12. Mai 2016, 20:43 Uhr

Keltenfürst tritt zurück

Glauburg-Glauberg (pm). Ein Modell des geschichtsträchtigen Glaubergs beherrscht künftig die Ausstellung im Glauberg-Museum. Der Heimat- und Geschichtsverein hat die Archäologie- und Volkskunde-Räume entsprechend umgestaltet. Am Sonntag, 22. Mai, um 11 Uhr werden sie eröffnet.
12. Mai 2016, 20:43 Uhr

In der archäologischen Abteilung wurde die 430 Kilogramm schwere Kunststeinkopie des Keltenfürsten buchstäblich aus der Mitte der Präsentation herausgeschoben. Stattdessen wurde das Glauberg-Modell der Landesausstellung von 1953 wieder in den Mittelpunkt gerückt. »Diese Änderung steht für die Betonung der früh- und hochmittelalterlichen Glaubergfunde, über die der Heimat- und Geschichtsverein verfügt«, betont dessen Vorsitzender Werner Erk. Besucher des Glauberg-Plateaus stoßen beim Rundgang allenthalben auf bauliche Relikte des Mittelalters wie etwa das Torturmfundament an der Enzheimer Pforte, mittelalterliche Hauskeller an der Nordseite oder den Burgbrunnen und die Ruine des sogenannten Burggebäudes. Aus all diesen Objekten bietet die Vereinsausstellung anschauliche Fundstücke aus Metall und Keramik. Sie stammen zum Teil aus der Altgrabung Heinrich Richters zwischen 1933 und 1939, aber auch aus eignenen Untersuchungen, insbesondere aus dem Brunnen und dem »Burggebäude«. »Die Ausstellung im Dorf bietet also eine treffliche Ergänzung zu einer Führung über das Glauberg-Plateau«, wirbt Erk für einen Besuch in der Hauptstraße. Eine Sondervitrine erinnert an die Zerstörung der aus den 1930er Jahren stammenden Grabungsunterlagen am 2. April 1945 beim Durchzug der 6. SS-Gebirgsjägerdivision Nord am Glauberg.

Im zweiten Raum mit Teilen der volkskundlichen Sammlung ist die Präsentation der alten Stockheimer Apotheke zweifellos der Blickfang. Flaschen, Dosen, Mörser, Waagen, Herbariensammlung und Kupferdestille erinnern an die 1950er Jahre. Hier soll die jüngere Generation eine Vorstellung davon erhalten, wie der damalige Apotheker Kunzendorf von Hand medizinische Pillen drehte. Mit den Utensilien des Hebammenkoffers von Anna Treut hat so mancher Glauburger bei seiner Geburt Bekanntschaft gemacht.

Wetterfühlige Wachteln warnen

Ergänzt wird die Ausstellung von ausgewählten Geräten zur Verarbeitung von Milch, Flachs und Obst. Bäuerliche Arbeits- und Festtagskleidung, Gerätschaften des Schusters Adolf Kaiser sowie nahezu antikes Kinderspielzeug runden das Bild ab. Hervorzuheben ist das frisch restaurierte Wachtelhaus, das den Kleinhühnern als Stall diente – und dem Kind einer wohlsituierten Bauernfamilie der 1920er Jahre als Spielhaus. Wachteln sind sehr wetterfühlig und warnten den Landwirt rechtzeitig durch lautes Rufen vor herannahenden Unwettern.

Alle Sammlungsgegenstände stammen ausschließlich aus Glauberg und Stockheim.

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