16. Dezember 2010, 11:16 Uhr

Markierung für historische Ereignisse

Niddatal-Assenheim (udo). Über Naturdenkmäler in der Wetterau informierte Frank Uwe Pfuhl in einer gut besuchten Veranstaltung der NABU Umweltwerkstatt. Im Wetteraukreis gibt es derzeit 226 Naturdenkmäler. Davon sind 212 Bäume, Baumgruppen oder Alleen.
16. Dezember 2010, 11:16 Uhr
Die Luthereiche vor der Kirche in Heegheim musste 2008 gefällt werden. (Archivfoto: WZ)

Niddatal-Assenheim (udo). Über Naturdenkmäler in der Wetterau informierte Frank Uwe Pfuhl in einer gut besuchten Veranstaltung der NABU Umweltwerkstatt. Im Wetteraukreis gibt es derzeit 226 Naturdenkmäler. Davon sind 212 Bäume, Baumgruppen oder Alleen. Es gibt elf geschützte Geotope, eine Farnpflanzenart, ein Gewässer und eine Quelle. Pfuhl zeigte herausragende Aufnahmen, die dafür sorgen könnten, dass die Besucher ihre Heimat fortan mit ganz anderen Augen betrachten werden.

Der Vortrag führte durch den Ost- und Westkreis und begann mit der 1827 gepflanzten Vereinigungslinde vor der Assenheimer Kirche. »Mit vielen Naturdenkmälern werden herausragende geschichtliche Ereignisse markiert«, erklärte Pfuhl. Er könne am Abend bei Weitem nicht alle Sehenswürdigkeiten zeigen.

Das Hessische Naturschutzgesetz und das Bundesnaturschutzgesetz legten die Bestimmungen für die Titulierung fest. Ausschlaggebend für die Nominierung sei das wissenschaftliche, naturgeschichtliche oder landeskulturelle Interesse oder aber die Seltenheit, Eigenart oder Schönheit des Objekts.

Naturdenkmäler seien beispielsweise der Schwarze Born von Usenborn und der Waldtümpel im Hessenwald zwischen Bönstadt und Altenstadt. Dort kämen der Kammmolch als größte heimische Molchart und Torfmoos vor, berichtete Pfuhl. Die Lutherlinde an der Kirche von Heegheim habe wegen eines Pilzbefalls gefällt werden müssen. Ein weiteres Naturdenkmal, die Stockheimer Maulbeerhecken, diene als Futter für Schmetterlingsraupen. Der Wilde Stein bei Büdingen soll seinen Namen von einer Hexenlegende haben.

Der Vortrag gestaltete sich zu einem heiteren Frage- und Antwortspiel. So errieten die Besucher, dass der Mammutbaum am ehemaligen Forsthaus bei Harb aus Nordamerika stammt und erst 80 Jahre alt ist. Sie wussten, dass auch im Assenheimer Schlosspark Mammutbäume stehen. Und sie ahnten, dass »Der Wildfrauen Gestühl« zwischen Dauernheim und Blofeld lange Zeit Gerichtsstätte gewesen war und später als Festplatz genutzt wurde.

»Die Kirsche am Eichelberg bei Blofeld gilt als einer der größten und ältesten Kirschbäume Deutschlands«, so Pfuhl weiter. Geschützt sei auch die Eibe am Kirchplatz von Södel. Die Besucher staunten nicht schlecht, als sie erfuhren, dass Eiben bis zu 3000 Jahre alt werden können. Ihr Holz sei schon in der Antike für Bögen genutzt worden. Die Eichen im Weidighain von Butzbach dienten dagegen der Schweinemast.

Die drei Speierlinge bei Ilbenstadt an der Landesstraße zur Kompostierungsanlage stünden so schief, weil der Stamm für die Krone zu schwach sei, erklärte der Umweltwerkstatt-Vorsitzende. Die fast reifen Speierlingfrüchte würden dem Apfelwein beigegeben, um ihn haltbarer zu machen. »Die überreifen Früchte sehen unansehnlich aus, schmeckten jedoch, sobald die kartoffelbraune Schale entfernt ist, köstlich.« Sie würden wegen ihres schäbigen Aussehens vom Züchter als »Drecksäcke« bezeichnet.

Auch die drei Bäume am Freigericht Kaichen seien geschützt, ebenso die sechs Platanen am Friedhof von Burg-Gräfenrode. Wöllstadt sei die einzige Gemeinde im Kreis, die über kein Naturdenkmal verfüge. Pfuhl führte zum Ende aus, dass auch Privatpersonen bei der Unteren Naturschutzbehörde beantragen können, einem Objekt den Status des Naturdenkmals zukommen zu lassen - was jüngst Dieter Eisenberg für das Assenheimer Friedhofsmahnmal getan hatte.

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