29. Juni 2014, 16:58 Uhr

Daniela Michalski: Mit High-Heels auf die Karriereleiter

Rockenberg-Oppershofen (chh). Von Oppershofen auf die Laufstege der Welt: Daniela Michalski hat als Topmodel in London, New York und Paris gearbeitet – bis zwei Schicksalsschläge ihr Leben veränderten. Nach ihrer Teilnahme an »Der Bachelor« hat sie ihrer alten Heimat einen Besuch abgestattet – und aus dem Nähkästchen geplaudert.
29. Juni 2014, 16:58 Uhr
Daniela Michalski hat trotz vieler Rückschläge gut Lachen. (Foto: Laura Kaufmann)

Knallrote Lippen, ein bauchfreies Top, schwarzer Lederrock und High-Heels so bunt, als hätten sie Kinder mit Fingerfarbe bemalt. So recht passt die Bachelor-Kandidatin Daniela Michalski nicht in die beschauliche Idylle des Bad Nauheimer Kurparks. Um nicht mit ihren High-Heels (»Das sind Jimmy Choos«) zu versinken, stakst sie vorsichtig über den Rasen, die vereinzelten Blicke der Passanten scheinen sie nicht zu stören. Im Gegenteil: Die Oppershofenerin ist es gewohnt, im Mittelpunkt zu stehen. Bestens gelaunt steuert sie einen sonnigen Platz an und fläzt sich auf die Wiese.

»Ich war gerade in Frankfurt auf einem großen Partyevent, der Veranstalter hatte mich als prominenten Gast eingeladen. Davor war ich beim Finale von ›Let’s Dance», ebenfalls als prominenter Gast«, erzählt Daniela. So sieht das Leben der 38-Jährigen nach der Kuppelshow »Der Bachelor« aus. Sie reist von Veranstaltung zu Veranstaltung, gibt Autogrammstunden und moderiert Aftershow-Parties. Ihr gefällt das – wohl auch, weil es einen Hauch von ihrem alten Leben hat.

1992: Nach ersten kleinen Modeljobs nimmt die 16-jährige Daniela an einem großen Modelwettbewerb in New York teil – und gewinnt. Es folgen Covershootings für Vogue und Cosmopolitan, Jobs für Karl Lagerfeld und etliche Fotostrecken in internationalen Modemagazinen. Zu ihren Freunden zählt die Oppershofenerin jede Menge Prominente, mit dem britischen Musikproduzenten Nellee Hooper (Björk, U 2) ist sie liiert. Daniela hat es ganz nach oben geschafft – doch dann folgt der Absturz. Sie heiratet einen kanadischen Geschäftsmann, der sich schnell als Reinfall entpuppt. Eines Morgens stürmt das FBI ihr Schlafzimmer. Danielas Mann wird in Handschellen abgeführt. Was sie nicht weiß: Früh morgens, während sie schlief, wickelte er illegale Geschäfte ab. Der Kanadier kommt ins Gefängnis. Der nächste Schicksalschlag lässt nicht lange auf sich warten: Bei der Oppershofenerin wird Brustkrebs diagnostiziert. Der Tumor wird entfernt, Daniela entscheidet sich aber gegen Chemotherapie und Radiologie. Sie wählt einen alternativen Heilungsweg und kehrt zurück nach Deutschland. Hilden statt Hollywood.

Viele Auf und Abs, auf die Daniela – inzwischen ist sie seit drei Jahren krebsfrei – relativ gelassen reagiert. »Ich war schon reich, arm, gesund und krank. Ich war berühmt und ich war ein Niemand. Ich habe alle Facetten kennengelernt. Ich nehme das Leben, so wie es kommt.« Auch mit dem Umzug in die deutsche Provinz scheint sie keine großen Probleme zu haben: »Ich bin eben ein Dorfkind, schließlich bin ich in Oppershofen aufgewachsen.« In die nordrhein-westfälische Kleinstadt Hilden ist sie gezogen, weil ihr »Heiler« Franky Ji in der Nähe wohnt. Doch das Thema will sie nicht wieder anschneiden. Nicht nach »Der Bachelor«.

Während der RTL-Kuppelshow hatte TV-Junggeselle Christian Franky Ji kennengelernt und kein gutes Haar an ihm gelassen. Dabei hätten die beiden sich gar nicht treffen sollen. »Ich wollte eigentlich meinen Vater vorstellen. Aber RTL hat das mit Franky forciert.« Verzerrte Stimmen aus dem Off, Horror-Musik und Nebeleffekte hätten ihr übrigens getan. Doch das sei Vergangenheit, ihr Auftritt beim Promi-Dinner habe diese »böse Darstellung« wieder bereinigt«. »Alles ist wieder in Ordnung.«

Das könnte auch daran liegen, dass viele Aufgaben vor der Oppershofenerin liegen. »Seit 2008 moderiere und teste ich Autos für Playboy TV. Zudem hatte ich gerade einen Moderationstest für eine Sendung in München. Ich darf aber nicht sagen, um was es geht.« Damit nicht genug: »Ich fliege bald nach London, um mit meinem guten Freund Sacha Puttnam ein paar Demotapes aufzunehmen. VOX wird das wahrscheinlich dokumentieren.« Singen könne sie, betont Daniela. »Ich habe in den 90er Jahren mit Jason Donovan ein Lied aufgenommen.« Das Singen sehe sie aber nur als kreativen Output. Ihr eigentliches Ziel sei das Moderieren. »Darauf will ich mich konzentrieren.«

Das Modeln soll aber auch weiterhin ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens sein – nicht zuletzt, weil es ein regelmäßiges Einkommen sichert: »Ich fliege zwei bis drei Mal im Monat nach London und mache Werbe- und Katalogaufnahmen. Ich habe dort eine Agentur und Kunden, die mich schon seit 20 Jahren buchen.«

Prominenter Gast, Moderatorin, Testfahrerin, Sängerin, Model: Um die vielen Aufgaben unter einen Hut zu bekommen, sucht Daniela derzeit ein eigenes Management. » Ich bin demnächst zu einer Premiere eingeladen. Da werde ich auch mit einer Agentur verhandeln.«

Nach einer guten halben Stunde macht sich Daniela wieder auf den Weg, der nächste Termin wartet schon. Mit ihren Jimmy Choos will sie die nächste Sprosse der Karriereleiter erklimmen – hohe Absätze hin oder her.

Daniela Michalski beim Bachelor: Aus Rockenberg zur Rosenjagd Folge 1: Daniela holt die Spezialrose Folge 2: Danni knutscht nicht – und kommt trotzdem weiter Folge 3: Doppelkorb nach traurigem Date beim Nilpferd Folge 4: Schlamm, Quads und eine Champagner-Dusche Folge 5: Dani im Stile eines Mittelstürmers Folge 6: Kussmangel und »Heiler« sorgen für Liebesaus Folge 7: Dani hätte auch gern auf den Malediven geplanscht Folge 8: Katja gewinnt, Dany die Rosenkönigin der Herzen

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