23. März 2014, 18:23 Uhr

Ehemaliges Pfleiderer-Werk an Bauunternehmen verkauft

Nidda (sax). Seit rund drei Jahren ist das ehemalige Pfleiderer-Werk in Nidda geschlossen. Nach der Kündigung der zuletzt noch 140 Mitarbeiter begann die Demontage der Maschinen. Zurück blieben 240 000 Quadratmeter Industriebrache mit leeren, teils stark baufälligen Gebäuden. Ein Bauunternehmen hat das Gelände jetzt gekauft.
23. März 2014, 18:23 Uhr
Weimer-Bau-Geschäftsführer Martin Bender (l.) und Bürgermeister Hans-Peter Seum hoffen, dass der Bebauungsplan für das Gelände in einem halben Jahr aufgestellt wird. (Foto: sax)

»Für uns ist es ein Glücksfall, dass wir so einen kompetenten Ansprechpartner haben«, lobt Bürgermeister Hans-Peter Seum den Investor, die Firma Weimer-Bau aus Lahnau. Deren Geschäftsführer Martin Bender weist auf zahlreiche Projekte – unter anderem in Gießen und Butzbach – hin, bei denen sein Unternehmen durch Strukturwandel frei gewordene Flächen umgenutzt und wieder belebt habe. »Wir haben die Areale alle wieder ans Netz gebracht.«

Bender und sein Unternehmen sind in Nidda keine Unbekannten. Mit dem Betrieb des Steinbruchs habe seine Firma bewiesen, »dass wir relativ ordentliche Arbeit machen«, stellt Bender fest. Seum bestätigt: »Wenn wir ein Problem mit dem Steinbruch hatten, wurde es gelöst.«

»Pfleiderer war es wichtig, dass für die Stadt etwas Ordentliches herauskommt«, sagt Bender. Das hat vermutlich auch den Zuschlag für Weimer begünstigt, obwohl dem Vernehmen nach auch höhere Angebote vorlagen. »Wir haben uns mit Pfleiderer auf einen vernünftigen Kaufpreis geeinigt, der uns bei der Vermarktung nicht unter Zugzwang setzt. « Das ermögliche günstige Preise beim Weiterverkauf der Grundstücke, die deutlich unter den Quadratmeterpreisen der Stadt von 60 Euro liegen dürften.

Für große Teile des Geländes hat Bender bereits eine Nutzung vorgesehen. Ungefähr ein Fünftel der Fläche will er für sein Unternehmen nutzen und hier Schotter für die Deutsche Bahn aufarbeiten. Dabei wird der zu recycelnde Schotter nicht nur gereinigt, sondern bekommt auch neue Kanten, damit er wieder griffig wird. Wegen des dabei entstehenden Staubes und der Geräusche wird das Material in einer geschlossenen Halle verarbeitet. Außerdem interessiert sich laut Bender ein Stahlverarbeiter für einen Teil des Geländes. Ebenso wie für Weimer-Bau sei für ihn der Bahnanschluss des Geländes ein wichtiges Argument. Bender berichtet, dass das Unternehmen Rohstahl als komplette Güterzugladung von 1500 Tonnen angeliefert bekomme. Das Pfleiderer-Gelände hat ein hochbelastbares Gleis, das in neuen Industriegebieten aus Kostengründen kaum noch gebaut werde. Eine weitere Stärke seien die großen zusammenhängenden Flächen, die auf dem Markt selten zu finden seien.

Die beiden Unternehmen werden ihren Sitz im westlichen Teil des Geländes abseits der Wohnbebauung finden. Ein Hallenriegel, der das Gelände durchquert, wird als Lärmschutz stehen bleiben. Andere Hallen und Gebäude, die teilweise stark baufällig sind, sollen abgebrochen werden.

Der östliche Teil soll in eine nördliche und eine südliche Hälfte gegliedert werden. Im Norden, wo sich östlich eine Wohnbebauung (unter anderem mit ehemaligen Werkswohnungen) anschließt, soll ein Gewerbegebiet entstehen. Bender denkt dabei vor allem an die Ansiedlung von Handwerksbetrieben, die nicht ganztägig Lärm verursachen. Im südwestlichen Abschnitt soll ein weiteres Gewerbegebiet entstehen.

Voraussetzung für die weitere Entwicklung und Vermarktung ist jetzt die Aufstellung eines Bebauungsplans durch die Stadt. Seum geht hierfür von einem Zeitraum von einem halben Jahr aus. Mit Einwendungen gegen den Plan rechnet er nicht, da man die Planungen bereits im Vorfeld kommuniziere. »Die Leute haben über Jahrzehnte einiges mitgemacht, deshalb sind die auch sehr sensibel, was dort passiert«, erklärt der Leiter des Ordnungsamts, Uwe Bonarius.

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