13. März 2014, 17:13 Uhr

Brandserie: Es bleibt bei 16 Monaten

Reichelsheim/Gießen (tan/dab). Der erneute Prozess wegen der Brandserie im Jahr 2011 in Weckesheim ist vorzeitig beendet worden. Im Namen seines Mandanten nahm Verteidiger Knud Stenzel gestern vor dem Landgericht Gießen die Berufung zurück.
13. März 2014, 17:13 Uhr
Im Mai und Juni 2011 müssen die Feuerwehrleute acht Mal ausrücken: Einer ihrer Kameraden hat die Brände gelegt. (Foto: kai)

Die Art und Weise der Befragung des Richters habe den Angeklagten dazu veranlasst zu glauben, dass er mit einer Gefängnisstrafe rechnen müsse, erklärte Stenzel auf WZ-Nachfrage.

Dr. Christian Matejko stimmte für die Staatsanwaltschaft zu und nahm seinerseits die Berufung zurück: Die Behörde hatte ein höheres Strafmaß angestrebt. So bleibt es für den 21-Jährigen bei der Bewährungsstrafe von 16 Monaten, zu der ihn das Friedberger Jugendschöffengericht 2012 verurteilt hatte – wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung in vier Fällen, Brandstiftung in zwei Fällen und schwerer Brandstiftung in zwei Fällen, davon ein Versuch.

Der Angeklagte, damals selbst Mitglied der Feuerwehr, hatte zwischen Mai und Juni 2011 acht Feuer in Weckesheim gelegt. Sein ein Jahr jüngerer Kumpel war von allen Vorwürfen freigesprochen worden.

Weiteres Verfahren eingeleitet

Der heute 21-jährige Angeklagte hatte die Taten seinerzeit bei der Polizei gestanden, sein Geständnis allerdings später widerrufen. Bereits in erster Instanz hatte die Verteidigung vorgetragen, der junge Mann habe die Taten nur aus Angst und »unter akutem Befragungsdruck« gestanden. Am ersten Prozesstag des Berufungsverfahrens hatte ein als Zeuge geladener Polizist diese Behauptung als »Frechheit« bezeichnet. Der Angeklagte habe sich vielmehr in Widersprüche verwickelt und dann, als er damit konfrontiert worden sei, ein Geständnis abgelegt. Als Motiv habe er angegeben, »Action bei der Feuerwehr« gewollt zu haben.

Der 21-Jährige wiederum beharrte vor dem Landgericht darauf, sein Geständnis sei nur unter Druck zustande gekommen. Er bezichtigte zwei Polizeibeamte, gelogen und ihn festgehalten zu haben. Diese Aussage könnte ihn noch teuer zu stehen kommen: Die Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren wegen des Verdachts der falschen Verdächtigung gegen ihn eingeleitet.

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