11. März 2016, 10:53 Uhr

Neubau der A 5-Raststätte: Neinsager bleiben wachsam

Ober-Mörlen (hau). Im Sommer 2013 sah es so aus, als sei es beschlossene Sache, dass die an der A 5 gelegene Raststätte Wetterau-Ost an den Ober-Mörler Ortsrand verlegt wird – und das in erheblich größerer Form. Da sich der Bürgerprotest formierte, lassen die Entscheidungsträger seither nach Alternativen suchen.
11. März 2016, 10:53 Uhr
Noch ist ein Raststätten-Neubau am Dorfrand nicht vom Tisch. Die Mitglieder der Bürgerinitiative »Ober-Mörlen sagt Nein« sind sich einig, dass man wachsam bleiben muss. (Foto: Annette Hausmanns)

Um die geplante Vergrößerung und Verlegung der Raststätte Wetterau-Ost an der A 5 ist es ruhig geworden. In Ober-Mörlen ist man aber nach wie vor in Sorge, dass die riesige Anlage direkt vor der Haustür gebaut werden könnte. Der akute Mangel an Lkw-Parkplätzen entlang der Autobahn ist eher gewachsen, und endgültig verworfen wurde der neue Standort direkt neben Ober-Mörlens Ortsgrenze noch nicht.

Nachdem sich im Dorf vor zweieinhalb Jahren der Bürgerprotest formiert hatte, begann Hessen Mobil im Auftrag des Bundes, im Zehn-Kilometer-Radius nach alternativen Standorten zu suchen. Ein wachsames Auge hat nach wie vor die Bürgerinitiative »Ober-Mörlen sagt Nein zum geplanten Standort der neuen Tank- und Rastanlage Wetterau-Ost« auf das Projekt. Im Februar letzten Jahres erfuhr man von Hessens Landtagspräsident Norbert Kartmann, dass der Ausbau und die Verlegung der Raststätte aus personellen wie finanziellen Gründen keine Priorität mehr genieße.

Jetzt wurde das Suchgebiet an der A 5 offenbar auf die gesamte Strecke zwischen dem Frankfurter Nordwestkreuz und dem Reiskirchener Dreieck erweitert. »Das geht aus einem Antwortschreiben von Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir an den Wetterauer Landtagsabgeordneten Jörg-Uwe Hahn hervor«, erläuterte Herbert König, Vorsitzender der Bürgerinitiative dieser Tage in deren gut besuchter Mitgliederversammlung. Von der neuen Situation habe man durch einen Zeitungsartikel erfahren.

Minister Al-Wazir erwähne in dem Schreiben außerdem – und auch das war der Initiative neu –, dass man mit weiteren Standortvoruntersuchungen den neuen Bundesverkehrswegeplan (BVWP) abwarten wolle. Deshalb sei vor 2017 mit weiteren Untersuchungen nicht zu rechnen. »Auch wenn sich die Rastanlage zeitlich und nun auch räumlich anscheinend immer weiter von Ober-Mörlen weg bewegt, ist die Entscheidung über den Standort nicht hinfällig«, warnte Andreas Seifert vom BI-Vorstand. »Wir müssen weiter wachsam bleiben, die Situation kann sich jederzeit ändern.«

Erfreut zeigte sich die Bürgerinitiative über den jüngsten Beschluss im Gemeindeparlament, im kommunalen Haushalt 10 000 Euro für den Fall einzustellen, dass man im Kampf gegen den Standort vor der Haustür Rechtsbeistand benötige.

Die Erweiterung vom Suchradius ergebe auf jeden Fall Sinn, sagte Seifert. »Es geht darum, einen wirklich geeigneten Standort zu finden, der alle Anforderungen in Bezug auf ausreichende Lkw-Parkplätze erfüllt, aber auch den Schutzbedürfnissen von Umwelt und Mensch gerecht wird.« Der größere Radius bilde überdies den Autobahnabschnitt ab, auf dem die (vermutlich längst überholte) Parkplatz-Bedarfsplanung beruhe. Nach wie vor könne man sich einen moderaten Ausbau der bestehenden Anlage vorstellen und sei hier auch gesprächsbereit, betonten die Vorstände.

Dass das Bundesverkehrsministerium die Rastanlage nun im Zusammenhang mit dem BVWP planen wolle, sei schon aus Kostengründen zu begrüßen, fuhr Seifert fort. Immerhin sei nach den neuen Planungen der achtspurige Ausbau der A 5 zwischen dem Bad Homburger und dem Gambacher Kreuz geplant. Die Fahrbahnen hätten womöglich gar keinen Platz, würde man die Rastanlage Wetterau-Ost so bauen, wie angedacht.

Jüngsten Informationen zufolge wird der Entwurf für den neuen Bundesverkehrswegeplan am 16. März offengelegt. »Da werden wir auf jeden Fall genau hinschauen und ihn auf für Ober-Mörlen relevante Punkte hin untersuchen«, unterstrich Seifert. Den Link zum Planentwurf will die Initiative auf ihrer Homepage (www.bi-ober-moerlen-sagt-nein.de) veröffentlichen. (Foto: hau)

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