Mit Kreisverkehr und Kreidelinien

Baden trotz Corona: Wann die Schwimmbäder rund um Offenbach und Hanau öffnen wollen

  • Manuel Schubert
    vonManuel Schubert
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Sämtliche Freibäder dürfen bald wieder für Vereine öffnen. In der Region rund um Offenbach und Hanau bereitet man sich schon auf mehr Badegäste vor.

Offenbach - Ab dem 1. Juni 2020 dürfen Schwimmbäder in Hessen wieder für Vereine öffnen. Bis zur Monatsmitte will das Land entscheiden, wann auch der normale Publikumsverkehr wieder möglich ist. Wie bereiten sich die Schwimmbäder der Region auf den Neustart vor? Ein Überblick.

Offenbach: Waldschwimmbad auf der Rosenhöhe öffnet wegen Corona am 22. Juni erstmal für Vereinsmitglieder

Das Waldschwimmbad auf der Rosenhöhe in Offenbach soll bald öffnen – jedoch noch nicht am 1. Juni. Laut Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) ist der Trainingsbetrieb für Vereinsmitglieder ab dem 22. Juni geplant. Der Erste Offenbacher Schwimmclub (EOSC), der das Freibad mit einem erheblichen Anteil an Ehrenamtlichen betreibt, brauche noch etwas Vorlaufzeit, so Schwenke. Laut Stadtrat Paul-Gerhard Weiß (FDP) könnte das Bad – sofern vom Land gestattet – am 29. Juni für alle öffnen*. Eine Woche Probebetrieb mit Vereinsmitgliedern soll aber vorgeschaltet werden, „damit sich die neuen Abläufe einspielen können“. 

Corona im Schwimmbad: Bäder in Hanau bleiben bis Ende August 2020 zu

Die Stadt Hanau hatte bereits im April die Freibadsaison in den beiden städtischen Bädern in der Innenstadt beziehungsweise in Großauheim praktisch abgesagt. Das sei auch der aktuelle Stand, heißt es auf Nachfrage. Derzeit geht man davon aus, dass das Heinrich-Fischer-Bad sowie das Großauheimer Lindenau-Bad bis Ende August geschlossen bleiben. „Uns ist bewusst, dass diese Entscheidung insbesondere für Familien hart ist, die sich wegen Corona auf einen Urlaub zu Hause einstellen müssen“, sagt Bürgermeister Axel Weiss-Thiel (SPD). Aber die Hygiene- und Abstandsregeln seien „schwer zu organisieren und zu überwachen“. 

Im September soll die Hallenbad- und Saunasaison in Hanau wieder starten – allerdings nur im Heinrich-Fischer-Bad, weil im Lindenau-Bad ab Herbst 2020 eine große Sanierung ansteht. Dafür könne das Innenstadt-Hallenbad bei Bedarf auch früher öffnen als geplant, so ein Sprecher der städtischen Bäder GmbH.

Schwimmbad in Dreieich öffnet ab 1. Juni 2020 für Vereine

„Wir werden öffnen, wenn wir dürfen“, betont Dalila Kahl, Betriebsleiterin des Parkschwimmbads in Dreieich. Dort wurden bereits Vorarbeiten geleistet: Die Becken sind gefüllt, die Bahnen verbreitert (aus sechs wurden drei – mit vorgegebener Schwimmrichtung), ein Online-Ticketing-System ist aufgesetzt. Da die Zahl der zugelassenen Badegäste vermutlich stark beschränkt wird, müssen die Schwimmer kürzere Zeit-Slots buchen. Wie viele Stunden diese betragen, steht noch nicht fest. „Da warten wir die Vorgaben vom Land ab“, so Kahl. Definitiv soll das Freibad aber ab dem 1. Juni 2020 für Vereine öffnen. 

Baden in Neu-Isenburg: Freibad auf Besucher vorbereitet 

Die Stadtwerke in Neu-Isenburg haben seit Anfang Mai Vorbereitungen getroffen, um den Freiluftbereich des Waldschwimmbads herzurichten. Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken sind bereits gereinigt und befüllt. Ab dem 2. Juni 2020 öffnet das Bad für Vereine. Und auch der Publikumsverkehr soll starten, sobald das Land ihn gestattet: „Wenn es Mitte Juni möglich ist, wären wir bereit“, sagt Stadtwerke-Chef Kirk Reineke. 

Für ein Hygienekonzept gibt es bereits Ideen: So wird der Aufenthalt im Freibad vermutlich auf zwei Stunden beschränkt, danach könnte das komplette Gelände geräumt und für die nächste Gruppe geöffnet werden. Auch in Neu-Isenburg wurden die Bahnen verbreitert. Die Gastronomie soll vorerst geschlossen bleiben. 

Trotz Corona im Langener Waldsee baden? Bäder-Chef macht Hoffnung

Die Becken im Freibad in Langen sind noch leer, die Schwimmvereine müssen warten. „Unser Bad ist auf 300.000 Besucher im Jahr ausgelegt. Es macht keinen Sinn, das jetzt schon laufen zu lassen und Kosten zu erzeugen“, betont Joachim Kolbe, Geschäftsführer des Bäder- und Hallenmanagements. „Wir verhalten uns da wirtschaftlich vernünftig.“ Kolbe betont jedoch: „Wenn wir konkrete Vorgaben haben, sind wir in 14 Tagen startklar.“ 

Eine Öffnung des Langener Waldsees will er nicht ausschließen. Hier wolle man jedoch abwarten, bis es „verlässliche Konditionen“ vom Land gebe. 

Kreisverkehr beim Baden im Becken – Freibad in Egelsbach hat neue Regeln

„Wir könnten morgen aufmachen, aber das hängt von den Auflagen ab“, sagt Egelsbachs Bürgermeister Tobias Wilbrand (Grüne). Das Wasser im Freibad sei bereits warm und gechlort, angedacht sei dort eine Art Kreisverkehr mit Überholverbot. Auf der Liegewiese sollen mithilfe eines Markierwagens, wie er auch auf dem Fußballplatz zum Einsatz kommt, Vierecke eingezeichnet werden, um den Mindestabstand zu wahren. Am 2. Juni 2020 wird bei einem Gemeindevorstandstreffen geklärt, wann Vereine ins Bad dürfen. 

Warten aufs Baden: Dieburg will sich nach Land Hessen richten

Dieburgs Bürgermeister Frank Haus (parteilos) beruft sich auf die Pressemitteilung des Ministerpräsidenten, wonach man Mitte Juni entscheiden wolle, wie es mit den Bädern weitergehen soll. Die in der Verordnung verfügte Schließung für den regelmäßigen Badebetrieb gilt vorerst bis zum 5. Juni 2020, bis dahin wird das Freibad in Dieburg nicht geöffnet. 

Derzeit arbeitet die Stadt mit Hochdruck an einem Konzept, auf dessen Grundlage eine Öffnung möglich sein könnte. Denkbar sind begrenzte Badezeiten mit anschließender Pause für eine gründliche Reinigung, der Online-Verkauf von Karten, ein Verzicht auf den Kassenbetrieb und eine Begrenzung der Besucherzahl. Der Magistrat wird sich nur dann für eine Öffnung entscheiden, wenn die Überzeugung besteht, dass ein funktionsfähiges Konzept auch umsetzbar ist. Zudem soll es möglichst einheitliche Regelungen im Kreis Darmstadt-Dieburg geben, um „Badetourismus“ zu vermeiden. 

Öffnung des Strandbads in Rodgau - Entscheidung steht aus 

Ob und wann das Strandbad in Rodgau öffnet, soll sich am 2. Juni bei einer Telefonkonferenz mit den anderen Kommunen entscheiden. Rodgau hofft ebenfalls auf eine einheitliche Lösung im Landkreis. 

Ostkreis hoffe auf gemeinsame Lösung für die Freibadsaison

Baden im Ostkreis Offenbach: „Es ist nicht auszuschließen, dass die gesamte Sommersaison ausfällt“, erklärt Seligenstadts Bürgermeister Daniell Bastian (FDP). Sein Hainburger Kollege Alexander Böhn (CDU) sagt, alles sei grob vorbereitet, allerdings gelte es, neue Vorgaben des Landes abzuwarten. Wie Bastian plädiert Böhn für eine einvernehmliche Lösung im Kreis. Es sei wenig hilfreich, wenn einzelne Kommunen ihre Bäder öffneten und dort Massenandrang herrsche. 

Der Eigenbetrieb Badeseen und Campingplatz Mainhausen bereitet die Seen wie üblich auf die Saison vor, einen Termin zur Öffnung gibt es noch nicht. Sobald erlaubt, sei die Öffnung eines Sees „mit einer Woche Vorlauf möglich“, der zweite könne „zeitnah folgen“. 

Waldschwimmbad vorerst geschlossen: Dietzenbach wartet auf Entscheidung des Landes

Mit einer Öffnung des Waldschwimmbads in Dietzenbach ist nach Angaben der Städtischen Betriebe Anfang Juni 2020 noch nicht zu rechnen. Da dort kein Vereinssport stattfindet, sei die Entscheidung des Landes über die Öffnung der Schwimmbäder für die Allgemeinheit maßgeblich. 

Bäder in Mühlheim betriebsbereit, aber geschlossen - Schwierigkeiten bei der Planung  

Wann die beiden Schwimmbäder in Mühlheim öffnen, steht noch nicht fest. Die Stadtwerke halten sowohl das Freibad in Lämmerspiel als auch das Hallenbad an der Ringstraße – aktuell beide geschlossen – betriebsbereit, informiert Geschäftsführer Wolfgang Kressel. Es sei „sehr schwer, die geforderten Hygienebestimmungen aufrecht zu halten“. Man arbeite derzeit an einem Online-Buchungstool für das Freibad, werde unter gegebenen Umständen aber beide Bäder nur für einen Bruchteil der Besucher öffnen können. Kressel befürchtet, das könne „in ein Lotteriespiel um zwei Stunden Badbesuch münden“. 

Heusenstamm prüft Anforderungen für sicheres Baden im Schwimmbad

Noch keine Entscheidung ist in Heusenstamm gefallen. Man wolle zunächst gemeinsam mit dem Schwimmbadpersonal prüfen, ob die Anforderungen der Verordnung im Hinblick auf die Abstands- und Hygieneregeln erfüllt werden könne, erläutert Bürgermeister Halil Öztas (SPD). Nicht zuletzt wegen der Kosten soll Anfang nächster Woche der Magistrat entscheiden. Mit einer Öffnung für den Vereinsbetrieb rechnet er nicht vor Ende Juni. 

Freizeitbad Monte Mare: Obertshausen wartet auf Landesentscheid

Abwarten heißt es auch im Freizeitbad Monte Mare in Obertshausen. Dessen privater Betreiber hatte bereits vergangene Woche mitgeteilt, man warte auf klare Vorgaben des Landes, um prüfen zu können, ob man den Betrieb wieder aufnehmen könne. Letztlich werden wohl auch in diesem Fall die Kosten entscheiden. 

msc/cs/st/siw/mho/lj/ron/thh

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