23. Oktober 2015, 17:53 Uhr

Kein neues Feuerwehrgerätehaus in Heuchelheim

Reichelsheim (kai). »Die Heuchelheimer Feuerwehr verzichtet auf den Neubau ihres Gerätehauses«, gab Bürgermeister Bertin Bischofsberger im Stadtparlament bekannt.
23. Oktober 2015, 17:53 Uhr
Das marode Heuchelheimer Feuerwehrgerätehaus wird nicht erneuert. Stattdessen beraten die Reichelsheimer Feuerwehren, ob zukünftig ein gemeinsamer Stützpunkt für fünf Stadtteilwehren gebaut werden könnte. (Foto: Ines Dauernheim)

Vor zwei Jahren hatten die Stadtverordneten einstimmig für den Bau im kleinsten Stadtteil votiert, weil das dortige Feuerwehrdomizil marode ist. Inzwischen habe sich die Situation geändert, sagt Stadtbrandinspektor Michael Paulencu auf WZ-Nachfrage. Es gebe in allen Feuerwehrhäusern einen Investitionsstau von fast einer Million Euro. Daher sei der Gedanke aufgekommen zu prüfen, ob ein Neubau eines Feuerwehrstützpunktes langfristig günstiger für die Kommune ist.

Bischofsberger erklärte, dass die Feuerwehren prüfen, ob sie ihre Einsatzabteilungen zusammenlegen. Das betreffe nach derzeitigem Rettungsfristenplan lediglich fünf der sechs Stadtteile, Blofeld liege zu abseits. Allerdings hoffe er, dass diese Fristen gelockert würden.

Vereine sollen erhalten bleiben

»Wir sind mit unserem Vorhaben etwa eine Minute nach dem Start«, erklärt Paulencu. Es werde ergebnisoffen diskutiert. Dazu sei ein Experte der Feuerwehragentur eingeladen, der Anfang November mit den Wehrführern und den Vereinsvorsitzenden beginnt auszuloten, ob ein gemeinsamer Feuerwehrstützpunkt für die Reichelsheimer Wehren sinnvoll ist. »Falls sich ein tragfähiges Konzept ergibt, kann das zu einem kompletten Feuerwehrneubau kommen«, sagt Bischofsberger. Nur wenn drei Viertel der Wehren hinter dem zu erarbeitenden Konzept stehen, werde es zum Bau kommen, schränkt er ein. »So ein neues Konzept für die Feuerwehren kann nur funktionieren, wenn die Feuerwehrvereine in den Stadtteilen erhalten bleiben.«

Ein Stützpunkt habe einen gewissen Charme, dafür gebe es höhere Zuschüsse. Inklusive des nun gestrichenen Neubaus in Heuchelheim müsste die Stadt in ihre Feuerwehrgebäude 1,8 Millionen Euro investieren. Vorwiegend müssten Sanitäranlagen ausgebaut werden, die Fahrzeughallen würden zu klein. »Überall wären Flickschustereien nötig«, sagt Bischofsberger. »Bevor wir dieses Geld ausgeben, sollten wir klären, ob es für eine Kommune wie Reichelsheim interessant ist, einen Stützpunkt zu haben«, sagt Paulencu. »Wir sind dem Steuerzahler gegenüber verpflichtet, verantwortungsbewusst mit den Geldern umzugehen.«

Leider sehe nicht jeder Mitbürger die Feuerwehr als nötig an. Wichtig sei in dem nun gestarteten Prozess, vorausschauend zu handeln. »Alles ist offen, noch nichts festgelegt, es gibt keine Marschrichtung«, erklärt Paulencu. Wichtig sei, eine langfristige, sinnvolle Entwicklung anzustoßen. Für einen Neubau sei eine zentral im Stadtgebiet liegende Fläche von mindestens 4000 Quadratmetern nötig, sagt Bischofsberger. Dass die Heuchelheimer Feuerwehr die Neubaupläne aufgegeben habe, sei anerkennenswert. In zehn bis 15 Jahren sei es möglich, dass die dortige Einsatzabteilung zu klein sei, meint Paulencu. Einigen sich die fünf Wehren nicht auf einen gemeinsamen Weg, sei abgesprochen, dass die Reichelsheimer und Heuchelheimer Einsatzabteilungen sich zusammenschließen, berichtet Bischofsberger. »Das läuft dort bereits mit der Jugendfeuerwehr sehr gut.«

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