26. September 2018, 20:32 Uhr

Winterstein vorerst windradfrei

26. September 2018, 20:32 Uhr

Die vier Anliegerkommunen des Wintersteins sind sich einig: Sie wollen selbst entscheiden, wie das Naherholungsgebiet Winterstein künftig genutzt wird. Dafür hatten Friedberg, Rosbach, Ober-Mörlen und Wehrheim vor zwei Jahren jeweils Veränderungssperren für das Areal beschlossen. Denn entgegen früherer Absprachen mit dem Bund waren damals sechs Windräder beantragt worden. Weil das Erstellen eines gemeinsamen Bebauungsplan noch dauert, haben die Rosbacher Stadtverordneten jetzt die Sperre verlängert.

Bauvoranfrage zurückgezogen

Als 2016 die ersten Anfragen zum Bau von Windrädern auf dem Taunuskamm beim Regierungspräsidium in Darmstadt einliefen, war man sich in den umliegenden Kommunen einig, den Winterstein als Naherholungsgebiet erhalten zu wollen, zumal der Limes in unmittelbarer Nähe daran vorbeiläuft. Um das großflächige Aufstellen von Windkraftanlagen in diesem Bereich zu verhindern, hatten die vier Kommunen jeweils für ihr eigenes Gebiet Veränderungssperren verabschiedet. Sie sollen verhindern, dass der Winterstein mit Windrädern zugebaut werden kann, nur weil es für diese Fläche keinen Bebauungsplan gibt.

Weil das mit der Erstellung eines gemeinsamen Bebauungsplans beauftragte Ingenieurbüro noch nicht fertig ist, wegen umfangreicher Untersuchungen des Fledermausaufkommens, eine Veränderungssperre generell aber nur zwei Jahre Gültigkeit hat, muss die derzeitige Sperre, die im Oktober ausläuft, um ein Jahr verlängert werden.

Nicht einverstanden damit sind die Grünen. Ihr Vertreter im Rosbacher Stadtparlament Peter Scholz wies auf den dramatisch verlaufenden Klimawandel hin: »Wir alle haben es diesen Sommer hautnah zu spüren bekommen, wenn die Erde sich aufheizt. Deshalb müssen wir umso nötiger für den Ausbau erneuerbarer Energieträger sorgen. Auch auf dem Winterstein.« Doch auch seine Kritik, dass es sich bei dem Antrag um eine Verhinderungs- und nicht um eine Veränderungssperre handele, änderte an der allgemeinen Stimmung nichts. Mit einer Nein-Stimme und einer Enthaltung wurde der Verlängerung zugestimmt.

Einer der Interessenten, die Firma Enercon, soll inzwischen laut Bürgermeister Thomas Alber seine Bauvoranfrage beim RP wieder zurückgezogen haben.

Große Einigkeit herrscht auch in Bezug auf den schnellen Breitbandausbau für die Stadt. Die FDP hatte den Antrag gestellt, dass die Stadt alle Fördermöglichkeiten nutzen solle, um auch Breitbandanschlüsse an den Rosbacher Schulen zu ermöglichen.

Alber teilte mit, die Telekom wolle derzeit ihr Netz in Rosbach ausbauen und zwar ohne besondere Bedingungen. Andere Anbieter hätten der Stadt das Verlegen eines Glasfasernetzes im Stadtgebiet angeboten, allerdings müssten zuvor 40 Prozent der Haushalte eine Anmeldung für das Netz abgeben.

Vor einem derartigen Angebot warnte Grünen-Sprecher Scholz. Das »Super-Vectoring« der Telekom sei nicht mehr zeitgemäß; es könne mit den Möglichkeiten des Glasfasernetzes nicht mithalten. Nach den Wünschen der Grünen soll der Magistrat daher nach einer Möglichkeit suchen, bei der Netzanbieter und Betreiber unterschiedlich sind und eine Anschlusskapazität von 1000 Mbit/Sekunde angeboten wird. Beide Anträge wurden einstimmig angenommen.

170 unbebaute Grundstücke

Beim Antrag der FWG auf Erstellung von Bebauungspläne für alle freien Flächen im Innenstadtgebiet, um Wildwuchs bei der Bebauung zu verhindern, konnte an diesem Abend hingegen keine Einigung erzielt werden. Nach Auskunft des Bürgermeisters gibt es derzeit 170 unbebaute Grundstücke in Rosbach. Für jedes von ihnen einen Bebauungsplan vorab zu erstellen, würde der Stadt immense Kosten bereiten. Der Antrag wurde daraufhin zur weiteren Beratung in den Bauausschuss überwiesen.

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