09. Oktober 2009, 17:20 Uhr

Chor darf nicht auf die Empore: Kein Hochamt

Rockenberg (en). Abgesagt werden muss der für den morgigen Sonntag angesetzte lateinische Gottesdienst, zu dem der Kultur- und Geschichtsverein Oppershofen in die Klosterkirche Marienschloss eingeladen hatte. Ins Auge fällt dabei weniger die Tatsache der Absage als der Grund: »Das feierliche Choral-Hochamt kann nicht stattfinden, da die Empore der Kirchpe auf Grund statischer Probleme nicht genutzt werden kann«, hieß es gestern.
09. Oktober 2009, 17:20 Uhr
Ist derzeit tabu, zumindest für größere Menschenansammlungen: die Empore der Klosterkirche Marienschloss. (Archivfoto: Burkard)

Rockenberg (en). Abgesagt werden muss der für den morgigen Sonntag angesetzte lateinische Gottesdienst, zu dem der Kultur- und Geschichtsverein Oppershofen in die Klosterkirche Marienschloss eingeladen hatte. Ins Auge fällt dabei weniger die Tatsache der Absage als der Grund: »Das feierliche Choral-Hochamt kann nicht stattfinden, da die Empore der Kirchpe auf Grund statischer Probleme nicht genutzt werden kann«, hieß es gestern.

Die Empore baufällig, vielleicht sogar die ganze Kirche nicht mehr sicher? - So dramatisch ist es nicht, lassen Dorothea Ender vom Verein und auch der stellvertretende Leiter der Jugend-JVA, Claus Mühlberger, auf Anfrage wissen. Die JVA und damit das Land Hessen ist quasi Hausherr der Kirche des früheren Klosters Marienschloss, in dessen Mauern heute junge Straftäter auf den rechten Weg gebracht werden sollen.

Betreut wird die Kirche wie alle Immobilien des Landes vom Hessischen Bau-Management, hier speziell von der Regionalniederlassung Mitte in Gießen. Dort weiß man von einem Gutachten, laut dem die Empore vorerst nicht für »größere Menschenansammlungen« freigegeben werden soll.

Da dies nicht gerade konkret ist, ging man von Seiten der JVA, der die Verkehrssicherungspflicht obliegt, noch einen Schritt weiter: Die Empore wurde komplett gesperrt und darf nur noch unter Aufsicht von JVA-Personal betreten werden.

Ihren Ursprung hat die Einschränkung laut JVA-Vize Mühlberger übrigens in einer Initiative eben jenes Kultur- und Geschichtsvereins, der jetzt sein feierliches Hochamt abgesagt hat: Der Verein spendete vor einigen Jahren eine Glocke für die Marienschloss-Kirche, doch die schien den Beschenkten so schwer, dass sie Zweifel bekamen an der Statik des Dachreiters, der bei der Kirche den Turm ersetzt. Denn der Reiter verfügt nicht über eigene Stützen. Man engagierte einen Statiker, der bei der Gelegenheit auch die Empore unter die Lupe nahm.

Seitdem steht die Glocke auf dem Kirchenboden, irgendwann in den nächsten Monaten ist laut Claus Mühlberger mit einer weiteren Untersuchung zu rechnen, mit der entschieden werden soll, ob die Beschränkung zu Recht besteht und eine Sanierung angegangen werden soll, oder ob man die Empore auch wieder für Chöre und andere Gruppen bedenkenlos freigeben kann.

Denn das ist für Dorothea Ender und ihren Verein der entscheidende Punkt: Wenn der für das Choral-Hochamt benötigte große Chor nicht auf die Empore darf, ist unten zu wenig Platz. Also sagte man den Gottesdienst in lateinischer Sprache komplett ab.

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