06. April 2016, 18:23 Uhr

Zweimal protestiert: Flüchtlinge wollen eigenes Haus

Karben (pe). Eine Familie aus dem Irak hat bereits zweimal dagegen protestiert, dass sie kein eigenes Haus erhalten hat und stattdessen in einer Sammelunterkunft leben muss.
06. April 2016, 18:23 Uhr
Auf dem Überweg am Bürgerzentrum hat die irakische Flüchtlingsfamilie protestiert.

Die vierköpfige kurdische Familie war der Stadt am 23. März regulär zugewiesen worden. Von den bei der Stadt zuständigen Mitarbeiterinnen erfuhren sie, dass sie in die Sammelunterkunft nach Okarben sollen. »Wir haben der Familie das größte Zimmer angeboten. Es war sogar Erstbezug«, sagt Susanne Schubert, die bei der Stadt für die Betreuung und Unterbringung der der Stadt zugewiesenen Flüchtlinge zuständig ist. »Das ist mit 45 Quadratmetern ein recht großzügiges Zimmer«, betont Schubert. Die Unterkunft befindet sich Am Spitzacker. Es ist das ehemalige Verlagsgebäude Güse, das die städtische Wobau zu einer Wohnanlage für Flüchtlinge umgebaut hatte.

Bereits am Tag der Zuweisung habe es Probleme gegeben, denn die Familie habe sogleich die Erwartung geäußert, hier ein eigenes Haus zu erhalten. Auf dem Parkplatz vor der Verwaltung habe die Familie dann den Fahrweg blockiert.

Am nächsten Tag fand den Angaben zufolge unter Zuhilfenahme einer Dolmetscherin seitens der DRK-Sozialarbeiterin, die im Auftrag des Wetteraukreises arbeitet, ein weiteres Gespräch statt. Die Sozialarbeiterin habe der Familie erklärt, dass sie in der Sammelunterkunft bleiben müsse, solange das Asylverfahren laufe.

Am Tag nach Ostern habe die Familie erneut geäußert, sie wolle in ein eigenes Haus. Da dies wiederum verweigert wurde, kam es am Montag zu einer zweiten Protestaktion: An der Kreuzung am Bürgerzentrum in Richtung Industriegebiet legte sich die Familie auf die Fahrbahn und blockierte den Verkehr. Eine Autofahrerin aus Kloppenheim erlitt einen leichten Schock. Die herbeigerufene Polizei hatte die Aktion in kürzester Zeit beendet. Die Beamten hätten beruhigend auf die Familie eingeredet.

Die Sozialarbeiterin hat einen Bericht an das Jugendamt verfasst, da die Eltern bei der zweiten Aktion ihre Kinder in Gefahr gebracht haben. Polizeisprecherin Sylvia Frech sagte, seitens der Polizei werde man nicht aktiv, weil hier keine Straftat vorliege.

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