28. Dezember 2011, 19:43 Uhr

Ortsumgehung Wöllstadt wird gebaut

Wöllstadt (hed). Es ist ein leicht verspätetes Weihnachtsgeschenk für alle Wöllstädter: Der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Peter Tauber hat am Mittwoch in einem Schreiben mitgeteilt, dass mit dem Bau der B 3/B 45-Ortsumgehung im neuen Jahr begonnen wird.
28. Dezember 2011, 19:43 Uhr
Sie haben ihr Ziel erreicht: Die Wöllstädter, die im Mai und Oktober zu Hunderten auf die Straße gegangen sind, dürfen sich freuen. (Archivfoto: hed)

Dies habe ihm ein Staatssekretär aus dem Bundesverkehrsministerium in Berlin bestätigt. Die Freude in Wöllstadt ist entsprechend groß.

Wie der Gelnhäuser CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Peter Tauber, der den Wetteraukreis kommissarisch von der jetzigen Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) übernommen hatte, der WZ sagte, habe er die freudige Nachricht zwischen den Jahren aus dem Verkehrsministerium erhalten. Demnach sind die 38,8 Millionen Euro für den Bau der B 3/B 45-Ortsumgehung freigegeben.

Eine Entscheidung pro Ortsumgehung hatte sich abgezeichnet, nachdem dem Projekt im Investitionsrahmenplan bis 2015 eine hohe Priorität eingeräumt worden war. Zudem gab es berechtigte Hoffnung, dass der Haushaltsausschuss des Bundestages, der Mitte Januar über die Verwendung der zusätzlich bewilligten Milliarde berät, auch Wöllstadt nennen würde. Dass die Entscheidung nun doch schneller kam und der Bau bereits 2012 beginnen soll, hat viele überrascht.

Aus welchem Topf das Geld nun komme, wisse er nicht, gestand Tauber. Auf die Aussage aus dem Ministerium aber könne man sich verlassen. »Das ist definitiv so.« Er habe in den vergangenen Wochen »vielen auf den Füßen gestanden«, sagte der CDU-Abgeordnete – sei es im Verkehrsministerium oder in den betreffenden Ausschüssen. »Den Kollegen aus Baden-Württemberg muss man erst einmal klar machen, dass man hier ein wichtiges Projekt hat.« Tauber dankte vor allem Wöllstadts Bürgermeister Alfons Götz und Peter Dangelmaier von der Bürgerinitiative, die wiederum ihm auf den Füßen gestanden hätten, aber auch der Bevölkerung: »Es ist natürlich leichter für eine Umgehungsstraße zu werben, hinter der die Bevölkerung geschlossen steht.«

Auch Taubers Vorgängerin Lucia Puttrich wertete die Entscheidung als ein in doppelter Hinsicht positives Zeichen. Erstens werde so deutlich, dass die Interessen der Wetterau in Berlin sehr wohl Gehör fänden, zweitens zeige sich, dass das Engagement der Bürger Früchte getragen habe.

Wöllstadts Bürgermeister Alfons Götz ist ein riesiger Stein vom Herzen gefallen: »Sie glauben gar nicht, wie glücklich ich bin.« In den vergangenen 17 Jahren sei kaum ein Tag vergangen, an dem er sich nicht mit der Ortsumgehung beschäftigt habe. Die Entscheidung war für ihn immer alternativlos: »Käme die Umgehung nicht, Wöllstadt würde um Jahre zurückgeworfen werden. Außerdem profitiert die gesamte südliche Wetterau und darüber hinaus von der Straße.« Laut Götz war es vor allem die große Belastung der B 3– die Rede ist von bis zu 30 000 Autos täglich –, die die Verantwortlichen in Berlin zu einem Umdenken bewegt habe. »Das sind Fakten, die kann man nicht wegdiskutieren.« Durch den Ausbau könne eine Normalisierung für die Gemeinde erfolgen. »Jetzt ist es endlich soweit. Vielen Dank an alle, die geholfen haben.«

Dangelmaier: Wir freuen uns riesig

Lobende Worte haben alle Politiker für die Bürgerinitiative »Ortsumgehung Wöllstadt – Jetzt«. Insgesamt vier Demonstrationen hatte der Vorsitzende Peter Dangelmaier gemeinsam mit seinen 20 Mitstreitern organisiert. Bei einer hatten knapp 1000 Ober- und Nieder-Wöllstädter den Verkehr rund um die Gemeinde lahmgelegt, um sich Gehör zu verschaffen. Auch sonst bliebt man nicht untätig: »Wir haben uns alle 14 Tage getroffen, telefoniert, Briefe geschrieben«, berichtet Dangelmaier. Allein in jüngster Zeit habe er zweimal pro Woche Kontakt mit Taubers Büro in Berlin gehabt. »Nun hat Ramsauer entschieden. Wir freuen uns riesig.« Er hofft, dass bald mit den archäologischen Voruntersuchungen begonnen wird, damit der eigentliche Bau starten kann. Dangelmaier rechnet mit einer Bauzeit von drei bis vier Jahren. Aber: »Bis 2016 fahren noch viele Autos durch Wöllstadt.« Jetzt wolle man dafür sorgen, dass der Verkehr bis zur Freigabe stärker überwacht wird.

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