22. Juni 2012, 10:48 Uhr

Ruhe in vier bis sechs Jahren

Wöllstadt (hed). In vier bis sechs Jahren werden die Anwohner in Ober- und Nieder-Wöllstadt wieder Ruhe vor dem Fenster haben. Hoffentlich, denn mit konkreten Terminzusagen konnten die Straßenplaner, die bei der Bürgerversammlung am Mittwoch in der Römerhalle die Pläne für den Bau der Ortsumgehung vorstellten, nicht dienen.
22. Juni 2012, 10:48 Uhr
Wo kommen die Brücken hin, wie weit ist die Straße vom Ort entfernt? Auf den Plänen, die in der Römerhalle aushängen, machen sich die Wöllstädter ein Bild vom Großprojekt Ortsumgehung.

Grund: Die Finanzierung des 43-Millionen-Euro-Projekts ist zwar gesichert, wann genau der Bund aber wie viel Geld auszahlt, ist nicht abzusehen. Immerhin: Im November soll mit dem Bau der ersten von zehn neuen Brücken begonnen werden.

An den Wänden der Römerhalle, in die am Mittwoch rund 170 Wöllstädter gekommen waren, hingen die ersten Pläne für die einzelnen Abschnitte der 9,4 Kilometer langen Ortsumgehung, die den Verkehr in beiden Ortsteilen um bis zu 75 Prozent entlasten soll. Für 2020 rechnen die Planer mit 28 700 Fahrzeugen, die die neue Straße täglich nutzen werden. »An anderen Stellen wird dafür eine Autobahn gebaut«, sagte Alexander Pilz von der Landesverkehrsbehörde Hessen Mobil. Gleich zu Beginn betonte er vor 170 Zuhörern: »Die Finanzierung ist gesichert.« Der Bund werde aber die Mittel sukzessive überweisen, weshalb man nicht genau sagen könne, wann die Straße fertig werde. »Aber je länger es dauert, desto teuer wird es für den Bund«, meinte Projektleiter Dr. Stefan Franz von der Deges.

Die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH, die schon etliche Straßen vor allem im Osten der Republik gebaut hat, hatte im März den Auftrag von Hessen Mobil erhalten, Planung und Durchführung des 43-Millionen-Euro-Projekts zu übernehmen. Wie er erklärte, soll im November mit der ersten von zehn zu bauenden Brücken am Ortsausgang Richtung Karben begonnen werden. Vorher würden Leitungen verlegt, Hamster umgesiedelt, Bodenproben ausgewertet, Gelände vermessen und Munition gesucht. Die Wetterau sei »Verdachtsfläche« für Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg. Zudem sollen im Sommer die Archäologen mit ihren Grabungen starten. Deren Ergebnisse könnten den Baubeginn verzögern: »Aber wir hoffen mal, dass kein Ötzi von Wöllstadt gefunden wird.«

Geplant sind drei Bauabschnitte. Der erste (von Friedberg bis zum »Knoten Wöllstadt« zwischen den Ortsteilen«) könnte schon freigegeben werden, bevor die anderen fertig sind, kündigte Franz an. So könnte auch bereits mit Sanierung (samt neuer Wasserleitung) und Rückbau der alten B 3 in Ober-Wöllstadt begonnen werden.

Nur noch ein »Ohr«

Entgegen der früheren Planung, die zwei »Ohren« bei der Kreuzung B 3/B 45 zwischen Ober- und Nieder-Wöllstadt vorgesehen hatte, ist derzeit nur noch eines angedacht. Bürgermeister Alfons Götz würde das gerne noch einmal überprüfen lassen, denn nicht nur er ist skeptisch, ob eine kreuzungsfreie Abfahrt ausreicht. Auch Bedenken, dass viele Autofahrer über die K 11 und die spätere Rosbacher Südumgehung durch Ober-Wöllstadt zur Autobahn fahren würden, wurden geäußert.

Auf die Kritik Einzelner, dass keine Kreisel, sondern Ampeln an den sechs Knotenpunkten errichtet werden sollen, erwiderte Franz: »Dann wäre der Flächenverbrauch höher und alles entsprechend teurer.« Zudem würden Kreisel auf Bundesstraßen den Verkehrsfluss eher hemmen.

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