11. Juli 2013, 17:48 Uhr

Thema Raststätte: Bürgerversammlung im September

Ober-Mörlen (en). Für eine geplante Verlegung des Standorts der Rastanlange Wetterau/Ost an der Bundesautobahn A5 wird derzeit eine Umweltverträglichkeitsstudie fertiggestellt. Das bestätigte der FDP-Landtagsabgeordnete und Minister Jörg-Uwe Hahn. Er berief sich auf ein Schreiben von Verkehrsminister Rentsch.
11. Juli 2013, 17:48 Uhr
Blick vom Johannisberg auf Ober-Mörlen. Vor der Autobahn soll die Rastanlage Ost entstehen. (Foto: nic)

Die Studie und der Vorentwurf sollen bis Ende 2014 stehen. Derweil plant die Gemeinde Ober-Mörlen für September die von den Anwohnern geforderte Bürgerversammlung zu dem Thema.

Für die Bürgerversammlung steht nach Auskunft von Gemeindeparlamentsvorsteher Gerd-Christian Schäffer von Bernstein der Termin noch nicht fest – im Gemeindebauamt bemühe man sich, ein Datum zu finden, das sowohl Bürgermeister Jörg Wetzstein als auch Hessen Mobil als auch dem für die Gemeinde Ober-Mörlen tätigen Planungsbüro Bischoff & Hess (Linden) passe.

Die Anwohner in den östlichen Wohngebieten Ober-Mörlens, die nur durch die Autobahn von dem neuen Rasthof getrennt wären, stehen dem Vorhaben betont kritisch gegenüber (wir berichteten), die Rede ist von Landschaftsverschandelung, zusätzlichem Verkehr und mehr Kriminalität. Auch Jörg-Uwe Hahn spricht von »Unsicherheit und Unklarheiten in der Bevölkerung«, die es auszuräumen gelte.

Vom zuständigen Minister, seinem Parteikollegen Florian Rentsch, habe Hahn schriftlich bestätigt bekommen, dass die Rastanlage »angemessen ausgebaut« werden müsse – und dass dies am bestehenden Standort nicht möglich sei.

Hahn wörtlich: »An die Rastanlage schließt sich eine Kleingartensiedlung an, in der sich Wohngebäude und ein Zuchtbetrieb befinden. Benachbart sind ferner das Trinkwasserschutzgebiet und das Heilquellenschutzgebiet Oberhessische Heilquellen, beide Schutzzone III. Damit stehen weitere Flächen nicht zur Verfügung.«

Auf der Rastanlage gibt es laut Rentsch gegenwärtig 31 regulär ausgewiesene Parkstände für Lkw und 83 für Pkw. Bei der Verkehrserhebung der Bundesanstalt für Straßenwesen im Jahr 2008 sei die Rastanlage in den Nachtstunden mit durchschnittlich 97 Lkw belegt gewesen, also mehr als dreimal so viel wie erlaubt. Beobachtungen hätten ergeben, dass auch die zur Verfügung stehenden Parkstände für Autos, besonders in den Ferienzeiten, den geforderten Kapazitäten nicht entsprächen.

Zwar reagierte man schon 2009 auf diese Verkehrserhebung, doch die vorgenommenen Ummarkierungen und der Rückbau von Zwischeninseln hätten nicht mehr als zehn zusätzliche Lkw-Parkplätze gebracht. Nach wie vor sei die Rastanlage überfüllt, insbesondere nachts und in den Ferien. Zudem entspreche sie nicht mehr den Anforderungen an eine moderne Rastanlage, lade nicht zum längeren Verweilen ein. Entwässerung und Verkehrsanlagen seien darüber hinaus sanierungsbedürftig.

173 Laster, 148 Autos, 10 Busse

Der nunmehr favorisierte Standort einen Kilometer weiter nördlich (zwischen den Verlängerungen von Nauheimer und Friedberger Straße) soll auf einer Fläche von 8,5 Hektar 165 Lkw-, 148 Pkw- und 10 Bus-Stellplätze bieten, plus des Längsparkstreifens von 200 Metern für Schwertransporte, der acht weitere Lkw-Plätze bringe.

Für diesen Standort liegt laut Rentsch und Hahn ein vom Bundesverkehrsministerium genehmigter Sichtvermerk vor, der für Hessen Mobil den Auftrag bedeutet, die Umweltverträglichkeitsstudie und den Vorentwurf zu erstellen. Als »nicht zutreffend« dementierte Rentsch ausdrücklich, dass die Hessische Landgesellschaft (HLG) bereits mit dem Grunderwerb begonnen habe. Lediglich habe sie die betroffenen Grundstückeigentümer um »Betretungserlaubnisse« zur Durchführung von Vermessungsarbeit und zur Erstellung des Bodengutachtens gebeten.

Das zeitliche Ziel des Verkehrsministers für Umweltstudie und Vorentwurf ist Ende 2014, wann dann das Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden könne, lasse sich freilich derzeit noch nicht sagen. Ebenso wenig seien alle Angaben zum Baubeginn reine Spekulation.

Für die Wetterau sei der Neubau der Rastanlage Ost auch eine positive Investition. Auf der Raststätte würden nicht nur zahlreiche Arbeitsplätze gesichert und weitere geschaffen, sondern auch für die heimischen Zulieferer würde ein sicherer und über Jahrzehnte vorhandener Kunde geschaffen.

Wandert die Raststätte an den Ortsrand? Raststätte Ost: »Sachstand in Erfahrung bringen« CDU: »Raststätte nur mit Umgehungstraße«

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