11. Januar 2019, 13:41 Uhr

Stromausfall

Zehn Minuten im Dunkeln: Hintergründe zum Stromausfall in Bad Nauheim

Als am Freitagmittag in der Innenstadt plötzlich der Strom ausfiel, dürfte so mancher Bad Nauheimer eine Wiederholung des »Schwarzen Freitags« von 2013 befürchtet haben. Was war los?
11. Januar 2019, 13:41 Uhr
Blick in die Dunkelheit – und das am hellichten Tag: Auch im Kaufhaus Weyrauch ist für wenige Minuten der Strom ausgefallen. (Foto: Nici Merz)

Punkt 12 Uhr gingen in der Innenstadt die Lichter aus. Auf dem Bad Nauheimer Wochenmarkt und in den Geschäften in der Fußgängerzone herrschte Ratlosigkeit. Und Dunkelheit. Kein Strom heißt vor allem kein Licht. »Wir behelfen uns an der Kasse mit der Smartphone-Taschenlampe«, meinte Alexander Shumyatski von der Buchhandlung am Park. Verkäuferinnen standen in den Eingangstüren der Boutiquen, ratlos und darauf wartend, dass ihnen ein Licht aufgeht. In vielen Büros fielen die Computer aus. »Das schlimmste im Büro ist, wenn kein Kaffee gekocht werden kann«, scherzte ein älterer Bad Nauheimer. Ebenfalls als Scherz war ein Kommentar auf der WZ-Facebookseite formuliert: »Man hat sich doch schon dran gewöhnt als Bad Nauheimer.«

Panik kam keine auf. Seit dem »Schwarzen Freitag« vom 28. Juni 2013, als Bad Nauheim 24 Stunden lang ohne Strom war, erschüttert die Nauheimer nichts mehr. Auch nicht der einstündige Stromausfall vom 18. Dezember 2015, als ein Kurzschluss in einem Schalterhaus für eine knappe Stunde die Stromversorgung in der Kernstadt und in Teilen von Nieder-Mörlen lahmlegte.

 

Flächendeckender Ausfall wie 2013?

Diesmal seien Parkstraße, Stresemannstraße und überhaupt die Gegend um den Aliceplatz betroffen gewesen, sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Drausnigg etwa eine Stunde nach dem Kurzzeit-Blackout. Die Mitarbeiter waren schnell vor Ort und setzten den Stromkreislauf wieder in Gang – genauer: Sie schufen einen neuen Kreislauf. In einer Trafostation auf dem Aliceplatz hatte ein Leistungsschalter ausgelöst, was man sich laut Drausnigg so vorstellen muss, wie wenn zu Hause die Sicherung rausfliegt. Der Schalter sei zehn Jahre alt, das sei eigentlich noch kein Alter. Unwahrscheinlich also, dass es am Schalter selbst gelegen habe, aber auch das werde geprüft, sagte der Stadtwerke-Chef. Er vermutet, dass es womöglich eher an einem Kabel gelegen haben könnte. Mit dem Stromfluss dürfte etwas nicht gestimmt haben, was im Falle einer rausgeflogenen Sicherung zu Hause auch der Fall ist.

Nach rund zehn Minuten war der Spuk vorbei, denn »wir sind doppelt abgesichert«, wie Drausnigg versicherte. Die Stadtwerke hatten über eine zweite, ebenfalls auf dem Aliceplatz stehende Trafostation einen neuen Stromkreis hergestellt – und der sei auch stabil, wie der Geschäftsführer mitteilte. Die Analyse werde dauern, aber der Fehler werde behoben. Den rund zehnminütigen Ausfall vom Freitag wertete Drausnigg als »normale Störung«. Ein großflächigen Stromausfall wie im Juni 2013 sei »natürlich nicht zu erwarten«. Lokale Störungen seien möglich. In den vergangenen Jahren hätten sich die Stadtwerke dafür eingesetzt, dass sich ein Schwarzer Freitag in Bad Nauheim nicht wiederhole, sagte Drausnigg. »Alles Erdenkliche, um dem vorzubeugen, haben wir gemacht.«

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