25. April 2016, 20:53 Uhr

Verkehrskonzept für Oberstufe: Vorerst keine Einbahnstraße

Wölfersheim (pm). Bald kommen die ersten Schüler der neuen Oberstufe mit dem Auto zum Unterricht, dabei ist die Verkehrslage rund um die Singbergschule schon jetzt angespannt, besonders in den Stoßzeiten. Die Gemeinde hat frühzeitig reagiert und gemeinsam mit Anliegern über Lösungen nachgedacht.
25. April 2016, 20:53 Uhr
Schon jetzt ist die Verkehrslage rund um die Singbergschule problematisch. Bald kommen die Autos der Oberstufenschüler hinzu. Zwar fällt dafür der Kita-Verkehr (Umzug der Einrichtung) in der Wingertstraße (Bild l. am rechten Rand) weg, dennoch befürchten Anlieger, dass ihre Häuser zugestellt werden. Das soll ein großer Parkplatz verhindern. (Foto: nic)

»Es ist kaum zu vermeiden, dass durch die Oberstufe mehr Verkehr zur Singbergschule kommt. Das zu leugnen wäre Augenwischerei«, sagte Bürgermeister Rouven Kötter kürzlich vor einer Anwohnerversammlung in der Singbergschule. Seit Sommer 2015 wird in Wölfersheim der erste Abi-Jahrgang unterrichtet, bald sind die Schüler motorisiert, weitere kommen im Laufe der Jahre hinzu und auch ein erweiterter Personalkörper wird zu einer Zunahme der Verkehrsströme am Singberg führen. Kötter: »Es ist uns daher sehr wichtig, frühzeitig und gemeinsam mit den betroffenen Anwohnern nach Lösungen zu suchen, um die Belastungen so gering wie möglich zu halten.« Dies unterstrich auch Schulleiter Thomas Gerlach, der die Umbauplanungen auf dem Singberg-Campus vorstellte.

Damit das höhere Verkehrsaufkommen nicht zulasten der Anwohner geht, arbeitet die Gemeinde an einem Verkehrskonzept. Über mehrere Wochen wurde der Verkehr auf den Zufahrtsstraßen durch versteckte Zählungen erfasst und ausgewertet. Außerdem konnten sich alle Anwohner in einem Fragebogen anonym zur Verkehrssituation äußern. Die Ergebnisse sind eindeutig: Ein Großteil der Anwohner fühlt sich schon jetzt vom Schul- und Kindergartenverkehr gestört.

Die Hauptlast des Verkehrs trägt die durch bauliche Maßnahmen verengte Wingertstraße mit etwa 1000 Fahrzeugen zwischen 6 und 22 Uhr. Gemeinsam mit dem Wetteraukreis plant die Gemeinde Wölfersheim einen großen Parkplatz oberhalb der Singbergschule im Bereich der Steingasse. Diese Straße ist die zweite Möglichkeit, um auf den Singberg zu gelangen. Mit dem Parkplatz stehe zu erwarten, dass sich Teile des Verkehrs von der Wingertstraße in die Steingasse verlagern. Durch den Umzug des Kindergartens von der Wingert- in den Bereich Friedensstraße (Neubau) fallen zudem mehr als 100 Fahrten pro Tag in der Wingertstraße weg.

Stärkere Kontrollen angekündigt

Doch nicht nur der Verkehr bereitet den Anwohnern Sorgen. Ordnungsamtsleiter Thorsten Höhne berichtete auch von »großen Problemen im Bereich der Bushaltestelle, die teilweise völlig verantwortungslos von abholenden Eltern zugeparkt« werde. Anwohner beklagten, dass auch ihre Einfahrten zugestellt würden. Einige befürchten zudem beitragspflichtige Sanierungskosten, falls Baustellenfahrzeuge im Zuge der baulichen Erweiterung der Schule die Straße kaputtfahren.

Nach der Vorstellung der Ergebnisse von Umfrage und Messung sowie der bereits in Umsetzung befindlichen Planungen, stellte Bürgermeister Kötter zwei mögliche Vorgehensweisen zur Abstimmung. Nämlich die vorübergehende Einrichtung einer Einbahnstraße in der Wingertstraße, wie es von einigen Anwohnern im Rahmen der Umfrage vorgeschlagen wurde. In der zweiten Variante, die der Bürgermeister favorisiert und für welche sich auch die Versammlung mit großer Mehrheit aussprach, wird die Schaffung des großen Parkplatzes und der Umzug des Kindergartens abgewartet, wodurch sich der Verkehr bereits verlagern wird. Ordnungsamtsleiter Thorsten Höhne kündigte derweil verstärkte Kontrollen im ruhenden und fahrenden Verkehr am Singberg an.

Neben dem scheidenden Schulleiter Thomas Gerlach war die Schulleitung durch Renate Schäfer und Thomas Küchenmeister vertreten. Auch die Elternschaft zeigte in Elternbeiratsvorsitzendem Thomas Seeling Flagge. Um die Bildungsbelange besser koordinieren zu können, habe man sie nun bei Eike See gebündelt, teilte Kötter mit: »Unsere Unterstützung der Wölfersheimer Schulen ist sehr vielfältig und betrifft nahezu alle Bereiche unserer Verwaltung. Um hierbei den Überblick zu bewahren und die verschiedenen Aufgaben und Themen besser aufeinander abzustimmen, wurde unser Finanz-Fachbereichsleiter Eike See zum Schulkoordinator ernannt. Als Vorsitzender des Fördervereins Wölfersheimer Schulen kennt er alle Beteiligten und auch die Bedürfnisse und Örtlichkeiten hervorragend. Er wird den Schulgemeinden als kommunaler Ansprechpartner dienen und intern das umfangreiche Thema ›Schule» im Rathaus verantworten und koordinieren.«

Eike See jetzt Schulkoordinator

Eike See sagte: »Ich beschäftige mich seit Jahren ehrenamtlich mit der Weiterentwicklung der Wölfersheimer Schulen. Es freut mich, wenn ich meinen Teil zur Zukunftssicherung der Gemeinde beitragen kann.«

Zwar hatten einige Anlieger die Versammlung auch genutzt, um ihrem Unmut Luft zu machen, der Schlussapplaus bezeugte allerdings ein insgesamt konstruktives Miteinander von Gemeinde, Schule und Bürgern.

Anfang des Vorjahres hatte das Kultusministerium den Wetterauer Schulentwicklungsplan und damit die Oberstufe genehmigt.

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