05. Juli 2016, 18:33 Uhr

Idee: Fußballgolf am Wölfersheimer See

Wölfersheim (pm). Fußball gilt als beliebteste Sportart der Deutschen, während Golf ein elitärer Ruf vorauseilt. Was passiert, wenn man beide Sportarten miteinander kombiniert, und wie wirkt sich das auf die Natur aus?
05. Juli 2016, 18:33 Uhr
Praxistest: Wölfersheimer Politiker lernen in der Pfalz Fußballgolf kennen. Zwei Berstädter Familien wollen eine solche Anlage auch am Wölfersheimer See betreiben. (Foto: pv)

Dieser Frage gingen Mitglieder der Gemeindevertretung und des Gemeindevorstands vor wenigen Tagen bei einer Exkursion nach. Anlass war die Anfrage einer Gruppe Wölfersheimer, die eine Fußballgolf-Anlage am Wölfersheimer See errichten und betreiben wollen, wie die Gemeinde mitteilt.

Fußballgolf ist eine Sportart für alle Generationen und vergleichbar mit Minigolf. Ziel ist es, einen Fußball von einer Startposition über Hindernisse in ein Loch zu schießen. Insgesamt gibt es pro Durchgang wie beim normalen Golf 18 Löcher mit verschiedenen, natürlichen Hindernissen. Die Idee zu einer solchen Anlage am See stammt von den Familien Siaplaouras und Gottwald aus Berstadt. In einem gemeinsamen Urlaub beider Familien haben Kinder und Eltern Fußballgolf gespielt und waren sofort begeistert. Schnell war man sich einig, eine solche Anlage zu Hause am See errichten zu wollen.

Sport für Familien wie Senioren

Über Monate hinweg wurden Kosten ermittelt und eine GmbH mit dem Namen »Red Lama« gegründet. Mit ihrem Konzept wurden die Berstädter bei Bürgermeister Rouven Kötter vorstellig, der zunächst skeptisch war, da das Gebiet rund um den See in seinem jetzigen Charakter erhalten werden soll. »Das Naherholungsgebiet am See ist für viele unserer Bürger ein sehr wichtiges Areal. Hier können sie im Alltag bei einem Spaziergang Kraft tanken. Es ist wie ein kleines Urlaubsgebiet direkt vor der Haustür. Das wollen wir keinesfalls gefährden«, begründet Kötter seine Anfangsbedenken.

Das Konzept habe ihn jedoch überzeugt. Das Gelände für den Fußballgolfplatz soll nicht eingezäunt werden und in seiner jetzigen Beschaffenheit erhalten bleiben. Es werden keine Plastik-Spielbahnen aufgestellt, Autoreifen in der Natur platziert oder blinkende Lampen aufgebaut – lediglich natürliche Hindernisse wie Steine, Bäume oder Holzbarrieren sollen genutzt werden. Der Besuch einer entsprechenden Anlage in Dirmstein in der Pfalz mit Vertretern fast aller Fraktionen habe gezeigt: »Die Anlage fügt sich hervorragend in die Natur ein und stört Spaziergänger und Naherholer nicht«, sagt Kötter. Ähnliche Eindrücke hätten auch die anderen Teilnehmer der Exkursion geäußert. Viele Bedenken hätten bei dem Ortstermin aus dem Weg geräumt werden können. »Da immer nur wenige kleine Gruppen auf dem Platz spielen können, muss man keine Besuchermassen befürchten. Natürliche Hindernisse aus Steinen, Pflanzen und kleinen Erdaufschüttungen passen sich perfekt ins Landschaftsbild ein. Die Bahnen selbst werden durch hohes Gras begrenzt«, sagt Kötter. Fußballgolf sei für Familien, einen Ausflug mit Freunden oder als Freizeitbeschäftigung für Jugendliche bestens geeignet. Selbst Senioren könnten problemlos mitspielen.

Keine Menschenmassen erwartet

Ins Auge gefasst haben die Betreiber das Gelände rund um den Hochseilgarten, das nicht eingezäunt werden soll. Ob die Planungen der Berstädter Familien realisiert werden können, werden der Ausschuss für Sport, Kultur, Jugend und Soziales und der Ausschuss für Landwirtschaft und Umwelt in einer gemeinsamen Sitzung am Donnerstag, 7. Juni, um 19 Uhr und die Gemeindevertretung in ihrer Sitzung am kommenden Dienstag, 12. Juli, um 20 Uhr beraten.

Fest steht laut Kötter, dass beim Bau einige Dinge zu beachten wären. Insbesondere müssten die Planungen eng mit den Bauaufsichts- und vor allem den Naturschutzbehörden abgestimmt werden. »Der ruhige Charakter des Areals um den See darf nicht gestört werden. Da keine Menschenmassen, sondern nur kleine Gruppen gleichzeitig spielen können, würde eine solche Anlage das Gelände sinnvoll ergänzen und aufwerten, ohne seinen Charakter zu gefährden. Es wäre eine Steigerung der Attraktivität gerade auch für Familien und Vereine«, wirbt Kötter.

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