11. Oktober 2018, 17:00 Uhr

Serie zur Landtagswahl

Zebunke: Grüne zielen zweistelliges Ergebnis an

Die Umfragen sehen gut aus für die Grünen. »Wir wollen ein zweistelliges Ergebnis«, sagt Direktkandidat Thomas Zebunke, der sich für den ländlichen Raum stark macht.
11. Oktober 2018, 17:00 Uhr
Fachmann für den ländlichen Raum: Grünen-Kandidat Thomas Zebunke arbeitet bereits in Wiesbaden. Allerdings nicht im Landtag, sondern im Umweltministerium. (Foto: Wagner)

Auch die Wetterauer Grünen wollen im neuen hessischen Landtag vertreten sein. Die Chancen stehen diesmal gut. Nicht für die drei Direktkandidaten, räumt Thomas Zebunke, Kandidat im Ostkreis, ein. Aber für die Kreissprecherin Kathrin Anders, die auf Platz 19 der Landesliste steht. Laut aktuellen Umfragen könnte das für ein Landtagsmandat reichen.

Bei 17 Prozent liegen die Grünen derzeit in den Umfragen zur hessischen Landtagswahl. Das wäre ein Plus von 6 Prozentpunkten gegenüber der Wahl von 2013. Woher kommt’s? »Wir liefern sehr gute Arbeit ab«, sagt Thomas Zebunke selbstbewusst. »Auf Kreis-, auf Landes- und auf Bundesebene.« Der Wechsel an der Bundesspitze habe sehr gut geklappt. »Wir haben da zwei echte Sympathieträger, die hochangesehen sind.«

Brigitta Nell-Düvel
Brigitta Nell-Düvel

Zebunke ist Direktkandidat im östlichen Wetteraukreis. Auf der Landesliste tritt er nicht an. Zebunke ist Realist. Und als Referent im Umweltministerium in Wiesbaden muss der 57-Jährige auch nicht unbedingt die Seiten wechseln und Berufspolitiker werden. Wenn er als Direktkandidat antritt, geht es ihm um die Sache. Um die Stärkung des ländlichen Raums, um Umwelt- und Klimaschutz, Landwirtschaft und sozialen Wohnungsbau. »Im Landtagswahlkampf habe ich im ersten Wahlgang fast 15 Prozent geholt. Wir peilen in der Wetterau wieder ein zweistelliges Ergebnis an.«

 

Den ländlichen Raum unterstützen

Er verstehe Naturschutz nicht als Investitionshindernis, sondern als »Stärke der Region«. Zum Thema Klimaschutz, sagt Zebunke, höre man öfter aus den Reihen der CDU, die Grünen stellten die richtigen Fragen. »Das mag stimmen. Wir haben aber auch die richtigen Antworten.« Dazu gehöre, das Verkehrsaufkommen insgesamt herunterzufahren. Frankfurt als Millionen-Stadt kann sich Zebunke nur schwer vorstellen. »Lieber nicht. Wir dürfen nicht alles auf die Metropolen konzentrieren.« Wohnen und arbeiten auf dem Land und die Renaissance der Mittelzentren – das sei vernünftig, dort müssten die Wirtschaftskreisläufe funktionieren. »Dann nimmt auch die Binnenmigration ab.« Die Dörfer sterben nicht aus und in den Städten herrscht weniger Wohnungsnot.

In der Landwirtschaft sieht Zebunke kein Gegeneinander von konventionellen und Bio-Betrieben. Seine Präferenz ist klar: Er wünscht sich mehr Biobauern. »Die Nachfrage nach Bio-Produkten ist da, wir müssen sogar importieren.« Dennoch würden die konventionellen Betriebe unter der Grünen Umweltministerin genauso unterstützt wie ökologische. Der Agrar-Ingenieur Zebunke arbeitet als Referent für den Ökolandbau im Umweltministerium. Er hat Entwicklungspläne für den ländlichen Raum entworfen und bundesweit die Kontrolle von Öko-Bauernhöfen koordiniert.

Clemes Breest
Clemes Breest

Anderes Thema: »Wir müssen künftig konzentrierter bauen«, sagt Zebunke. Der Flächenverbrauch müsse massiv zurückgehen. Wohnungen sollten in Bahnhofsnähe und nur dort entstehen, wo auch die Infrastruktur aufrechterhalten werden kann.

 

Warnung vor rechten Vordenkern

Was Zebunke beunruhigt, ist der Einzug der rechtspopulistischen AfD in den Landtag. »Die haben für keines der Probleme eine Lösung.« Zebunke erwartet »obskure Anträge, die keine Mehrheit finden«. Was dem Steuerzahler nicht bewusst sei: »Auch Rechtsextreme bekommen, wenn sie in den Landtag einziehen, Geld für Mitarbeiter. Die kommen bei der AfD meist aus seltsamen Ecken, sind rechte Vordenker.« In Chemnitz seien AfD-Mitarbeiter als Anheizer der Menge hervorgetreten. Das seien keine guten Aussichten für Hessen.

Info

Zwei weitere Kandidaten

Am 28. Oktober wählen die Hessen einen neuen Landtag. Die Wetterau ist aufgeteilt in die drei Wahlkreise 25 (Süden), 26 (Osten) und 27 (Nordwesten). Thomas Zebunke tritt in der östlichen Wetterau an. Im Nordwesten kandidiert mit Brigitta Nell-Düvel (65) die ehemalige Erste Stadträtin von Bad Nauheim. Die Diplom-Psychologin will sich für soziale Gerechtigkeit stark machen und fordert eine konsequente verkehrswende: Vorfahrt für Scheine, Bus und Rad. Dritter im Bunde ist der 46-jährige Pastor Clemens Breest aus Bad Vilbel, der im Süden antritt. Breest fordert in der Bildungspolitik die Einstellung von mehr Lehrern sowie mehr Erzieherinnen und Erziehern in Kindergärten, will sich außerdem für die Menschenrechte stark machen. (jw/pv)

Schlagworte in diesem Artikel

  • Alternative für Deutschland
  • Bio-Bauern
  • Bioprodukte
  • Brigitta Nell-Düvel
  • CDU
  • Hessischer Landtag
  • Klimaschutz
  • Umfragen und Befragungen
  • Umweltministerien
  • Wetteraukreis
  • Jürgen Wagner
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 5 + 1: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.