Von alten und modernen Grabräubern

Wölfersheim-Berstadt (pm). Als vor einigen Jahren rund 400 Gräber der Merowinger im Berstädter Neubaugebiet »Über den Holdergärten« gefunden wurden, galt das als archäologische Sensation. Wie die Ausgrabungsarbeiten abliefen und welche Funde die Archäologen machten, erläuterte Grabungsleiter Sascha Piffko als Gast des Kultur- und Geschichtsvereins Oppershofen in der Burg Rockenberg.
06. Februar 2009, 20:26 Uhr

Wölfersheim-Berstadt (pm). Als vor einigen Jahren rund 400 Gräber der Merowinger im Berstädter Neubaugebiet »Über den Holdergärten« gefunden wurden, galt das als archäologische Sensation. Wie die Ausgrabungsarbeiten abliefen und welche Funde die Archäologen machten, erläuterte Grabungsleiter Sascha Piffko als Gast des Kultur- und Geschichtsvereins Oppershofen in der Burg Rockenberg.

Die Merowinger waren das erste Geschlecht der Frankenkönige, ihre Ära dauerte von 400 bis etwa 750. Piffko erklärte, dass die Bestatteten unterschiedlicher Herkunft waren. So habe man auch zwei Gräber gefunden, in denen wohl Kelten begraben lagen. Der Grund für diese Mischung sei die Völkerwanderung gewesen.

Es war eine kriegerische Zeit, wie die Ausgrabungen zeigten. Bei den Männern fanden die Forscher vor allem Waffen wie Langschwerter oder Wurfbeile. In den Frauengräbern lagen vor allem Gegenstände aus dem alltäglichen Leben wie Becher und Vasen, aber auch Schmuck aus Tonperlen und Elfenbein. Piffko bedauerte in diesem Zusammenhang, dass viele Gräber ausgeraubt worden seien.

Gesichert wurden die Funde mit der sogenannten Block-Bergung. Die Wissenschaftler heben dabei das Grab bis zu einer Tiefe von anderthalb Metern aus und bringen die Funde zur Untersuchung nach Wiesbaden. Diese Methode werde aber nur bei wichtigen Funden angewandt, um sie vor (modernen) Grabräubern zu schützen, sagte Sascha Piffko.

So seien Diebe in den verschlossenen Bauwagen an der Grabungsstelle eingedrungen, um Grabbeilagen zu stehlen.

Zurzeit warten die Archäologen auf die Ergebnisse aus Wiesbaden. Von einigen menschlichen Überresten seien DNA-Proben genommen worden, sagte Piffko. Geplant ist ein Katalog, der die Arbeit und die Ergebnisse der Ausgrabungen dokumentieren soll.

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