18. September 2013, 17:38 Uhr

Raststätte: BI zeigt Gefahren vor Ort

Ober-Mörlen (pm). Fast 60 Bürger begrüßte Andrea Selbach, die Vorsitzende der Bürgerinitiative »Ober-Mörlen sagt Nein«, am Sonntag an der Wintersteinschule, dem Ausgangspunkt der Wanderung zum geplanten Standort der Tank- und Rastanlage Wetterau-Ost.
18. September 2013, 17:38 Uhr
Robert Scheibel (l.) und Dr. Matthias Peter (r.) haben ihren Mitwanderern einiges zu erzählen. (Foto: pv)

Mit dabei waren auch SPD-Bundestagskandidat Stefan Lux sowie einige Ober-Mörler Parlamentarier.

Erste Station war das Wasserschutzgebiet, wo der Agrarwissenschaftler Dr. Matthias Peter das Areal der Stockbornquelle vorstellte und die Bedeutung der Schutzzonen erläuterte. Die Zone I sei durch den Zaun vor unkontrolliertem Zutritt geschützt, sie bildet den Kernbereich der Quelle, aus der 30 Prozent des Trinkwassers für die Gemeinde gewonnen wird. Die Zonen II und III umfassen das gesamte Einzugsgebiet und reichen bis zum Waldrand hinter dem Flugplatz.

Am Vereinsgelände des Motorsportclubs konnten sich die Teilnehmer ein eindrucksvolles Bild von der Fläche der neuen Tank- und Rastanlage machen. Beim Blick in die Senke, in der die Ober-Mörler Häuser stehen, forderte Karl-Heinz Burk jun. alle auf, sich die Anlage im beleuchteten Zustand vorzustellen: Keine noch so hohe Schallschutzwand könne etwas gegen die nächtliche Dauerbeleuchtung ausrichten.

Robert Scheibel informierte darüber, dass im gültigen Regionalen Flächennutzungsplan für die Fläche des geplanten Raststättenstandorts etliche Nutzungsbeschränkungen festgelegt seien. Der Standort liegt komplett im Vorranggebiet Regionaler Grünzug und abschnittsweise in Vorranggebieten für Landwirtschaft sowie Natur und Landschaft. Die vom Planungsverband abgewogenen und gut begründeten Beschränkungen machten deutlich, dass dieser Plan alles andere als eine Bebauung mit einer riesigen Verkehrsanlage erlaube.

Am Blüßengraben mit Hecken und Apfelbäumen wies Scheibel darauf hin, welch hohen Stellenwert solche Kleinstrukturen in der Feldflur als Lebensraum für viele Tiere hätten. Er machte die Wanderer darauf aufmerksam, wie die Raststätte als »Querriegel« in der Frischluftzufuhrschneise für Ober-Mörlen liegen würde.

Dann erläuterte Dr. Matthias Peter in seinem »Blitzkurs« in Hydrogeologie, wie sich das Wasser dieses Areals hier sammele und der Stockbornquelle zufließe. Eine Raststätte im Trinkwasserschutzgebiet werde einerseits die Gefahr der Verschmutzung des Wassers durch wassergefährdende Stoffe deutlich erhöhen, andererseits verringere die Versiegelung von 8,5 Hektar im Einzugsgebiet die Grundwasserneubildung. Dadurch könne das Wasserangebot für den Stockborn sinken.

Auch die Landschaft rund um die betonierte Raststättenfläche würde beeinträchtigt; ob die angrenzenden Streuobstwiesen weiter so gepflegt würden, wenn direkt nebenan über 170 Laster stehen, bezweifelt Robert Scheibel. Mit ihm waren sich die Teilnehmer einig, dass die Naherholungsräume in Ortsnähe und das Landschaftsbild ein wesentlicher Teil der Lebensqualität und mit Geld nicht zu bezahlen seien.

Die Wanderer machten sich nun auf den Rückweg in die Nauheimer Straße, wo sie bereits eine gedeckte Tafel mit Kaffee, Kaltgetränken und Grillwürstchen erwartete.

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