Unfallstatistik

Zahl der Unfälle weiter gestiegen

Mehr Tote und mehr Verletzte: Das ist die traurige Bilanz der Unfallstatistik der Wetterauer Polizei. Die Zahl der Unfälle hat im Vergleich zu den vergangenen zehn Jahren einen Höchststand erreicht.
16. April 2018, 12:24 Uhr

Mehr Tote und mehr Verletzte: Das ist die traurige Bilanz der von der Polizeidirektion Wetterau vorgestellten Unfallstatistik für das vergangene Jahr. 1014 Personen zogen sich im Jahr 2016 leichte oder schwere Verletzungen zu, im vergangenen Jahr waren es hingegen 1157. Zehn Personen verloren bei sieben Unfällen im Jahr 2017 ihr Leben, im Jahr zuvor war es eine Person weniger.

Als besonders dramatisch zu bezeichnen ist ein Unfall, der sich am 7. Oktober nahe des Butzbacher Stadtteils Pohl-Göns (Foto) ereignete. Am frühen Samstagmorgen geriet hier eine 23 Jahre alte Bad Vilbelerin mit ihrem Kleinwagen auf die Gegenspur und kollidierte dort mit einem Lastwagen. Die Bad Vilbelerin, eine 20 Jahre alte Butzbacherin und ein 20-jähriger Offenbach verstarben noch am Unfallort.

Verletzte: Im Jahr 2016 verletzten sich 206 Personen bei Unfällen schwer. Diese Anzahl blieb im Jahr 2017 mit 210 Personen annähernd gleich. Die Zahl der bei Unfällen leicht verletzten Verkehrsteilnehmer stieg hingegen von 799 im Jahr 2016 auf 937 im Jahr 2017 an.

Die Ursachen: Hauptursache für Verkehrsunfälle waren auch im vergangenen Jahr Kollisionen mit Wild – vor allem in der östlichen Wetterau. Hier stieg die Anzahl von 977 im Jahr 2016 auf 1114 im vergangenen Jahr an. Es folgt zu geringer Abstand 502 Unfälle gegenüber 447 im Jahr zuvor. 484 Mal war Wenden oder Rückwartsfahren auf der Straße die Ursache für einen Unfall (2016: 377). Vorfahrtsverstöße lösten 433 Unfälle aus (398), zu hohe Geschwindigkeit war in 215 Fällen die Ursache für einen Zusammenstoß, 50 mehr als im Jahr zuvor.

Alkohol und Drogen: Bei 175 Unfällen im Jahr 2017 standen Unfallbeteiligte unter dem Einfluss berauschender Mittel. In der überwiegenden Anzahl (153 Unfälle) handelte es sich hierbei um Alkoholeinfluss. Weiterhin standen 16 Fahrzeugführer unter dem Einfluss von Drogen, sechs Fahrzeugführer konnte ein Mischkonsum nachgewiesen werden. Die Anzahl der Unfälle mit dieser Ursache blieben im Vergleich zum Jahr 2016 (171) etwa gleich.

Unfallflucht: Die Zahl der Verkehrsteilnehmer, die sich nach einem Unfall unerlaubt von der Unfallstelle entfernten, stieg von 1680 auf 1757 ebenfalls an. Polizeisprecherin Sylvia Frech: »Die Steigerung aus den Vorjahren setzt sich damit leider fort und erreicht einen Höchststand im Zehn-Jahres-Rückblick.« Bei etwa einem Drittel aller statistisch erfassten Unfälle kamen die Beteiligten nicht ihren gesetzlichen Pflichten nach. 647 dieser Unfallfluchten hat die Polizei aufgeklärt, das entspricht 37 Prozent. Im Jahr zuvor konnten mit 653 Fällen rund 39 Prozent der Unfallfluchten geklärt werden.

Junge Fahrer: Im Jahr 2017 waren an 1112 Unfällen junge Fahrer im Alter von 18 bis 24 Jahren beteiligt. Im Jahr zuvor waren es 983 Unfälle mit Fahrzeugführern dieser Altersgruppe. 25 Verkehrsteilnehmer im Alter von 18 bis 24 Jahren verursachten im Jahr 2017 Unfälle unter Alkoholeinfluss. Mit der »Aktion Bob«, deren Wirksamkeit in einer Studie der Uni Gießen nachgewiesen worden sei, versucht die Polizei, junge Fahrer zu sensibilisieren. Dabei einigt sich eine Gruppe Feiernder vorher auf einen Fahrer, der ein alkoholfreies Getränk gratis erhält.

Ältere Fahrer: Auch für die ältere Generation gibt es ein Programm. Dazu Polizeisprecherin Sylvia Frech: »Eine veränderte demographische Struktur führt dazu, dass immer mehr Senioren der Altersgruppe 65 plus am Straßenverkehr teilnehmen. Damit steigt auch die Anzahl der Beteiligung an Verkehrsunfällen.« Ob als Verursacher oder Geschädigter – 958 Personen der Altersgruppe 65 plus wurden im Jahr 2016 in Verkehrsunfälle verwickelt. Im Jahr 2017 lag die Zahl bei 986 Senioren dieser Altersgruppe. Ziel der Polizei sei es nicht, Senioren den Führerschein zu entziehen. Man wolle durch gezielte Informationen und Hilfestellungen die Mobilität der älteren Generation aufrechterhalten und zu ihrer Sicherheit im Straßenverkehr beitragen. Dieses Ziel verfolgt die Aktion »MAXimal mobil bleiben«. Dabei geht es nicht nur um Autofahrer, sondern auch um Nutzer von Bus oder Bahn, um Radfahrer und Fußgänger.

 

 

Info

Blitzermarathon am Mittwoch

Polizeisprecherin Sylvia Frech weist darauf hin, dass Verkehrsteilnehmer in der Wetterau weiterhin mit Verkehrskontrollen jederzeit und an jedem Ort rechnen müssen. Ein Großaktionstag, der sogenannte »Speedmarathon«, ist am Mittwoch, 18. April. Dann rücken verstärkt Raser ins Visier der hessischen Polizei und der teilnehmenden Kommunen. Zwischen 6 und 22 Uhr kommen hessenweit an über 300 Messstellen rund 700 Polizisten und kommunale Mitarbeiter zum Einsatz. Mit dieser Verkehrsaktion rufen sie die Gefahren und Folgen zu schnellen Fahrens ins Bewusstsein aller Verkehrsteilnehmer.

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