Protestaktion

Andauernde Wohnungsnot für Studierende in Frankfurt

Der Asta der Uni Frankfurt richtet beim„Indoor Camp“ Schlafsäle für Erstsemester ein.

Sechs Feldbetten und ein Sofa stehen in dem kleinen Zimmer im Stockwerk über den Asta-Büros am Campus Bockenheim. Auf einigen liegen Isomatten und Schlafsäcke, auf einem sitzt Louisa Mahler, gerade 18 Jahre alt und trotz unzähliger E-Mails und Suchen auf allen Plattformen bisher ohne ein eigenes Zimmer in Frankfurt. Rund 29 Studierende in ähnlichen Situationen werden mit ihr die Woche in diesen Räumen verbringen.

Organisiert wurde diese Schlafgelegenheit vom Asta der Goethe-Universität. Unter dem Motto „Mieten? Ja wat denn?“ hat die Gruppe neben vier Schlafräumen im Studierendenhaus auch eine Wohnungsbörse organisiert, um den Neuankömmlingen möglichst schnell zu einem dauerhaften Zimmer oder zumindest einer Zwischenmiete für ein paar Monate zu verhelfen.

Neben der Wohnungssuche dient das Camp aber auch als alternative Orientierungswoche mit gemeinsamem Kochen, Themenabenden und Stadtführungen.

Nur zum Duschen müssen die Bewohner und Bewohnerinnen des „Indoor Camps“ in das Wohnheim nebenan gehen. Keine Dauerlösung also, aber als solche kann das Camp ohnehin nicht fungieren. Denn damit die Studierenden zu jeder Zeit ein- und ausgehen können, müsste für das Camp auch durchgängig die Eingangspforte besetzt sein. Die Mittel dafür reichten schlicht nicht über die fünf geplanten Tage des Camps hinaus.

Die Wohnungsknappheit in Frankfurt treffe viele Studierende besonders hart, sie stünden auf dem umkämpften Wohnungsmarkt in Konkurrenz zu jungen Berufstätigen sowie Rentnern und Rentnerinnen, so Felix Große Besten aus dem Asta-Vorstand.

Auch internationale Studierende, die nach Frankfurt kommen, stünden vor einem fundamentalen Teufelskreis. Ohne eine deutsche Bankverbindung ließe sich kein Mietvertrag abschließen, aber ohne festen Wohnsitz könne man kein deutsches Bankkonto eröffnen.

Deshalb soll das Camp neben einer Schlafgelegenheit während des Semesterbeginns vor allem zum Protest dienen. Gerade im Vergleich zu den in Bockenheim entstehenden Luxuswohnungen, wie etwa im Hochhaus Onefortywest, sei der Mangel an bezahlbarem Wohnraum grotesk, so Kyra Beninga, Vorsitzende des Astas. Daher fordert sie die Stadt- und Landesregierung zu einem größeren sozialen Engagement in der Verteilung öffentlicher Grundstücke und im Bau geförderter Wohnheime auf.

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