23. August 2013, 20:28 Uhr

Bürgermeister ist »gegen geplanten Raststätten-Standort«

Ober-Mörlen (hau). »Prinzipiell bin ich nicht gegen eine Verlegung der Tank- und Rastanlage Wetterau-Ost, aber nicht an den geplanten Standort«, bekennt Bürgermeister Jörg Wetzstein (CDU).
23. August 2013, 20:28 Uhr
Die Raststätte Wetterau-Ost könnte an den Ortsrand von Ober-Mörlen rücken. Bürgermeister Jörg Wetzstein spricht sich gegen einen Neubau an diesem Standort aus. (Foto: Ernst Stadler)

Diese Woche war er nach seinem Urlaub an den Schreibtisch zurückgekehrt und hatte gleich alle Hände voll zu tun, um sich auf den neuesten Stand in Sachen geplante Raststätten-Verlegung in Nähe des Ortsrands zu bringen. Am Dienstagabend hatte sich eine Bürgerinitiative gegen das Vorhaben gegründet (die WZ berichtete).

Wenngleich die ihm vorliegenden Informationen nicht vollständig seien, hätten sich die Bedenken gegen den geplanten Standort derart verdichtet, dass er »definitiv gegen einen Neubau an diesem Standort« sei, sagt der Bürgermeister im Gespräch mit der WZ. »Dieser Standort geht nicht ohne massiven Widerstand von Seiten der Kommune.« Er hoffe auf Einsicht beim Bund, die Interessen vor Ort, Wohlbefinden der Bevölkerung, Friede und Nachtschlaf, nicht hinten anzustellen.

Über eine Erweiterung der bestehenden Rastanlage lasse sich nachdenken, auch über einen anderen Standort auf der Ober-Mörler Gemarkung. »Aber nicht an dieser wohnortnahen Stelle«, erklärt Wetzstein. Er sei froh über die Unterstützung durch die Bürgerinitiative, als Bürger seines Heimatdorfes sei er emotional dabei. Aber in der Angelegenheit gehe es um Fakten. »Als Bürgermeister kann ich mich nicht von Emotionen leiten lassen.« Er hätte sich gewünscht, die Initiative hätte die Bürgerversammlung am 8. Oktober abgewartet, bei der Vertreter der planenden Behörden informieren wollen, sagt Wetzstein.

Wie er betont, habe die Gemeinde mit der Planung an der Autobahn nichts zu tun. »Die Informationspflicht liegt beim Bund.« Er sei enttäuscht über die fehlende Transparenz. Bereits kurz nach seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr habe er die Initiative ergriffen und sei im Oktober nach Berlin gefahren. Im Ministerium habe er seine Bedenken gegen den Standort geäußert. Im Dezember habe die vom Bund mit der Planung beauftragte Behörde Hessen Mobil die »grobe Skizzierung einer Anlage zum Zweck der Standortsuche« im Rathaus vorgestellt. Dabei habe er erfahren, dass der Standort bereits seit dem 18. Januar 2012 favorisiert werde. Inwieweit die Gemeinde darüber informiert gewesen sei, wisse er nicht. »Das war vor meiner Zeit.«

Bei einem Besuch im März im Verkehrsministerium in Wiesbaden habe er erneut auf die Problematik der Tank- und Rastanlage hingewiesen und auf die Realisierung von Lärmschutz und der seit langem geplanten Ortsumgehung gedrungen. Wetzstein: »Bis heute habe ich dazu keine Stellungnahme erhalten.«

Vom Versuch, zwei Maßnahmen miteinander zu verknüpfen, sei er jetzt abgerückt – Rastanlage und Ortsumfahrung seien also abgekoppelt, der Trumpf aus der Hand gegeben. Der Bürgermeister bat um Verständnis, dass er nicht alle Verhandlungen vor der Öffentlichkeit führen könne. »Die Bürger können aber sicher sein, dass ich immer am Ball bleibe.« (Foto: WZ-Archiv)

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