen Verkehrsministerium. Zehn ankommende Flüge mussten zu anderen Flughäfen umgeleitet werden. Ausnahmeregeln gab es bei 42 Maschinen zwischen 23 und 24 Uhr. 13 Flüge landeten mit Verspätung.

Nachtflugverbot am Flughafen Frankfurt

An Deutschlands größtem Flughafen herrscht ein Nachtflugverbot von 23.00 Uhr bis 5.00 Uhr am kommenden Morgen. In der Stunde bis Mitternacht können Starts auf Antrag genehmigt werden, wenn die Gründe für die Verspätungen außerhalb des Einflussbereichs der Fluggesellschaften liegen. Verspätete Landungen sind ebenfalls nur bis 24.00 Uhr möglich. In den vergangenen Wochen waren wegen der zunehmenden Abfertigungsprobleme steigende Zahlen in beiden Kategorien beobachtet worden. (dpa)

Flughafen-Chaos in Frankfurt: Mehr Flüge nach 23 Uhr - Vielflieger-Privileg gekippt

Update vom Mittwoch, 20. Juli, 12.43 Uhr: Am Flughafen Frankfurt haben die Abfertigungsprobleme zu deutlich mehr Flügen in der eigentlich geschützten Nacht geführt. Immer mehr Starts und Landungen fänden nach 23 Uhr statt, klagte die kommunale Fluglärmkommission am Dienstag (19. Juli). Im Mai und Juni habe es mehr einzeln zu genehmigende Verspätungsstarts gegeben als in den Vergleichsmonaten des Vor-Corona-Jahres 2019. Bei den verspäteten Landungen liegen die Monatszahlen seit April über denen aus dem Jahr 2019.

Das hessische Verkehrsministerium berichtet für den Juni von 113 verspäteten Starts und 129 ebensolchen Landungen. Im Mai verletzten 38 Starts und 64 Landungen das Nachtflugverbot am größten deutschen Flughafen. Die Verspätungen werden nur genehmigt, wenn ihre Gründe außerhalb des Einflussbereichs der Fluggesellschaften liegen. Dazu gehörten neben den verzögerten Flugzeug-Umläufen auch zwei starke Gewitter in den Nächten zum 20. Mai und zum 25. Juni, die alleine für 71 verspätete Flugbewegungen sorgten.

Ein Flugzeug landet am Abend am Flughafen Frankfurt.
In Frankfurt sind zuletzt mehr Flieger nach 23 Uhr gestartet oder abgehoben, als eigentlich vorgesehen. (Archivbild) © Frank Rumpenhorst/dpa

Die Kommission unterstützt das Land in der Haltung, die Kriterien des Nachtflugverbots nicht aufzuweichen. Allerdings müssten die Verspätungsflüge schnellstmöglich wieder auf ein Minimum zurückgeführt werden, verlangte der Vizevorsitzende Jan Fischer laut einer Mitteilung. „Nicht nur Lufthansa, auch andere Fluggesellschaften müssen auf die geänderte Ausgangssituation reagieren und ihre Flugpläne in der nächsten Flugplanperiode anpassen.“

Flughafen-Chaos in Frankfurt: Lufthansa streicht Privileg für Vielflieger

Update vom Dienstag, 19. Juli, 13.23 Uhr: Die Lufthansa streicht angesichts der sommerlichen Krisenlage im Luftverkehr teilweise ihre sogenannten „Fastlanes“, über die Vielflieger beispielsweise am Flughafen Frankfurt schneller durch die Sicherheitskontrollen kommen als gewöhnliche Reisende. Speziell an den Sicherheitsschleusen kann es derzeit aufgrund des Personalmangels zu langen Wartezeiten kommen. Mit dem Ferienstart in Hessen dürfte sich das Problem noch verschärfen.

„Wir bitten unsere Statuskunden, First Class und Business Class Gäste daher vor Ihrem Abflug genügend Zeit am Flughafen einzuplanen“, schreibt die Fluggesellschaft auf ihrer Website zum Wegfall des Privilegs. Das Nachrichtenmagazin Spiegel zitiert aus einer Mail an die zahlungskräftige Kundschaft, in der die Lufthansa diese nochmal „auf direktem Weg um Entschuldigung“ bittet, weil sie „im Moment nicht die erwartete Servicequalität“ liefern könne. Die Situation sei „außergewöhnlich“.

Sicherheitskontrollen am Flughafen: In Frankfurt verweigert ein Mann die Kontrolle und leistet den Polizisten heftigen Widerstand.
Oft eine langwierige Angelegenheit: Die Sicherheitskontrolle am Flughafen Frankfurt. (Archiv) © Jens Kalaene/dpa

Flughafen-Chaos in Frankfurt: Fast jeder dritte Lufthansa-Mitarbeiter ist krank - Das hat Folgen

+++ 14.55 Uhr: Die Probleme bei Deutschlands größter Airline reißen nicht ab. Nun berichtet die Bild, dass derzeit fast jeder dritte Mitarbeiter des Lufthansa-Bodenpersonals krank sei. Die Zeitung zitiert einen Sprecher der Kranich-Airline mit den Worten: „Die Krankenquoten bei unserem Bodenpersonal sind stark angestiegen. Aufgrund von Corona-Infektionen, aber auch bedingt durch Überlastung erreicht der Krankenstand hier bis zu 30 Prozent.“

Beim fliegenden Personal, sprich Piloten und Flugbegleiter, sei die Krankenquote dagegen im einstelligen Bereich. Die hohe Krankenquote der Lufthansa sorgt am Flughafen Frankfurt dafür, dass die Probleme beim Gepäck ungebremst weitergehen.

Lufthansa: Koffer werden per Lkw zum Flughafen München transportiert

Aufgrund der Personalprobleme blieben in Frankfurt täglich 5.000 Koffer allein von Lufthansa-Passagieren liegen, schreibt die Bild. Diese würden nun teilweise sogar schon per Lkw zum Flughafen München transportiert, weil es dort mehr Kapazitäten gebe, die Gepäckstücke ihren Besitzern nachzuliefern.

Flughafen-Chaos in Frankfurt: Fraport will Kapazität weiter begrenzen – Gute Nachrichten von Urlaubs-Airline

Update vom Sonntag, 17. Juli, 11.58 Uhr: Die Sommerferien in Hessen und in Rheinland-Pfalz starten. Am Flughafen Frankfurt werden rund 200.000 Passagiere pro Tag erwartet – so viele, wie seit Ausbruch der Corona-Pandemie nicht mehr. Die Frage ist nur: Kommen wirklich alle ans Ziel?

Der Flughafen-Betreiber Fraport will die Kapazitäten weiter einschränken, wie ein Sprecher gegenüber der dpa sagte. Der bereits von 108 auf 96 Flugbewegungen pro Stunde reduzierte Wert soll weiter eingeschränkt werden. Fraport plant dann nur noch mit 88 Flugbewegungen innerhalb von 60 Minuten. Der Antrag soll nach Infrmationen des Portals reisetopia im Laufe der Woche ab dem 18. Juli der Flugsicherung in Langen vorgelegt werden.

Eine gute Nachricht für angehende Urlauber gibt es dann aber doch noch: Ferienflieger Condor, zweitgrößter Kunde am Flughafen Frankfurt nach der Lufthansa, hat bislang noch keine Verbindungen gestrichen – und dies nach eigenen Angaben auch in Zukunft nicht geplant.

Flughafen-Chaos in Frankfurt: Weitere Airlines sollen Flüge streichen

Update vom Freitag, 15. Juli, 15.40 Uhr: Der Flughafen Frankfurt begrenzt seine Kapazitäten noch weiter. Erneut soll der Höchstwert für Flugbewegungen gesenkt werden. Ziel sei es, den „Flugbetrieb zusätzlich zu stabilisieren“, berichtet ein Sprecher der Fraport am Freitag (15. Juli). Erstmals werden auch bei anderen Airlines als der Lufthansa Flüge gestrichen oder in die Randzeiten verlegt.

Bereits zuvor wurde der „Koordinierungseckwert“ von 106 auf 96 Starts und Landungen pro Stunde gesenkt. Jetzt soll der Wert auf 88 Flugbewegungen reduziert werden. Betroffen seien hauptsächlich die Tagesspitzen. Laut dem Fraport-Sprecher steht die Sommer-Reisewelle noch bevor. Schon jetzt bewegt sich der Flughafen Frankfurt aber am Rande der Belastungsgrenze.

Außer bei der Lufthansa hat noch keine Airline Flüge aufgrund der langen Wartezeiten streichen müssen. Im Juli und August waren es knapp 6000 in Frankfurt und München. Die meist kurzen Flüge über die Drehkreuze wurden im Einvernehmen mit Fraport gestrichen. Der Sprecher der Fraport dankte der Lufthansa für diese „immense Kraftanstrengung“. 

Flughafen-Chaos in Frankfurt: Doch keine Hilfe aus der Türkei?

+++ 16.22 Uhr: Die Türkei möchte keine Arbeiter an deutsche Flughäfen entsenden, um in der schwierigen Personalsituation auszuhelfen. Das berichtet die Stuttgarter Zeitung und beruft sich auf die türkische Luftfahrtbehörde. Ursprünglich sollten 2000 Arbeiter aus der Türkei das Flughafenpersonal verstärken. Eigens zu diesem Zweck wurde eine Ausnahmeregelung geschaffen.

Laut der türkischen Luftfahrtbehörde seien die Anwerbungsversuche demnach ein Sabotageversuch aus Deutschland. Die türkische Luftfahrtbranche solle dadurch geschwächt werden. Verbieten könne die Behörde den Arbeitern zwar nicht die Aushilfe in Deutschland, die Anwerbung könnte allerdings auf „erheblichen Widerstand treffen“, wie die Stuttgarter Zeitung berichtet.

200.000 Passagiere täglich erwartet - nur ein Airport in Europa ist unpünktlicher

Update vom Donnerstag, 14. Juli, 12.00 Uhr: In den kommenden Tagen erwartet der Frankfurter Flughafen den größten Passagierandrang seit Beginn der Corona-Krise. Zu Beginn der Ferien in Hessen und Rheinland-Pfalz und für Spitzentage rechne man mit bis zu 200.000 Passagieren täglich, teilte der Betreiber Fraport am Donnerstag mit. Jeden Tag starten und landen in Frankfurt bis zu 1250 Flugzeuge mit 285 Destinationen.

Es wird mit langen Wartezeiten an den Schaltern und Sicherheitskontrollen gerechnet. „Wir freuen uns, dass die Menschen wieder in den Urlaub fliegen. Der dynamische Verkehrsanstieg stellt uns aber auch weiterhin vor große Herausforderungen.“, so Fraport-Manager Alexander Laukenmann gegenüber der dpa. Der Flughafenbetreiber rät zu einer frühen Anreise von mindestens zweieinhalb Stunden vor Abflug. Außerdem solle man mehr Wartezeiten für die Gepäckausgabe einplanen. Es empfielt sich des Weiteren einen Online-Check-In vorzunehmen, um die Warteschlangen vor den Schaltern zu umgehen.

Mit Blick auf die Sicherheitskontrollen wird empfohlen, sich vor Reiseantritt genaustens über die Gepäck-Regeln zu informieren und diese genau einzuhalten, da so längere Kontrollen und Wartezeiten vermieden werden können. In den letzten Wochen hat es am Flughafen in Frankfurt mehrfach Unmut über lange Wartezeiten, fehlendes Gepäck und Nachsendeaufträge von Gepäcksstücken gegeben. Grund dafür ist fehlendes Personal.

Keinen Flug verpassen: Das sollten Sie beachten

Flughafen Frankfurt: Nur an einem Airport in Europa läuft es schlechter - Lufthansa streicht weitere Flüge

Update vom Donnerstag, 14. Juli, 10.01 Uhr: Es läuft nicht rund am Flughafen Frankfurt. Die Warteschlangen sind lang, Flüge fallen aus, Gepäckstücke kommen nicht an. Die Online-Reiseagentur Hopper hat nun eine Auswertung veröffentlicht, in der das Thema Verspätungen und Flugausfälle im europaweiten Kontext betrachtet wird. Frankfurt schneidet dabei mies ab.

In der Studie, die den Zeitpunkt vom 1. bis zum 10. Juli betrachtet, heißt es: Ganze 68 Prozent der Flüge am Flughafen Frankfurt waren verspätet. Schlimmer lief es nur in Brüssel: Dort lag der Wert sogar bei 72 Prozent. Bei den komplett ausgefallenen Flügen lief es für den Main-Airport im Europa-Vergleich sogar noch schlechter: 7,8 Prozent wurden gecancelt. Das ist mit einigem Abstand der höchste - also schlechteste - Wert im Ranking von Hopper.

Flughafen Frankfurt: Warum sind die Probleme so groß?

Am Flughafen Frankfurt kommen aktuell mehrere Probleme zusammen, die unter anderem zu Verspätungen und Ausfällen, aber auch anderen Problemen führen. Zum Einen wurden während der Pandemie am Airport selbst massiv Stellen abgebaut, die nun bei wieder höheren Passagierzahlen nicht schnell genug neu besetzt werden können. Auch Airlines wie die Lufthansa handelten ähnlich und haben nun Probleme. Zum Anderen kommen aktuell viele Krankheitsausfälle aufgrund der gestiegenen Corona-Fallzahlen hinzu.

In Kombination mit den steigenden Passagierzahlen ist die Konsequenz klar: Es herrscht Chaos am Flughafen Frankfurt.

Lufthansa streicht weitere Flüge: 2000 Verbindungen betroffen

Erstmeldung vom Mittwoch, 13. Juli, 14.43 Uhr: Frankfurt – Das Chaos im Flugverkehr geht weiter: Die Lufthansa streicht weitere 2000 Verbindungen an den Drehkreuzen am Flughafen Frankfurt und in München. Das berichtet die Bild unter Berufung auf einen Unternehmenssprecher am Mittwoch (13. Juli).

In den vergangenen Wochen kürzte die Lufthansa ihren Flugplan bereits erheblich ein. Rund 3800 Verbindungen fielen zuletzt aus. Auch im Frachtverkehr blieben Maschinen auf dem Rollfeld stehen. Jetzt kommen bis Ende August 2000 weitere Flüge hinzu. Es fehlt derzeit sowohl am Boden als auch in der Luft schlicht an Personal. Am Flughafen Frankfurt stapeln sich die Koffer, europaweit herrscht Chaos.

Flughafen Frankfurt: Flugplan soll durch Streichungen stabilisiert werden

Statt regulärer Linienverbindungen stiegen Maschinen ab dem Flughafen Frankfurt sogar ohne Passagiere in die Luft. Laut Angaben der Lufthansa sollte so der Flugplan stabilisiert werden. Das ist auch der Grund für die erneuten Flugausfälle.

Laut der Lufthansa habe sich das System in den vergangenen Wochen bewährt. Da in der kommenden Woche die Schulferien in Hessen und Rheinland-Pfalz beginnen, erwarte man am Flughafen Frankfurt ein besonders hohes Aufkommen.

Abgesagt würden laut Angaben der Bild mehrheitlich Inlandsverbindungen. Urlaubsflieger würden nur in „in absoluten Ausnahmefällen“ gestrichen.

Insider der Lufthansa berichten, dass das Chaos an den Flughäfen noch schlimmer werden soll. (esa)

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